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„DU Gay“ sagt Auftritt der Bandbreite beim Christopher Street Day Duisburg ab

09.07.2012 | 15:27 Uhr
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„DU Gay“ sagt Auftritt der Bandbreite beim Christopher Street Day Duisburg ab
Am 28. Juli sollte die Band „Die Bandbreite“ beim Christopher Street Day in Duisburg auftreten. Der Veranstalter „Du Gay“ hat den Auftritt der Gruppe abgesagt. Kritiker werfen den Musikern Schwulenfeindlichkeit vor.

Duisburg.   „Die Bandbreite tritt beim diesjährigen CSD Duisburg nicht auf!“ Das hat der Verein „DU Gay“, der den Duisburger Christopher Street Day organisiert, via Facebook gemeldet. Kritiker hatten der Band Schwulenfeindlichkeit und Antisemitismus vorgeworfen.

„Die Bandbreite tritt beim diesjährigen CSD Duisburg nicht auf!“ Mit diesem Eintrag im sozialen Netzwerk Facebook hat der Verein „DU Gay“ am späten Freitagabend die Ausladung der umstrittenen Musikgruppe gemeldet. Um den geplanten Auftritt der Bandbreite als Hauptact des Duisburger Christopher Street Days am 28. Juli war in der schwul-lesbischen Community zuvor eine hitzige Diskussion entbrannt.

Denn Kritiker wie Frank Laubenburg, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft „Die Linke.queer NRW“, hatten der Combo von Sänger Marcel Wojnarowicz „Schwulenfeindlichkeit“ vorgeworfen . Dietmar Heyde, Geschäftsführer der Aidshilfe Duisburg/Kreis Wesel, und der Duisburger Infektiologe Dr. Ingulf Becker-Boost kritisierten zudem den aktuellen Song „AIDS“ der Musiker. Darin macht Wojnarowicz die US-Regierung für die Verbreitung des HI-Virus verantwortlich . Als Quelle gibt er das Buch „Die geplanten Seuchen“ von Wolfgang Eggert an. Der Arzt und Wissenschaftsjournalist Philipp Grätzel von Grätz stuft dieses pseudo-wissenschaftliche Werk als offen antisemitisch ein: „Eggert zumindest führt plastisch vor, wie der Schritt aussieht, den man gehen muss, um von einem diffus-linken Fortschrittsskeptizismus und Antiimperialismus zum Antisemitismus zu gelangen.“

Pressemeldung mit Erklärung soll folgen

In dem Lied, das eine Auftragsarbeit für den „Förderverein Neue Wege in der HIV-Therapie“ ist, fordert der Rapper mit der Vorliebe für Verschwörungstheorien ein Sofortprogramm zur Erforschung des Aspirin-Wirkstoffs ASS bei HIV-Infizierten. Dr. Ingulf Becker-Boost verurteilt dagegen bereits die „Suggestion, mit hochdosierter und ziemlich toxischer Acetylsalicylsäure könne HIV bekämpft werden“. Aspirin habe bei HIV „nachgewiesen gar keine Wirkung – außer Nebenwirkungen“.

Marcel Wojnarowicz sagte im Gespräch mit der WAZ-Mediengruppe am Montagmittag, der CSD-Veranstalter DU Gay habe ihn Ende voriger Woche informiert, ihm aber noch keinen Grund für die Ausladung genannt. Auf Nachfrage eines Facebook-Nutzers kündigte „CSD Duisburg“ lediglich eine „Pressemeldung nach dem CSD Köln“ an. Bei der Parade am Sonntag waren zahlreiche DU-Gay-Mitglieder engagiert und vertreten.

„Es ist gut, dass Schaden vom CSD Duisburg abgewendet wurde“

Sascha Roncevic, Vorstandsmitglied des Arbeitskreises Duisburger Lesben und Schwulen (AkDuLuS), begrüßt die Entscheidung der Veranstalter: „Es ist gut, dass Schaden vom CSD Duisburg abgewendet wurde.“ In diesem Fall sei die „Toleranz das höhere Gut, dass man dem Vorrang geben musste, auch wenn sich Die Bandbreite nun missverstanden und benachteiligt fühlen sollte.“ Die Bandbreite habe sich „nunmal entschieden – und das ebenfalls aus Prinzipientreue –, keine Musik mit Inhalten für Massenveranstaltungen zu machen. Dann dürfen sie sich auch nicht beschweren, wenn sie als Live-Act nicht massenkompatibel sind.“

Gleichwohl betonte Roncevic, der AkDuLuS hätte es auch akzeptiert, wenn DU Gay an dem Auftritt der Bandbreite festgehalten hätte.

Philipp Wahl

Kommentare
10.07.2012
16:11
„DU Gay“ sagt Auftritt der Bandbreite beim Christopher Street Day Duisburg ab
von Harry.Hirsch | #2

Was für ein Blödsinn. Wenn man doch schon vorgibt: Auch wenn sich Bandbreite mißverstanden fühlen..............
Sollte man doch schon mal annet denken kommen.

Find die ganze Diskuission ziemlich lächerlich. Musiker sind Künstler und lassen ganz bewusst in ihren Texten Raum für Interpretation. Davon lebt solche Musik. Das ist gewollt, ganz klar.
Aus meiner Sicht sind nicht die Bandbreite das "Problem", sondern Menschen, die auch noch zugeben, die Texte falsch interpretiert zu haben

Verstehe das überhauptnicht. CSD ist wie Karneval, und da wurde immer kritisiert. Ich persönlich finde es einfach nur Schade, das sich hier der CSD Duisburg einigelt, und andere Menschen und Künstler ausschließt, zumal genau diese Bewegung davon lebt, zu sagen:
Egal wer du bist, woher du kommst und was du bist, wir nehmen dich auf, wir lieben dich. Make Peace, not War.
Wäre das anders, hätte man Bandbreite doch garnicht angefragt. Und jetzt tut man so, als hätte man ne Nazigruppe gebucht.

Schade das.

09.07.2012
23:27
„DU Gay“ sagt Auftritt der Bandbreite beim Christopher Street Day Duisburg ab
von Hugo60 | #1

Was sind denn Verschwörungstherapien?????

1 Antwort
keine Ahnung.. vielleicht schickt man die zum Arzt...
von mightymouse | #1-1

Ich habe über eine Vorfall in Hessen gelesen. Mit Einsatz von Psychiatern versuchte man einen Kritiker, zufällig bei der Steuerfandung beschäftigt, los werden. Ein zu eifriger Steuerfahnder wurde aufgrund seiner Genauigkeit kurzum "psychiatriert". Vielleicht nennt man sowas eine Verschwörungstherapie? :o)

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