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Roma-Integration

Diskussion ums Roma-Haus – „Dann müssen wir eben wegziehen"

19.11.2012 | 06:00 Uhr
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Diskussion ums Roma-Haus – „Dann müssen wir eben wegziehen"
Das Podium (v.l.) bei der Diskussion über das von Rumänen und Bulgaren bewohnte "Problemhaus" in Duisburg-Rheinhausen: Europapolitiker Jens Geier, Landtagsabgeordneter Rainer Bischoff, Bundestagsabgeordnete Bärbel Bas und der stellvertretende Integrationsbeauftragte Marijo Terzic.Foto: Lars Fröhlich

Duisburg-Rheinhausen.   Die Nachbarn des überwiegend von Rumänen und Bulgaren bewohnten „Problemhauses“ haben laut eigener Aussage Angst vor den Roma in ihrer Nachbarschaft. Bei einer Podiumsdiskussion bemühten sich Politiker, ihre Ängste ernst zu nehmen. Die Genossen vom Podium forderten einen nationalen Integrationsplan von der Bundesregierung.

Es war kurz nach 21.30 Uhr, 90 Minuten nach Beginn der Podiumsdiskussion, als sich zwei doch reichlich frustrierte Gäste auf den Heimweg machten. „Eigentlich hatten wir ja ohnehin nicht mit Lösungen gerechnet, dieses Blabla hilft uns aber überhaupt nicht weiter“, sagte das Duo. Bevor es sich in die dunkle Nacht verabschiedete, noch eines: „Dann müssen wir eben doch wegziehen, obwohl wir das nicht wollen.“ Die von der SPD organisierte und der NRZ moderierte Podiumsdiskussion um den Zuzug von Rumänen und Bulgaren hat sehr unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Die Frage am Ende des Tages bleibt unbeantwortet: Haben die beiden frustrierten Bergheimer recht, keine Lösungen, nur Blabla?

Landtagspolitiker Rainer Bischoff, Bundestagspolitikerin Bärbel Bas, Europapolitiker Jens Geier und Stadtvertreter Marijo Terzic (stellvertretender Integrationsbeauftragter) hatten sich mehr als zwei Stunden offenbar eher erfolgreich als erfolglos darum bemüht, Polemik und politisches Getöse von der Veranstaltung fern zu halten. Dafür ist dieses Thema auch viel zu Ernst, die Menschen, die rund um das „Problemhaus“ wohnen, haben laut eigener Aussage Angst vor den Roma in ihrer Nachbarschaft. Einige Bergheimer verstärken den Einbruchsschutz ihrer Häuser und beschweren sich immer wieder über Lärm, Müll und Betrügereien der Einwanderer .

135 Roma gemeldet, 235 kontrolliert - Gelächter ob der Meldezahlen

Es gebe einen großen Konflikt, da seien sich alle einig, allerdings könne man diesen nur über Integration lösen. Erwachsene aus dem Haus müssten Deutsch lernen, die Kinder die Schule besuchen. Das seien Defizite, die behoben werden müssten., auch durch die Stadt. Zwar habe man seit 2007 mehr als 1200 Roma-Kinder beschult, doch gehe beileibe nicht jedes Kind des „Problemhauses“ zur Schule .

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Nahezu 6000 Roma seinen aktuell in der Stadt gemeldet, 135 davon im Haus In den Peschen“, zitierte Terzic offizielle Zahlen. Die Polizei hatte bei einer Razzia in der vergangenen Woche 256 Roma im Haus kontrolliert. Die offiziellen Zahlen sorgten für Gelächter im Publikum.

Was ist zu tun, um den Konflikt zu entschärfen? Die Genossen vom Podium forderten einen nationalen Integrationsplan, aufgestellt von der Bundesregierung. Die habe das Problem aber nicht erkannt, „dann müssten sie nämlich einsehen, dass so etwas Geld kostet“, so die kollektive Schelte im Saal.

Kirchliches Projekt in Berlin-Neukölln als Vorbild?

Pläne und Gegnerschelte hin oder her, eine kleine Lösung könnte es hier womöglich auch tun. Eher beiläufig sprach Bärbel Bas von einem Projekt, das sie sich in Berlin angeschaut hatte. „In Neukölln hat die Kirche ein solches Haus gekauft und dieses mit Hilfe der Bewohner komplett renoviert und modernisiert. Dort herrscht jetzt Ruhe.“

Ob so etwas möglich oder zu naiv gedacht ist, konnte der Podiumsabend nicht klären. Immerhin geht er über das im Publikum kritisch angemerkte Blabla hinaus...

Daniel Cnotka

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