Düsseldorf fürchtet mehr Kosten für die Opernehe mit Duisburg

Die laufenden Verhandlungen über die Verlängerung der Operngemeinschaft zwischen Düsseldorf und Duisburg über 2017 hinaus haben in Düsseldorf offenbar Sorgen um die Zukunft der Deutschen Oper am Rhein ausgelöst. Grund ist die Finanzierung: Beteiligt sich Duisburg auch weiterhin nicht am Ausgleich von Tarifsteigerungen, müsste Düsseldorf weiterhin diese Mehrkosten übernehmen – wie es die finanziell ungleich besser gestellte Landeshauptstadt bereits macht. Die Personalkosten der Rheinoper belaufen sich auf rund 34 Millionen Euro pro Jahr, das sind 73 Prozent des Gesamt-Etats. Die Kosten der Tarifsteigerungen sollen 600 000 Euro betragen.

Erst vor zwei Jahren hatten die beiden Städte so hart um die Finanzierung gerungen, dass die bundesweit einzigartige Opernehe, ein Vorzeigemodell seit 1956, zu scheitern drohte. Duisburg deckelte damals seinen Zuschuss auf 9,5 Millionen Euro, Düsseldorf übernimmt 72 Prozent der Tarifsteigerungen und zahlt insgesamt rund 26,3 Millionen Euro; im Gegenzug wurde die Zahl der Neuproduktionen insgesamt sowie die der Vorstellungen in Duisburg reduziert. Da der Vertrag nur für drei Jahre abgeschlossen worden war, muss bereits erneut über eine Verlängerung verhandelt werden. Bis zum 31. Juli muss eine Einigung erzielt werden.

Kulturdezernent Thomas Krützberg sieht keinen Grund zur Beunruhigung. „Wir arbeiten sehr intensiv an einer Lösung, die den Fortbestand der Opernehe sichern soll.“ So suche man nach weiteren Möglichkeiten, Kosten zu sparen – dieser Weg sei allerdings nach der letzten Sparrunde vor zwei Jahren „nahezu ausgereizt“. Auch gebe es Überlegungen, wie die Einnahmen zu erhöhen seien. Dabei dürfe es keine Einbußen bei der Qualität geben.

„Die Verhandlungen sind auf einem guten Weg“, ist Rheinopern-Intendant Christoph Meyer optimistisch. Er nennt die Folgen einer Trennung für beide Städte „fatal“: unter anderem weniger Vorstellungen und weniger Vielfalt in Düsseldorf, das Aus für die Kinderoper, die mit Bonn und Dortmund betrieben wird, sowie der Wegfall sämtlicher Schulkooperationen in Duisburg.