Doppel-Taufe für Tanker
24.07.2008 | 17:45 Uhr 2008-07-24T17:45:31+0200Reederei Jaegers will gesamte Flotte zügig auf Doppelhüllenschiffe umrüsten. Neubau-Programm geht weiter."Eiltank 6" und "Eiltank 26" sind kompakt genug für die Fahrt auf den Kanälen
SCHIFFFAHRT UND HAFEN Was Schiffsneubau angeht, heißt's bei der Reederei Jaegers weiter "Volle Kraft voraus". Zwei Schiffe wurden gestern getauft, weitere Taufen stehen bevor.
"Eiltank 6" und "Eiltank 26"; Seite an Seite vertäut im Ruhrorter Hafenmund, erhielten gestern den Segen, um für die nächsten 30 oder mehr Jahre auf Flüssen und vor allem auch auf Kanälen jeweils bis zu 1677 Tonnen Chemikalien zu transportieren - von Basel in der Schweiz bis zur Nordseeküste in den Niederlanden.
Der Schiffskörper sei auf der Triton-Werft gebaut worden, den Ausbau habe die Neue Ruhrorter Schiffswerft erledigt, beschrieb Schiffsführer Wieslaw Marcinkowsky die Duisburger Team-Arbeit beim Bau der "Eiltank 26".
86 Meter lang, 9,60 Meter breit ist der vier Mio Euro teure Neubau mit seinen vier Tanks und einer Doppelhülle, die für zusätzliche Sicherheit beim Transport von bis zu 1677 Tonnen Chemikalien sorgt. Nach 2018 will Reeder Dr. Gunther Jaegers keine Einhüllenschiffe mehr in seiner Flotte dulden: "Die wollen wir alle ersetzen", sagte er gestern. Zugleich forderte er von der Bundesregierung ein Garantieprogramm, um selbstständigen Schiffseignern, den Partikulieren, die Investition in neue Schiffe überhaupt zu ermöglichen.
Die Jaegers-Flotte umfasst 190 Schiffe, wovon sich etwa ein Drittel im Besitz von Partikulieren befindet. Marcinkowsky ist einer davon. Ein Schiff gehört ihm, den Neubau hat er zusätzlich von der Homberger Reederei gemietet.
Im Steuerhaus von "Eiltank 26", das sich übrigens hydraulisch absenken lässt fürs Unterfahren niedriger Kanalbrücken, ist das große Steuerrad längst einem kleinen Hebel gewichen, dem die Bordelektronik ebenso gehorcht wie der 1100-PS-Diesel im Schiffsbauch.
Von dem aber in der benachbarten Wohnung für zwei Schiffsführer und zwei Matrosen nichts zu hören und nichts zu spüren ist. "Es ist gut und auch genug Platz", lobt Marcinkowsky sein schwimmendes Heim. Und seine Mannschaft: "Männer können putzen und wunderbar kochen", ist seine Erfahrung auf dem Wasser. Seine Frau war auch schon an Bord, ebenso Freunde und Verwandte - um die Fahrt flussauf durchs Rheintal zu genießen. 18 Stunden täglich ist so ein Tanker in der Regel unterwegs, nur nachts wird angelegt.

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