Duisburg hilft beim Werkstattbau in Perm

Duisburg/Perm..  Eine Werkstatt für Menschen mit Behinderungen gibt es nun in Krasnokamsk, einem Vorort von Duisburgs russischer Partnerstadt Perm. Zur Eröffnung im Osten Russlands reiste eine Duisburger Delegation um Bürgermeister Erkan Kocalar. Zur Inbetriebnahme der ersten Werkstatt dieser Art in der Region – sie entstand mit Unterstützung und sachkundiger Beratung aus Duisburg – kam auch Andreas Klaßen, der deutsche Generalkonsul in Jekatarinenburg.

Nach zweijähriger Zusammenarbeit zwischen der lokalen Nichtregierungs-Organisation „Territorija Uspecha“ und der Duisburger „Lebensräume für Menschen“ gGmbH sowie der Werkstatt für Menschen mit Behinderung hat die Einrichtung in Krasnokamsk nun ihre Arbeit aufgenommen.

Gegenseitige Besuche und regelmäßiger Austausch halfen beim Know-How-Transfer und letztendlich zur Verwirklichung des Projektes. In der russischen Provinz ist Inklusion wenig präsent und über den Umgang mit Menschen mit Behinderungen haben viele keinerlei Informationen, berichten die Duisburger.

„Menschen mit Behinderungen werden oft versteckt oder leben in geschlossenen Anstalten“, schildert Sarah Güttler, Geschäftsführende von „LebensRäume“ die Situation. Ebenso wie Kathrin Keune von der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen war sie vor Ort. Keune ergänzt: „Wir müssen Inklusion in der Region zum Thema machen.“

Sechs Mitarbeiter mit körperlichen Behinderungen fertigen nun in Perm Holzspielzeug und „Gebrauchskunst“ zum Verkauf an. Ehrenamtliche Helfer unterstützen und betreuen die Arbeitskräfte.

Neben der Handwerksarbeit und künstlerischen Werten und Werken wird durch die Tätigkeit in der Werkstatt die Feinmotorik trainiert und das Selbstwertgefühl gestärkt. „Generell ist die Arbeits- und Wohnsituation für Menschen mit Behinderungen in Russland entwicklungsfähig. Das Projekt ist aber der erste wichtige Schritt in die richtige Richtung“, erklärt Sarah Güttler.

Bürgermeister Erkan Kocalar schließt sich an: „Das ist ein positives Beispiel für Partnerschaften und wie sich Städte gegenseitig bereichern können. Wir stehen weiterhin in Kontakt mit Perm, um weitere Werkstätten und Wohnmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen zu schaffen.“