Duisburg hat 700 Ideen für Investitionen

Flüsterasphalt ist Wunsch vieler Bürger, die an stark befahrenen Straßen wohnen.
Flüsterasphalt ist Wunsch vieler Bürger, die an stark befahrenen Straßen wohnen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Schulen und Straßen dürften Schwerpunkte bei der Investitionsoffensive sein. Die Stadt hat Vorschläge miteinem Volumen von 800 Millionen Euro zusammengestellt.

Duisburg.. In Schulen und Straßen sollen erhebliche Teile der Investitionsoffensive fließen. Mit 70 Millionen Euro aus Berlin rechnet Duisburg, und die Stadt hat sich intensiv auf den warmen Finanz-Regen vorbereitet – und damit auch gleich auf weitere Finanzhilfen. Denn Bedarf hat Duisburg für deutlich mehr als 70 Millionen.

„Deutlich über 700 Maßnahmen“ haben die städtischen Dezernate zusammengetragen, erläutert Peter Orzol, der die eigens eingerichtete Stabsstelle Investitionsoffensive leitet. Das Volumen liege bei knapp 800 Mio Euro: „Wir haben keinen Mangel an Ideen.“

Substanz öffentlicher Gebäude und Lärmschutz an Straßen

Alle Fachbereiche der Stadt waren aufgefordert, Maßnahmen anzumelden „ohne Schere im Kopf“, erklärt Oberbürgermeister Sören Link das Verfahren. Verteilt werde jetzt nicht nach dem Motto „Jeder bekommt etwas ab“, sondern Ziel sei, die Gelder sinnvoll auszugeben. Aus allen Stadtbezirken gebe es Vorschläge, und bei etwa der Hälfte der vorgeschlagenen Maßnahme würde die Stadt nachhaltig profitieren, weil die Energiekosten durch die Investition gemindert würden.

„Riesenthemen“ seien die Substanz öffentlicher Gebäude und auch der Lärmschutz an Straßen, sagt Orzol. Auch durch Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur würde die Stadt nachhaltig sparen, weil etwa neue Straßen weniger reparaturbedürftig seien als immer wieder geflickte alte Pisten.

Sanitäranlagen von Schulen oben auf der Liste

Was bei Link ganz oben auf der Aufgabenliste steht, ist die Beseitigung der „unhaltbaren Zustände“ in den sanitären Anlagen von Schulen: „Ich will keine Klagen mehr hören: Meine Kinder gehen in der Schule nicht mehr auf die Toilette.“ Und was die Reduzierung von Lärm angeht, denkt er unter anderem an das vom Verkehr sehr belastete Rheinhausen.

Link bremst aber auch überzogene Hoffnungen: „Wir werden nicht alles reparieren können.“ Er geht davon aus, dass die Investitionsspritze in drei Jahresschritten bis 2018 ausgezahlt wird. Nach der Sommerpause werde ein Landesgesetz die Modalitäten genau regeln.

Mit der Neueinstellung von Ingenieuren und Controllern will der Oberbürgermeister sicherstellen, dass kein Euro aus Berlin verloren geht: „An der Stelle wird es nicht am Personal scheitern.“ Vielmehr sorge man vor für den Fall, dass andere Städte ihre Mittel nicht ausgegeben bekommen oder dass weitere Unterstützung für die klammen Stadtkassen vieler Kommunen folgen. Und man wolle sicherstellen, den vollen Duisburger Anteil auch zu investieren. Orzol: „Wir haben den Ehrgeiz, nichts zurückzuzahlen.“ Was letztlich für welche Projekte ausgegeben wird, muss der Rat entscheiden.