Duisburg bislang noch virenfrei
02.02.2012 | 17:26 Uhr 2012-02-02T17:26:00+0100
Duisburg.In weiten Teilen Deutschlands und West-Europas grassiert das Schmallenberg-Virus . Dieses sorgt bei trächtigen Schafen, Rindern und Ziegen für Totgeburten oder Missbildungen des Nachwuchses.
Es wurde im vergangenen Sommer und Herbst durch die Bisse von Stechmücken auf die Tiere übertragen, trat erstmal in den Niederlanden auf und ist nach den bisherigen Erkenntnissen für Menschen ungefährlich. Die meisten registrierten Fälle in Deutschland gibt es bislang in NRW. Die Herden der drei Berufsschäfer aus Duisburg sind aber bislang verschont geblieben.
Warten auf die Hauptlammzeit
„Seit November 2011 wurden in meiner Herde 50 Lämmer geboren. Bislang war noch kein einziger Verdachtsfall dabei. Und auch von meinen Kollegen habe ich noch nichts Derartiges gehört“, sagt Ralf Stallmeister. Der 43-jährige Meidericher ist seit 1990 nebenberuflich und seit 2006 hauptberuflich als Schäfer aktiv.
Zudem fungiert er als stellvertretender Sprecher des Schafzuchtverbandes NRW. Zu seinem Zuständigkeitsbereich zählen alle Ruhrgebietsstädte, aber auch Düsseldorf. Addiert rund 100 Berufsschäfer sind in dem Raum aktiv.
Die WAZ erreichte Stallmeister gestern auf einer Wiese in Neukirchen-Vluyn, wo er mit seiner 550-köpfigen Herde (350 Mutter- und 200 Jungtiere) trotz der Eiseskälte im Freien unterwegs war. „Wir müssen abwarten. Die Hauptlammzeit steht erst im März und April an. Erst dann wird endgültig Klarheit bestehen, inwieweit Duisburg vom Virus betroffen ist.“
Auch Muttertiere gefährdet
Durch das Virus sind aber nicht nur Lämmer, sondern auch die Muttertiere bedroht, weil sich die deformierten Jungtiere im Leib der Mutter nicht wie gewohnt drehen können. „Deshalb habe ich die trächtigen Muttertiere nun genau im Blick“, erklärte Stallmeister gestern.
Bis zum Mittwoch hatte das in Greifswald ansässige Friedrich-Loeffler-Institut, das auf die Gesundheit und das Wohlbefinden landwirtschaftlicher Nutztiere fokussiert ist, 215 Betriebe registriert. 136 davon in NRW.
Neben dem Leid für die betroffenen Tiere erzeugte das Virus auch einen immensen wirtschaftlichen Schaden. Nach Schätzungen des Schafzuchtverbandes müssen allein die NRW-Schäfer mit Verlusten in Höhe von mindestens 280 000 Euro rechnen. Bundesweit könnte der Betrag in die Millionen gehen.

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