Duisburg-Card floppt im ersten Jahr

Der Zoo mit seiner Delfinshow ist ein Touristenmagnet. Mit der Duisburg-Card sparen Besucher 20 Prozent des Eintrittspreises. Von der Möglichkeit hat bisher aber noch niemand Gebrauch gemacht.
Der Zoo mit seiner Delfinshow ist ein Touristenmagnet. Mit der Duisburg-Card sparen Besucher 20 Prozent des Eintrittspreises. Von der Möglichkeit hat bisher aber noch niemand Gebrauch gemacht.
Foto: WAZFotoPool
Was wir bereits wissen
DMG-Projekt mit freier Fahrt im öffentlichen Nahverkehr und Vergünstigungen bei verschiedenen Institutionen bleibt weit hinter den Erwartungen zurück.

Duisburg.. Freie Fahrt im öffentlichen Nahverkehr genießen und zudem von Vergünstigungen bei Institutionen von A wie Ausstellungen bis Z wie Zoo profitieren: Mit der Duisburg-Card will Duisburg Marketing (DMG) zusammen mit der DVG alle Touristen, aber auch die Menschen in dieser Stadt ansprechen. Beim Start des Projekts Mitte April 2014 peilte DMG-Geschäftsführer Uwe Gerste für das vergangene Jahr mit Blick auf die Nutzer der Karte „eine mindestens vierstellige, besser noch fünfstellige Zahl“ an – eine deutlich zu optimistische Prognose, wie sich jetzt nach mehrfachen Nachfragen der WAZ herausgestellt hat. Inge Keusemann-Gruben, Bereichsleiterin Tourismus bei der DMG, spricht von einer dreistelligen Nutzerzahl bei einem vierstelligen Umsatz, konkreter wird auch Gerste nicht.

Allerdings hat der DMG-Geschäftsführer bereits Ursachenforschung wegen der bescheidenen Bilanz betrieben. So habe er etwa festgestellt, dass der Vertrieb der Karte, die laut Keusemann-Gruben bisher zu 75 Prozent an DVG-Automaten gekauft wurde, noch zu wünschen übrig lässt. Das soll sich nun ändern, denn das zunächst bis Ende 2014 befristete Projekt wird in diesem Jahr fortgesetzt.

Karte bekannter machen

„Wir wollen es schaffen, die Karte noch bekannter zu machen und vor allem den Nutzen stärker in den Vordergrund zu rücken“, so Gerste. So sei ein brandneuer Flyer bereits auf der jüngsten Niederrheinischen Tourismus- und Freizeitmesse (NTFM) in Kalkar vorgestellt worden. Ein erläuterndes Begleitheft sei in Druck. Plakate in der Innenstadt sollen künftig auf die Duisburg-Card aufmerksam machen. „Außerdem streben wir an, alle Hotels als Anbieter der Karte zu gewinnen“, so der DMG-Geschäftsführer.

Unter den Hotels, die Vergünstigungen anbieten, ist aktuell aber nur das „Mercure Hotel“ zu finden. Das Landhaus Milser ist abgesprungen. Es hatte ein kostenloses Glas Prosecco in Verbindung mit dem Verzehr eines Hauptgericht angeboten. „Nicht eine Person hat das genutzt“, erzählt Inhaber Rolf Milser. „Dann können wir es auch sein lassen.“ Darüber hinaus sind auch das Kom’ma Theater in Rheinhausen-Mitte und „Planet Hollywood“ (Insolvenz) nicht mehr dabei.

Verschiedene Partner

Dafür hat die DMG die Wasserskianlage in Wedau sowie das Ristorante & Pizzeria Palazoo neu dazugewonnen. 21 Partner sind seit dem Start des Projekts dabei, führen die Kooperation fort – und seien zufrieden, sagt jedenfalls Gerste. Allerdings hat etwa nach Angaben des Zoos – ein klassischer Touristenmagnet – bisher kein einziger Besucher über die Duisburg-Card 20 Prozent Ermäßigung auf den Eintritt in Anspruch genommen.

„Wir alle – auch unsere Partner – müssen jetzt zusammen an einem besseren Vertrieb der Karte arbeiten“, sagt der DMG-Geschäftsführer. Gerste strebt nun in diesem Jahr eine vierstellige Nutzerzahl an. Er sagt aber auch: „Eins ist auch klar: Wir können die Karte am Ende nur anbieten und keinen zwingen, sie zu kaufen.“