Duisburg erhält 26 Millionen Euro - Bahnen können fahren

Mit der Förderzusage für die elektronische Zugsicherung durch den VRR wird die U 79 auch weiterhin durch  den Stadtbahntunnel fahren können.
Mit der Förderzusage für die elektronische Zugsicherung durch den VRR wird die U 79 auch weiterhin durch den Stadtbahntunnel fahren können.
Foto: WNM
Was wir bereits wissen
Aufatmen bei der Stadt. Der VRR gibt 26 Millionen Euro für die elektronische Zugsicherung. Sonst hätten die Bahnen im Jahr 2024 still gestanden.

Duisburg.. Das Horror-Szenario, dass die U 79 zwischen Düsseldorf und Duisburg um 2020 an der Stadtgrenze stoppt, weil Duisburg kein Geld für die notwendige neue elektronische Zusicherung für Schienennetz und Stadtbahntunnel hat, ist vom Tisch. Nach langen Verhandlungen mit Verkehrsminister Groschek und dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) verkündete die Stadt gestern die Erfolgsmeldung: Der VRR steuert rund 26 Millionen Euro bei, das sind 80 % der förderfähigen Kosten von 32 Millionen Euro, rund zehn Millionen Euro zahlt die Stadt selbst.

„Die Förderzusage bedeutet für uns einen riesigen Schritt in die in-frastrukturelle Erneuerung Duisburgs. Damit wird es jetzt möglich, die Ausschreibung für das Zugsicherungssystem noch zeitgerecht leisten zu können. Die drohende Unterbrechung der U 79 an der Stadtgrenze zu Düsseldorf ist damit abgewendet“, so Oberbürgermeister Sören Link. „Unser Dank geht hier vor allem an den VRR. Ohne die zugesagte Förderung hätten wir das Projekt nicht stemmen können“, ergänzt Duisburgs Stadtbaudezernent Carsten Tum.

U79

40-Millionen-Auftrag an Siemens

Der U 79-Streckenpartner Düsseldorf hatte schon im vergangenen Jahr „aus eigener Tasche“ mit der Ausschreibung vorgelegt und jetzt seinen 40-Millionen-Auftrag an Siemens vergeben, Duisburg musste aus Geldmangel passen, wollte zunächst Fördergelder suchen, die es für Instandhaltung/Erneuerung eigentlich nicht oder nur im geringen Umfang gibt – milliardenschweres Grundproblem aller ÖPNV-Kommunen in der Finanzierungsfalle. Die Zeit drängt: Die elektronische Zugsicherung ist veraltet, es gibt bald keine Ersatzteile mehr. Spätestens 2024 hätten alle Bahnen in Duisburg still gestanden.

„Wir haben richtig gehandelt, dass wir gewartet haben“, freut sich Tum jetzt über die Förderzusage. DVG-Vorstand Klaus Peter Wandelenus sieht sie im Rahmen der geltenden Förderrichtlinien. Beträchtlichen Anteil daran hatte offenbar das NRW-Verkehrsministerium.

Ärger hinter den Kulissen

Hinter den Kulissen gab es gestern allerdings offenbar Ärger. Schmallippig reagierte der VRR auf die Duisburger Meldung. Der Verkehrsverbund muss sich vor eventuellen Begehrlichkeiten anderer Städte wegen einer möglichen „Lex Duisburg“ hüten. So bestätigt VRR-Sprecherin Sabine Tkatzik lediglich, dass es Gespräche gegeben habe, in denen man sich auf die Finanzierung verständigt habe. Bevor Duisburg nicht weitere „verpflichtende Erklärungen“ gibt, will man sich zu Details der Förderung nicht äußern. Die soll der Rat am Montag offenbar geben und beschließen. Laut nicht-öffentlicher Vorlage geht es um die Verpflichtung der Stadt, die Stadtbahn auf jeden Fall weiter zu betreiben – für Außenstehende eine Binse, aber offenbar gravierend. Zugleich plant die DVG, ihre komplette veraltete Bahnflotte (45 Fahrzeuge) für die Linien 901 und 903 in der kommenden Dekade für 150 Millionen Euro auszutauschen.

„Alles was Duisburg hilft, ist positiv“, erklärt CDU-Ratsherr Frank Heidenreich. Zugleich wirft das Mitglied der VRR-Zweckversammlung der Stadt aber vor, dass die verspätete Ausschreibung die Stadt Millionen kostet. DVG-Chef Wandelenus verweist dagegen darauf, dass vereinbart war, dass sich Duisburg an die Düsseldorfer Ausschreibung und das neue technische System kurzfristig andocken kann. Das mit der endgültigen Förderzusage beginnende Verfahren ist langwierig. Allein die Erarbeitung der Ausschreibung dauert bis Ende des Jahres. Erst ab 2017 könnte mit den Arbeiten begonnen werden, die nicht vor 2019/20 abgeschlossen sind.