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DLRG sucht in Duisburger Baggerseen nach gefährlichen Bauschuttresten

12.07.2012 | 10:00 Uhr
DLRG sucht in Duisburger Baggerseen nach gefährlichen Bauschuttresten
Vor dem Tauchgang erhält Rolf Zieschang, der Bezirksbeauftragte Tauchen im DLRG-Bezirk Duisburg, noch Hilfe beim Anlegen des Tauchgerätes von Carsten Tonscheidt (r.).Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Nach der Entdeckung von gefährlichen Bauschuttresten im Uferbereich von drei Baggerseen in Duisburg, durchsuchten Taucher der DLRG nun den Uettelsheimer- und den Toeppersee sowie die Tegge. Die mit Eisenstangen bestückten Betonbrocken sind oft nur schwer zu erkennen und daher besonders gefährlich.

Die Entdeckung von gefährlichen Bauschuttresten im Uferbereich von drei Baggerseen hat nicht nur im Duisburger Westen hohe Wellen geschlagen. Gerade jetzt in der Sommersaison, wenn zahlreiche Schwimmer trotz eines geltenden Badeverbots dort in die Fluten springen, stellen die mit Eisenstangen bestückten Betonbrocken eine Gefahr für Leib und Leben dar.

Vor allem, wenn sie unterhalb der Wasserlinie liegen und kaum zu erkennen sind. Taucher des DLRG -Bezirks Duisburg durchsuchen in Absprache mit den Wirtschaftsbetrieben, die für die Gewässerüberwachung zuständig sind, die Tegge und den Toeppersee in Rumeln-Kaldenhausen sowie den Uettelsheimer See in Homberg. Die WAZ schaute beim Wassergang zu.

Neoprenanzug und Tauchmaske

Rolf Zieschang zwängt sich in seinen Neoprenanzug. Tauchmaske und Flossen liegen im weißen Transporter der DLRG schon griffbereit. Genau wie das Tauchgerät samt Lungenautomat, das unter Wasser für seine Versorgung mit komprimierter Atemluft verantwortlich ist.

Zieschang, ein 54-Jähriger aus dem Stadtteil Bergheim, begibt sich seit 1976 regelmäßig in die Tiefe. Heute ist er Bezirksbeauftragter fürs Tauchen bei der hiesigen DLRG. Und mit Carsten Tonscheidt (42), der derzeit eine Ausbildung zum Einsatztaucher absolviert, bildet Zieschang an diesem Abend das Team, das sich in der Tegge auf die Suche nach weiteren Gefahrenstellen begibt.

Der ebenfalls in Neopren gekleidete Tonscheidt steht am Ufer und hält über eine knallgelbe Leine, die er mit beiden Händen hinterrücks festhält, per Zugzeichen Kontakt zum bereits abgetauchten Zieschang. Der wird schon nach wenigen Minuten seines insgesamt einstündigen Tauchgangs fündig.

"Anfang nächster Woche weitersuchen"

In der Nähe eines Mastes, der als Umlenkstelle der dort beheimateten Wasserskianlage dient, stößt er auf Betonstücke, aus denen Drahtseile und Moniereisen herausragen. Funde, die auch im direkt angrenzenden Toeppersee sowie im Uettelsheimer See gemacht wurden.

„Es war aber nicht so viel wie befürchtet. Wir werden aber Anfang nächster Woche weitersuchen“, sagt der Tauch-Experte. Dann soll der Seebereich in der Nähe der Bergheimer Straße folgen – dort, wo einst die Verfüllungsanlage für die Kiesarbeiten stand.

„Auch das nördliche Ufer der Tegge mit der Hundefreilaufzone nehmen wir uns noch mal vor“, sagt Zieschang. Eben dort hatte sich ein Hund beim Sprung ins Wasser an einem Moniereisen verletzt und die jetzige Suche nach gefährlichen Bauschuttresten quasi ausgelöst.

Verblüffende Zahlen

„Wir wollen der Bevölkerung mit diesen Maßnahmen auch signalisieren, dass wir etwas tun“, stellt Wolfgang Graf-Schreiber klar. Er ist Arbeitsgruppenleiter für die Bereiche Hochwasserschutz/Gewässer bei den Wirtschaftsbetrieben. Und nennt verblüffende Zahlen.

„In Duisburg gibt es 38 Seen, bei 22 sind wir für die Unterhaltung zuständig. Und allein im linksrheinischen Teil der Stadt umfasst die Gesamt-Seenfläche rund 1,8 Millionen Quadratmeter.“ Erst seit 2011 haben die Wirtschaftsbetriebe die Zuständigkeit für die Gewässerüberwachung vom städtischen Amt für Umwelt und Grün übernommen. Die Kooperation mit der DLRG und anliegenden Tauchklubs klappe dennoch erfreulich unkompliziert, so Graf-Schreiber.

Er will anhand der Funde nun Karten für alle betroffenen Baggerseen erstellen lassen, in denen alle aufgespürten Gefahrenpunkte verzeichnet sind. „Das muss jetzt schnell gehen. In zwei bis drei Wochen sollen Ergebnisse vorliegen“, sagt Graf-Schreiber. Und die Untersuchung weiterer Gewässer – wie die Sechs-Seen-Platte – folgt bald.

Thomas Richter



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