Drachenboote begeistern beim Duisburger Hafenfest

Nach dem Startschuss legen sich die Sportler mächtig ins Zeug.
Nach dem Startschuss legen sich die Sportler mächtig ins Zeug.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Knapp 100.000 Menschen pilgerten am Wochenende zur weltweit größten Drachenboot-Fun-Regatta nach Duisburg.

Duisburg.. Spaß, Sport und gute Laune im Duisburger Innenhafen: Knapp 100.000 Menschen pilgerten am Wochenende zur weltweit größten Drachenboot-Fun-Regatta. Etwa 170 Teams mit über 3200 Teilnehmern sausten unter großem Jubel mit ihren Booten über das Wasser und machten den Hafen zur Sportstätte. Besucher des 16. Hafenfests konnten sich auch über ein abwechslungsreiches und buntes Rahmenprogramm mit Musik, Spiel und Spaß freuen. Das Kinderfest begeisterte die Kleinsten, beim Marina-Markt gab es allerlei kulinarische Köstlichkeiten und das schon traditionelle Entenrennen spülte Geld für den guten Zweck in die Kassen.

Sportler kämpfen um Bestzeiten

Alle paar Minuten startete ein neues Rennen. Ermutigt von den Anfeuerungsrufen der Zuschauer am Ufer rammten die Sportler die Paddel in die Wellen und kämpften um die Bestzeiten in drei verschiedenen Kategorien. Nach Vorläufen wurden die Teams nach Leistungen eingeteilt.

Für die Allermeisten stand jedoch der Spaß im Vordergrund. Sowohl unter den Wettkämpfern als auch bei den Besuchern herrschte äußerst fröhliche und friedliche Stimmung. Die Teilnehmer kamen nicht nur aus Duisburg, sondern auch aus umliegenden Städten. „Die Drachenboot-Regatta ist bis weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt“, erklärt Werner von Häfen von der Wanheimer Kanugilde, die den sportlichen Teil des Hafen-Spektakels organisierte. „Die weiteste Anreise hatten Sportler aus Sachsen.“

Nicht nur viele der Sportler haben eine längere Anfahrt auf sich genommen. Viele der im Hafengebiet parkenden Autos bestätigten von Häfen: PKW mit Klever und Kölner Kennzeichen fanden sich ebenso wie welche aus Bochum.

Am meisten Zuschauer zog der Sonntag mit den zahlreichen Finalläufen an. Gemütliches Flanieren war teilweise gar nicht mehr möglich: Wer von A nach B wollte, musste sich durch die Menschenmassen zwängen. Viele sahen sich nicht nur die Rennen an, sondern schlenderten über den Marina-Mark und bestaunten das Kunsthandwerk. Auch im Kultur- und Stadthistorischen Museum herrschte reger Betrieb, ebenso wie im Explorado, wo kleine Gäste auf Entdeckungstour gingen. Alle Rennergebnisse stehen auf: www.kanugilde.de

Wettkampf auf dem Wasser, Party an Land

Der Startschuss ist gerade verhallt, da setzen die Trommeln ein. Gleichmäßig geben sie den Paddel-Rhythmus vor. Schon nach den ersten Metern verziehen die Sportler ihre Gesichter. Die Arme brennen. Der Blick geht immer wieder zu den Konkurrenten.

Vorbei sind die Gesänge vor dem Start, die flotten Sprüche. Jetzt zählt der Sieg. Und zwar für alle. Auch die Teilnehmer der Fun-Challenge bei der Drachenboot-Fun-Regatta im Innenhafen wollen jetzt alles geben: All jene mit Heino-Perücken und die in Froschkostümen beißen und schnaufen genauso wie die Hobby-Sportler mit den dicken Armen und breiten Rücken. Für die Minuten und Sekunden, in denen es um Sieg und Niederlage geht, ist Schluss mit lustig. Guck mal, wie die sich ins Zeug legen“, sagt Bernd Schoever, der sich das Spektakel mit seinem Enkel Niklas (8) ansieht. „Die sind alle gleich schnell“, bemerkt der Junge.

Im Ziel dann das große Schnaufen. Einige schöpfen mit den Händen Wasser in ihre Gesichter, andere legen den Kopf müde auf den Schultern des Vordermanns ab. Wer noch Kraft hat, winkt den Zuschauern. An Land gibt es keine Konkurrenten mehr. Alle feiern sich, das Rennen, das Fest. Man tauscht sich aus und analysiert.

Die Silent Dragons haben sich für das Finale der Fun-Challenge qualifiziert. Sie gehören zu den acht schnellsten Teams dieser Kategorie. Für viele der Team-Mitglieder zählt jedoch nicht nur der Sieg. „Wir haben im vergangenen Jahr den Preis für das schönste Outfit gewonnen“, erzählt Claudia Weimann. „Das wollen wir in diesem Jahr natürlich wiederholen.“ Ein Hingucker sind die Paddler, von denen die meisten sich durch die Arbeit kennen, auf jeden Fall. Schwarze T-Shirts, weiße Westen und blonde Perücken: Als Heino-Doppelgänger ziehen sie die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich.

Brigitte Boch (69) ist nach dem Hafenfest 2014 bereits zum zweiten Mal als Zuschauerin dabei. „Ich werde auch im nächsten Jahr wieder kommen und zugucken. Das ist einfach ein rund um gelungenes Fest“, befindet die Oberhausenerin. Wie viele andere jubelt sie den Teilnehmern zu, genießt aber auch das bunte Programm im Innenhafen. Aus dem Kultur- und Stadthistorischen Museum kommt gerade Elisabeth Klein. Die 30-Jährige ist mit ihrem Freund Sebastian Helmus aus Mülheim gekommen. „Es gibt hier unglaublich viel zu entdecken. Es ist für jeden etwas dabei", finden die beiden.