„Duisburg gegen Darmkrebs“ will Zahl der Toten halbieren

Auf Initiative von Dr. Alexander Meyer von der Johanniter-Klinik in Rheinhausen gründete sich der Verein.
Auf Initiative von Dr. Alexander Meyer von der Johanniter-Klinik in Rheinhausen gründete sich der Verein.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
200 Menschen sterben pro Jahr in Duisburg an Darmkrebs, obwohl es Vorsorgeuntersuchungen gibt. Der Verein "Duisburg gegen Darmkrebs" will das ändern.

Duisburg.. 500 Menschen sind in Duisburg jedes Jahr von Darmkrebs betroffen, 200 gewinnen den Kampf nicht. An keiner anderen einzelnen Krebsart sterben mehr Menschen, obwohl gleichzeitig keinem anderen Tumorleiden so gut vorgebeugt werden kann – durch Vorsorgeuntersuchungen. Doch davon machen immer noch viel zu wenige Männer und Frauen Gebrauch. Auf Initiative von Dr. Alexander Meyer von der Johanniter-Klinik in Rheinhausen haben deshalb die Duisburger Krankenhäuser und Darmkrebsexperten in Kooperation mit der Gesundheitskonferenz der Stadt sowie weiteren Partnern und Unterstützern einen bemerkenswerten Entschluss gefasst. Sie stellen das Wettbewerbsdenken zurück, machen stattdessen gemeinsame Sache und haben dazu den Verein „Duisburg gegen Darmkrebs“ gegründet.

Dieser hat sich einerseits zum Ziel gesetzt, die Duisburger flächendeckend und nachhaltig über die Vorsorge-, Früherkennungs- und Therapiemöglichkeiten zu informieren – etwa in den Krankenhäusern und Arztpraxen, aber auch in Firmen im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsfürsorge für Mitarbeiter. Andererseits soll so die Zahl der Darmkrebstoten in Duisburg halbiert werden.

Polypen können Vorboten sein

Unter den aktuell 20 Mitgliedern sind mit MVZ Friedrichs und Kollegen in Hamborn sowie Zerfaß in Wedau auch die beiden einzigen gastroenterologischen Praxen in Duisburg – im Grunde sehr wenig für eine Großstadt. Doch auch dort würden sich die Mediziner freuen, wenn noch mehr Menschen zur Vorsorge kämen. Die Krankenkassen übernehmen für alle Frauen und Männer ab 50 Jahren die Kosten für einen Test alle zwei Jahre auf verstecktes Blut im Stuhl und für alle ab 55 Jahren für eine vorsorgliche Darmspiegelung alle zehn Jahre .

„Und trotzdem nehmen nur 20 Prozent der Anspruchsberechtigten diese Möglichkeit wahr“, sagt Meyer. Dabei ist Darmkrebs die einzige Krebsart, die vor ihrer Entstehung Vorboten schickt, so genannte Polypen. Werden diese bei einer Vorsorgedarmspiegelung entdeckt und abgetragen, kann der Ausbruch von Darmkrebs verhindert werden.

Anders als früher müssen, so die Mediziner, als Vorbereitung nur jeweils ein kleines Fläschen mit einer abführenden Lösung getrunken werden. Während der Untersuchung selber befinde sich der oder die Betroffene in einem Dämmerschlaf und bekomme so kaum etwas mit.

Darmkrebs-Info-Terminal geplant

Trotzdem gibt es weiterhin Ängste und Vorbehalte. Deshalb sei Aufklärung so wichtig, sagt Meyer. „Ich wünsche mir, dass die Stadt und Krankenkassen alle Anspruchsberechtigten anschreiben. Denn viele kennen diese Vorsorgemöglichkeiten leider auch schlichtweg immer noch nicht.“

Um auch den Verein „Duisburg gegen Darmkrebs“ noch bekannter zu machen und Geld für Projekte zu sammeln, gibt es am Samstag, 28. März, eine mehrstündige Benefizgala (Einlass 16 Uhr) unter der Schirmherrschaft des Gesundheitsdezernenten Ralf Krumpholz im Stadttheater. Neben Infos und einer großen Tombola wollen Jazz-Sängerin Judy Rafat, Kabarettist Okko Herlyn und Dirk Scheffel, der sich als schnellsten Xylophonisten im gesamten Universum bezeichnet, für Unterhaltung sorgen. Moderiert wird die Gala vom bekannten Nachrichtensprecher Jan Hofer, der ebenso wie alle anderen Beteiligten auf eine Gage verzichtet.

„Vom Erlös der Gala“, so Meyer, „wollen wir ein Darmkrebs-Info-Terminal anschaffen, das entweder in verschiedenen Kliniken oder zentral etwa im Rathaus aufgestellt werden soll.“