Duisburg für städtische Außenpolitik ausgezeichnet

Vielbeachtet ist die Entwicklung des Innenhafens in Duisburg, dessen Umgestaltung mit europäischer Hilfe gelang.
Vielbeachtet ist die Entwicklung des Innenhafens in Duisburg, dessen Umgestaltung mit europäischer Hilfe gelang.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Als „Europaaktive Kommune NRW“ ist Duisburg am Mittwoch von NRW-Europaministerin Angelica Schwall-Düren ausgezeichnet worden.

Duisburg.. Die Stadt habe verstanden, „dass Europa vor Ort beginnt“ lobte Klaus Hänsch, langjähriger EU-Abgeordneter und Präsident des EU-Parlaments, beim Festakt im Rathaus. So viel Lob hat die Stadt Duisburg schon lange nicht mehr bekommen: Gestern wurde sie ausgezeichnet als „Europaaktive Kommune NRW“ für 25 Jahre Engagement für das Zusammenwachsen der europäischen Staaten und Völker.

Im Rahmen eines Festaktes überreichte Angelica Schwall-Düren, Europaministerin des Landes NRW, am Mittwoch im Ratssaal Oberbürgermeister Sören Link die Auszeichnung. Gerade in einer Zeit, in der Fremdenfeindlichkeit wieder um sich greift, sei es wichtig, wieder für den europäischen Gedanken zu werben, sagte die Ministerin: „Frieden, Freiheit und Wohlstand sind der Erfolg Europas.“

Hänsch bewundert Innenhafen-Entwicklung

Zuvor hatte der langjährige SPD-EU-Abgeordnete und frühere Präsident des Europäischen Parlamentes, Dr. Klaus Hänsch, mit Blick auf die Anfänge der Europaaktivitäten der Stadt festgestellt: „Duisburg hat verstanden, dass Europa vor Ort beginnt.“ Die Stadt habe als erste in Deutschland ein Amt eingerichtet, dass für Europa zuständig war.

Projekte wie die weit über Duisburg hinaus bewunderte Innenhafen-Entwicklung hob Hänsch hervor, die ohne Europa nicht möglich gewesen wären. „Europa als Idee für ein kommunales Leitbild“ habe bereits mit der Schließung des Krupp-Stahlwerkes 1989 in Duisburg-Rheinhausen seine Geburtsstunde erlebt. Hänsch: „Wenn es mit dem Stahl bergab geht, muss es mit dem Hafen bergauf gehen.“ Die Stadt habe es verstanden, angesichts ihres „Alleinstellungsmerkmals“ als Logistikdrehscheibe mitten in Europa eine neue Entwicklung beherzt anzugehen. „Man hätte diese Chance auch verschlafen können“, sagte der erfahrene frühere Europapolitiker.

Duisburg setzt Zeichen mit seinem Europa-Engagement

Lobend erwähnte er Alt-Oberbürgermeister Josef Krings, dem es gelungen sei, mit seiner „kommunalen Außenpolitik“ aus bestehenden und neuen Verbindungen zu Partner- und anderen Hafenstädten Bindungen zu machen. Duisburg als Logistikstadt lebe von der Freizügigkeit von Waren, Dienstleistungen, kapital und Menschen, die das vereinte Europa erst möglich mache.

Link erinnerte daran, dass Menschen seiner Generation Grenzen allenfalls noch aus Kinderzeiten in Erinnerung haben. Mit seinem Europaengagement habe Duisburg Zeichen gesetzt: „Wir waren Trendsetter, wir waren Vorreiter.“

Maßgeblich daran beteiligt war German Bensch, langjähriger Leiter des für Europa zuständigen Amtes bei der Stadt: „Wir haben eine Menge getan, damit der Europagedanke einen breiten Raum einnimmt“, blickte er gestern zurück: „Und es war eine Menge Arbeit damit verbunden.“ Viele Reisen seien erforderlich gewesen, „und Reisen sind nicht immer schön“. Viel unterwegs sei er nach wie vor, und Europa hat er auch als Ruheständler im Blick: „Ich bin interessierter Beobachter.“