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Duisburg bekommt Gewalt im Amateurfußball nicht in Griff

04.10.2012 | 19:38 Uhr
Duisburg bekommt Gewalt im Amateurfußball nicht in Griff
Ausschreitungen im Amateurfußball mit Zuschauer-Beteiligung sind nicht neu: Das Bild zeigt eine Schlägerei, die sich bei der Mülheimer Hallenfußball-Stadtmeisterschaft im Jahr 2008 ereignet hat.Foto: Andreas Köhring

Duisburg.  Gewalt unter Fußballspielern ist vor allem in unteren Spielklassen ein Problem. Härtere Strafen haben die Manieren bei Duisburgs Kreisliga-Kickern zwar verbessert, dennoch wünschen sich unter anderem Schiedsrichter und Verband mehr Prävention - wie zum Beispiel "Runde Tische" vor Saisonbeginn.

Dreimal binnen weniger Tage kam es auf Duisburger Fußballplätzen zu unschönen Szenen . Erst sollte es einen Faustschlag eines A-Jugendspielers Richtung Zuschauer gegeben haben, dann gerieten am Kreispokal-Spieltag zwei gegnerische Teams und woanders die Zuschauer aneinander. Die Polizei musste schlichten. Alarmierend. Denn ziemlich genau vor einem Jahr häuften sich die Gewaltszenen im Fußballkreis 9 derart, dass auf Kreisebene ganze Spieltage abgesetzt werden mussten, weil sich Schiedsrichter weigerten zu pfeifen. Sie waren damals wiederholt Opfer übler Attacken geworden.

Derzeit bekommt man allerdings auf die Frage, ob eine neue Gewaltwelle in Richtung der Duisburger Fußballplätze rollt, und ob neuerdings auch Zuschauer dabei mitwirken, ein entschiedenes „Nein“ zu hören. „Gerade wenn wir den Vergleich mit dem letzten Jahr ziehen, stehen wir im Moment gut da“, sagt etwa Ulrich Pütz, Vorsitzender der Kreisspruchkammer. Er urteilt über Strafen und Sperren für auffällig gewordene Spieler und weiß daher ganz genau, wie oft und wie schlimm etwas bei Duisburgs Kreisliga-Kickern aus dem Ruder läuft. „Ich glaube nicht, dass der Fußballkreis 9 im Moment ein Problemkreis ist.“

Nichtsdestotrotz dürfe man diese Fälle nicht herunterspielen. „Einige Leute glauben immer noch, dass der Fußballplatz ein rechtsfreier Raum ist. Aber das ist ganz und gar nicht so.“ Mittlerweile würden einige Vergehen sogar auf die Schreibtische der Staatsanwaltschaft weitergereicht und zivilrechtlich geahndet.

Vorbeugen statt Knüppeln

Ob die jüngsten Zwischenfälle auf Duisburger Fußballplätzen nun einen erneuten, negativen Trend belegen oder einfach nur eine „zufällige Häufung“ sind, da ist sich Volkan Alan nicht ganz sicher. Der Schiedsrichter-Obmann des Fußballkreises 9, der die Geschicke der Kreisliga-Kicker in Duisburg, Mülheim und Dinslaken lenkt, hatte eigentlich nach der Gewaltserie insbesondere gegen Schiedsrichter zu Beginn der vergangenen Spielzeit einen „heilsamen Schock“ bemerkt. „Bis zum Ende der letzten Saison hatten wir komplett Ruhe, jetzt wieder ein paar Fälle. Das macht noch keinen Trend aus, aber wir müssen genau hingucken.“

Hooligans suchten vermehrt den Weg zum Amateurfußball

Volkan Alan pfeift selbst seit 25 Jahren, war Schiedsrichter-Lehrwart und kennt sich dank seiner Tätigkeit als Schiri-Verbandsbeobachter mit dem Pfeifen nicht nur auf Kreisebene aus. Für ihn ist Gewalt auf Fußballplätzen vor allem ein Phänomen unterer Klassen. „In einem Oberligaspiel werden sie kaum einmal einen Spieler sehen, der einen anderen Spieler oder den Schiedsrichter tätlich angreift.“ Für Zwischenfälle, in die auch Zuschauer involviert sind, also wie in der vergangenen Woche in Duisburg, kann er das allerdings nicht bestätigen.

„Natürlich können solche Situationen auf kleinen Fußballplätzen leicht entstehen, weil die Zuschauer nah an den Spieler dran sind und die jedes Wort hören. Aber die Regel ist das nicht.“ Vielmehr gelte das Gegenteil: Hooligans suchten aktuell vermehrt den Weg zum Amateurfußball, weil der nicht so strikte Sicherheitsbestimmungen hat wie der Profibereich. „Aber ein Hooligan ist ein anderer Mensch als ein Kreisliga-Zuschauer. Auch wenn der manchmal ebenso meint, sich alles erlauben zu können.“

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Kommentare
08.10.2012
08:23
Duisburg bekommt Gewalt im Amateurfußball nicht in Griff
von shayne | #15

...man sollte einfach eine eigene Süper-Lig in Duisburg installieren! ...und der Rest kann dann wieder in Ruhe Fußball spielen....

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http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/duisburg-bekommt-gewalt-im-amateurfussball-nicht-in-griff-id7164625.html
2012-10-04 19:38
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