Das aktuelle Wetter Duisburg 19°C
Arbeitsmarkt

Düstere Aussichten

19.01.2010 | 06:00 Uhr

Die ARGE hat für das Kalenderjahr 2009 ein verhaltenes Resümee gezogen. Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise, die sich bei vielen Unternehmen in Entlassungen oder Kurzarbeit widerspiegelte, wirkt sich in der Bilanz des vergangenen Jahres nur bedingt aus.

Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise, die sich bei vielen Unternehmen in Entlassungen oder Kurzarbeit widerspiegelte, wirkt sich in der Bilanz des vergangenen Jahres nur bedingt aus. Im Jahresdurchschnitt waren 31 743 Menschen arbeitslos – immerhin 2,6 Prozent mehr als 2008.

„Die ARGE ist noch mit einem blauen Auge davongekommen”, so Geschäftsführer Norbert Maul. Für die kommenden Monate rechnen die Verantwortlichen mit einem deutlichen Anstieg im Anwendungsbereich des SGB II (Hartz IV). Die größten Zuwächse werden aus dem Lager der aktuellen Alg I-Empfänger erwartet. Schon für das abgelaufene Kalenderjahr sind negative Entwicklungen für Arbeitslose unter 25 Jahren und solche, die das 55. Lebensjahr vollendet haben, festzustellen. Die Zahl der älteren Arbeitslosen (2330) ist um 11,1 Prozent gestiegen, während der Zuwachs bei den unter 25-Jährigen (1753) nur 7,1 Prozent beträgt. „Trotzdem ist es uns gelungen, allen Ausbildungssuchenden ein Angebot für einen Ausbildungsplatz zu machen”, erklärt Maul.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen (12 487) ist im Vergleich zum Vorjahr um 8,4 Prozent gesunken. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass etwa 6000 Langzeitarbeitslose diversen Maßnahmen zugeteilt wurden und deshalb für diese Dauer aus der Statistik verschwinden. Für Qualifizierungsmaßnahmen hat die ARGE im vergangenen Jahr 11,1 Millionen Euro investiert und 1072 Menschen weitergebildet. Im Vorjahr wurden nur knapp über 500 Qualifizierungsmaßnahmen durchgeführt. Äußerst kurzfristige und nicht vorhersehbare Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt sorgen vor allem im Bereich von Qualifizierung und Umschulung für Schwierigkeiten.

Im vergangenen Jahr hat die ARGE auf einen Haushalt von 65 Millionen Euro zurückgreifen können. Der größte Teil, nämlich 45 Prozent, entfiel auf „Beschäftigung schaffende Maßnahmen”, bei denen Arbeitslose an den Arbeitsmarkt herangeführt werden sollen.

Auch für die ARGE selbst sind die Zukunftsaussichten ungewiss. Mitte des Jahres erwartet Maul die Verabschiedung eines Gesetzes, das die zukünftige Rechtsform der ARGE regeln soll. Dann entscheidet sich, was mit den 200 befristet Beschäftigten im eigenen Haus geschieht. Der Umzug in das neue Gebäude, das Platz für 400 der 770 Beschäftigten der ARGE bietet, ist für August geplant.

Jörn Esser

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/2404934/create

Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

Captcha

Bitte übertragen Sie den Code in das folgende Feld:

Wort unleserlich? (Neuladen)

 
Aktuelle Fotos und Videos
Schützenfest in Großenbaum
Bildgalerie
Schützenfest
Kanu Worldcup
Bildgalerie
Wassersport
Aus dem Ressort
Feuerwehr rettet vier Menschen aus brennendem Haus
Wohnungsbrand
Die Feuerwehr Duisburg hat am Montagabend vier Menschen aus einem brennenden Haus in Kaßlerfeld gerettet. Das Treppenhaus war verqualmt, die Bewohner gelangten über Drehleitern ins Freie. Eine Frau wurde leicht verletzt.
Bürgerlich-Liberale wollen im Rathaus die Chefs einsparen
Sparpaket
In der Diskussion über das Sparpaket in Duisburg kamen die Bürgerlich-Liberalen auf die Idee, doch im Rathaus Geld zu sparen. Und zwar nicht bei den „Indianern“, sondern bei den „Häuptlingen“. Ein Stellvertreter müsse bei den Bezirksbürgermeistern und beim OB reichen, so die Wählergemeinschaft.