Dr. Claudia Sassen ist an der Uni Duisburg die Frau für Flachwitze

Humor, sagt Dr. Claudia Sassen, ist eine durchaus schwierige Kommunikationsform
Humor, sagt Dr. Claudia Sassen, ist eine durchaus schwierige Kommunikationsform
Was wir bereits wissen
Als Sprachwissenschaftlerin an der Uni Duisburg-Essen seziert die Duisburgerin Witze. Als „Kalaudia“ kalauert sie selbst und zeichnet Cartoons.

Duisburg.. „Ich bin die Frau für Flachwitze“, stellt sich Dr. Claudia Sassen vor, und lacht. Die Dozentin, die sich für ihre Doktorarbeit mit den häufigsten letzten drei Worten von Flugzeug-Passagieren auseinandergesetzt hat, seziert das lustige gesprochene Wort – und denkt sich als Cartoonistin gleichzeitig selbst witzige Szenen und Kalauer aus. An der Haustür ist denn auch ein Schild mit dem Namen „Kalaudia“ befestigt. Dieser Künstlername lag auf der Hand.

Derzeit gibt die Wissenschaftlerin ein Seminar an der Uni Duisburg-Essen mit dem Titel „Machen Sie sich mal wegen Ihrer Enthauptung keinen Kopf.“ Sie mag das Paradoxe an der Sprache, spürt Ungereimtheiten auf, und verarbeitet sie in Szenen. In ihrem Kalauer-Kalender, den sie herausgibt, beschreibt sie etwa ein „Großes Einzelgängertreffen“ – und auf dem Platz hockt eine einzelne Figur.

Die denkt: „Hoffentlich kommt keiner.“ Oder es unterhalten sich ein Hase und ein Tausendfüßler: „Stepptanz, das ist mein zweites Standbein.“ Manchmal provoziert Claudia Sassen damit müde „Hahas“. Dabei sei Humor eine durchaus schwierige Kommunikationsform, weil sie beim Gegenüber schon einiges Wissen oder ein ähnliches Verständnis voraussetzt. In den Seminaren zerpflückt sie allerdings nicht jede Pointe, „manchmal müssen die Dinge auch für sich wirken“.

Zeichnungen in Web-Portalen oder Mitarbeiterzeitungen

In einer Kladde notiert sich die Wissenschaftlerin spontane Eingebungen. Dort sind auch neue Abenteuer ihrer Lieblingsfigur „Friedel, der Schniedel“ gezeichnet. Später koloriert sie die Geschichten nach. Es gibt aber auch Fans, die die gezeichnete, schraffierte Form, bevorzugen. Die Duisburgerin, die in dieser Stadt gelandet ist, weil sie sie so spannend findet, hat sogar mal einen Cartoon-Preis gewonnen. Veröffentlicht werden ihre Zeichnungen in Web-Portalen oder Mitarbeiterzeitungen, damit die Angestellten zwischen den Infos auch mal etwas zu lächeln haben.

Zu Karneval hat die gebürtige Gütersloherin übrigens keinen großen Bezug. „Ich habe mir immer mal überlegt, auf eine Sitzung zu gehen. Aber die sind ja fast immer ausverkauft.“ Sie fände es interessant, diesen speziellen Humor einmal live zu erleben. „Karneval ist ja etwas Ritualisiertes, fast schon Mechanisches.“