Duale Ausbildung in Duisburg interessiert internationale Partner

Von OB Sören Link wurde die Delegation aus Finnland im Rathaus empfangen, die Besucher des Walther-Rathenau-Berufskollegs trugen sich ins Gästebuch der Stadt ein.
Von OB Sören Link wurde die Delegation aus Finnland im Rathaus empfangen, die Besucher des Walther-Rathenau-Berufskollegs trugen sich ins Gästebuch der Stadt ein.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Fürs Duisburger Berufskolleg-Walther-Rathenau ist internationale Kooperation Programm. Derzeit ist eine Delegation aus dem finnischen Loimaa zu Gast.

Duisburg.. Seit fünf Jahren treibt das Kaufmännische Berufskolleg-Walther-Rathenau (KBWR) seine internationale Ausrichtung konsequent voran. Damit stößt die Hamborner Schule, die unter anderem Logistiker, Handels- und Verkehrsfachwirte sowie Speditionskaufleute ausbildet, auf großes Interesse bei Partnerschulen im europäischen Ausland. Interessiert sind sie vor allem am dualen Ausbildungssystem, der zweigleisigen Vermittlung der Berufe in Betrieb und Schule. In diesen Tagen informiert eine 15köpfige Delegation aus dem finnischen Loimaa in Duisburg – es ist die jüngste Partnerschaft des KBWR mit Schulen in nunmehr sieben europäischen Ländern.

Eigeninitiative bei Partnersuche

„Die duale Ausbildung ist ein Erfolgsmodell“, sagt Alfred Schwemin, stellvertretender Schulleiter des Berufskollegs. Selbst aus China seien schon mehrere Delegationen zum Informationsbesuch in Hamborn gewesen, berichtet er.

Die internationale Ausrichtung hat die Schule vor zwei Jahren auch in ihrem Schulprogramm offiziell festgeschrieben. Angesichts der Herkunft der rund 2400 Schüler am KBWR war das eigentlich nur noch ein formaler Akt: Sie ist mit jungen Menschen aus insgesamt 31 Nationen längst Schulalltag. „Werte wie Respekt, Toleranz und Verständnis gegenüber den Mitmenschen, unabhängig von Nationalität, Geschlecht, Herkunft und Religionszugehörigkeit, müssen jungen Menschen vermittelt und vorgelebt werden“, betont Schulleiter Peter Krommweh.

Betriebspraktika im Ausland

Besondere Bedeutung hat für die Schüler die Möglichkeit, bei Besuchen der Partnerschulen auch Betriebspraktika im Ausland zu absolvieren. „Die Schüler reifen ausnahmslos durch die Auslandserfahrung“, schildert Christian Köppen, Lehrer und Sprecher des Walther-Rathenau-Berufskollegs. Auch mit Blick auf Kollegschüler, die anschließend ein Studium aufnehmen, sei diese Erfahrung sehr wichtig.

Bei der Partnersuche setzt die Schule auf Eigeninitiative. „Es funktioniert fast immer über die persönlichen Kontakte“, so Alfred Schwemin. Über die Stadtverwaltungen sucht das Christoph de Haan, beim KBWR Koordinator für die internationalen Kontakte, das Gespräch mit potenziellen Partnern. So kam auch der Kontakt zum finnischen Loimaa. Im Mai 2014 reiste eine Delegation aus Hamborn erstmals nach Finnland um die Partnerschaft zu besiegeln.

Der Verbund aus sechs Gemeinden, eine Autostunde von Helsinki entfernt, betreibt dort drei berufliche Schulen. Bislang findet die Berufsausbildung nicht gemeinsam mit Betrieben, sondern ausschließlich in Schulen statt. „Wir haben eine umfangreiche Infrastruktur aufgebaut, die immer schwieriger zu finanzieren ist“, erklärt Antii Virtanen, Geschäftsführer der Schulen, beim Empfang im Duisburger Rathaus. Deshalb sei man gerade dabei, die Lehrpläne umzugestalten. Virtanen: „Wir wollen die Rolle der Unternehmen in der Ausbildung stärken und von Duisburg lernen.“ In Finnland lernen drei Schüler des KBWR: Sie reisen in der nächsten Woche nach Finnland und absolvieren Praktika in Partnerbetrieben.