Doppelpass: Rund 600 Duisburger im Jahr betroffen

Wichtige Änderung im deutschen Staatsangehörigkeitsrecht: In Deutschland geborene und aufgewachsene Kinder ausländischer Eltern können zukünftig mehrere Staatsbürgerschaften behalten. Dadurch entfällt die sogenannte Optionspflicht für über 90 Prozent des bisher davon betroffenen Personenkreises. NRW-Innenminister Ralf Jäger begrüßte diese neue Regelung als einen wichtigen Schritt zu mehr Vielfalt. Zahlreiche junge Menschen in NRW müssen sich als Erwachsene nicht mehr für einen ihrer Pässe entscheiden.

Jäger: „Jetzt signalisieren wir ihnen, dass sie zu uns und hierher gehören, ohne zwangsweise auf eine Staatsbürgerschaft verzichten zu müssen“, so der Minister.

Stadt sieht Quote bei 95 %

Die neue Regelung betrifft alle in Deutschland geborenen Kinder ausländischer Eltern, die neben der Staatsangehörigkeit ihrer Eltern automatisch auch einen deutschen Pass erhalten, weil zum Zeitpunkt der Geburt mindestens ein Elternteil seit mindestens acht Jahren in Deutschland lebt und ein unbefristetes Aufenthaltsrecht besitzt.

In Duisburg sind nach Auskunft eines Sprechers der Stadt pro Jahr etwa 500 bis 600 Personen von dieser Pflicht „Entweder-Oder“ betroffen. Mehr als 95 Prozent, so die Einschätzung des Sprechers, würden von der neuen Regelung Gebrauch machen. Die neue Regelung finde aber keine Anwendung in Fällen von Einbürgerungen.