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Duisburg-Buch mit Überraschungen

02.10.2012 | 19:30 Uhr
Duisburg-Buch mit Überraschungen
„Duisburg – Gesichter einer Stadt“ heißt das Buch von Willi Mohrs.Foto: Denis de Haas

Duisburg. 50 Stunden unterwegs durch Duisburg , dabei so viele Geschichten und so unterschiedliche Gesichter entdeckt: WAZ-Redakteur Willi Mohrs (56) hat den „Vatikan“ gesehen und einen Stadtteil, den es nicht mehr gibt, er spürte Idylle und Niedergang auf, stieß auf vergangene Schönheit und eine versteckte Mühle, ging Straßen, die an Kohle und Krupp erinnern, aber auch Wege am Wasser, durch Wald und Wiesen, auf denen Gänse und Pferde grasen. Und Willi Mohrs begegnete Menschen, deren Herz für ihren Stadtteil schlägt – manchmal stärker für Alt-Hamborn als für die große Stadt wie bei Klaus Becker, der den „Vatikan von Hamborn“ und die „Jupp-Kolonie“ vorstellte: Abtei und Bergarbeitersiedlung.

49 Folgen zählte die WAZ-Serie „Stadtteil-Report“, den 50. Stadtteil hat Mohrs eigens für das jetzt erschienene Buch „Duisburg – Gesichter einer Stadt“ hinzu gefügt: Alsum, das seit 1965 Vergangenheit ist, aber in der Erinnerung weiter lebt. Darum kümmert sich Dieter Sandrock, der ein Alsum-Archiv führt. Das Bauern- und Fischerdorf, das 1139 erstmals urkundlich erwähnt wurde, war durch den Bergbau so stark abgesackt, dass der Stadtrat 1954 beschloss, die Alsumer umzusiedeln.

1993 erlosch der letzte Hochofen

Mit dem Rad war Mohrs in Obermarxloh unterwegs, ließ sich von Werner Albry („Unsere Familie wohnt seit 1896 hier“) durchs mustergültig sanierte Dichterviertel lotsen. Nach Krupp-Gattin Margarethe wurde die Siedlung benannt, die das „Herz Hochemmerichs“ ist, wie Ingrid Lenders damals Mohrs erklärte.

49 Stadtteile in 49 Bildern

Inzwischen gehören die Häuser den Bewohnern des Stadtteils selbst, in dem 1993 der letzte Hochofen erlosch. Auf Sandboden lockte der Alte Fritz einst die hessischen Siedler – weit entfernt vor den Toren Duisburgs entstand Neudorf-Süd, wie Werner Pöhling erläuterte. Und dabei auch die Spezialität Einschornstein-Siedlung vorstellte.

Viel Gespür für Duisburg

Eine ganz besondere Überraschung erlebte Mohrs in Mündelheim. Frank Salamon und Dirk Rahmacher setzten ihn auf einen Trecker, um ihm den großen Stadtteil im Süden nahezubringen. Das Gefährt Baujahr 1962 mit 25 PS, das Hausmeister und Schüler einer Technik-AG restauriert hatten, rollte auch vorbei an 1000 Gänsen auf dem Bauernhof von Reinhard Mosch. Weiter ging’s zur mittelalterlichen Kirche und zum Liebesbaum in diesem Stadtteil, in dem Vereine eine große Rolle spielen.

Dorfleben, Stadtleben – Willi Mohrs hat es mit viel Gespür für Duisburg und die Duisburger eingefangen. Der Rundgang, den die Bilder der WAZ-Fotografen anschaulich machen, überrascht.

Versprochen.

Anne Horstmeier

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