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Diese Patenschaft kann man kaum ablehnen

22.04.2010 | 19:38 Uhr
Diese Patenschaft kann man kaum ablehnen

„Das richtige Buch im Haus erspart den Zimmermann“, outet sich Kai Magnus Sting als echte Leseratte . Der Duisburger Kabarettist ist einer von vier Buchpaten, die plakativ dafür werben, der Stadtbibliothek Bücher zu schenken.

„Das richtige Buch im Haus erspart den Zimmermann“, outet sich Kai Magnus Sting als echte Leseratte und macht erstmal den praktischen Seiten eine Liebeserklärung: Bei entsprechendem Umfang auf dem Kopf platziert, halten Bücher trocken. Und außerdem „kann man Bücher werfen, unter Tische legen, basteln bemalen – und sogar lesen.“

Der Duisburger Kabarettist ist einer von vier Buchpaten, die plakativ dafür werben, der Stadtbibliothek Bücher zu schenken: „Der bedruckten Seite schenke ich gerne mein Gesicht als Werbefläche“, so Sting gestern zum Start der Kampagne „Ich bin Buchpate. Werden Sie es auch“. Die Bürgerstiftung Bibliothek sieht sich „in wirtschaftlich schwierigen Zeiten und einer ganz besonderen Funktion“, so Dr. Martin Fasselt, der wie Dr. Doris König aus dem Stiftungskuratorium ebenfalls auf Plakaten für die Aktion werben. Vierte im Bunde ist Asli Sevindim.

Dass die Stadt und mit ihr die Bibliothek in einer schwierigen Finanzlage stecken, ist unbestreitbar. Noch hat Bibliothekschef Dr. Jan-Pieter Barbian keinen Cent für Anschaffungen im Jahr 2010; 2009 standen 500 000 Euro zur Verfügung, in besseren Zeiten waren es 900 000 Euro.

Auf der Suche nach einem Weg, die Förderung auf eine breitere Basis zu stellen, habe die Bibliotheksstiftung in die USA geschaut, so Doris König. Und ist dabei auf die Buchpaten-Idee gestoßen, die es auch Menschen mit Durchschnittseinkommen ermöglicht mitzumachen. 15 Buchhandlungen konnten machen mit. In diesen Buchhandlungen liegen Listen mit Buchtiteln aus, die sich die Stadtbibliothek für en Bestand wünscht: Belletristik, Sachbücher, Kinder- und Jugendbücher oder Schülerhilfen, die zwischen 8 und 30 Euro kosten. Aus dieser Liste wählen Buchpaten aus und kaufen den Titel; die jeweiligen Buchhandlungen liefern die Bücher einmal wöchentlich an die Büchereien aus – auch in den Stadtteilen. Für den Anfang stehen 120 Titel auf der Liste, die ständig ergänzt wird.

Die Buchpaten können in einem Fragebogen ankreuzen, ob sie eine Spendenquittung wünschen (ab 50 Euro), ob sie möchten, dass ihr Name im Buch erwähnt wird und ob sie das Buch als Erster ausleihen möchten.

Anne Horstmeier

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Kommentare
23.04.2010
13:20
Diese Patenschaft kann man kaum ablehnen
von Rodina | #2

Schade ist nicht ganz das richtige Wort. Ein Oberbürgermeister, dem eine Tanzveranstaltung wichtiger ist als die Bildung seiner Bürger, der gehört abgewählt.
Erinnert sich noch irgendjemand an die Kosten des Dienstwagens und des Luxusbüros des Adolfspezis Hörsgen? Allein damit wäre die Bücherbeschaffung auf Jahre gesichert!
Aber was soll es, da Adolf unser Steuergeld gerne anderweitig platziert müssen wir alle ein wenig mehr für Bildung spenden!

23.04.2010
12:29
Diese Patenschaft kann man kaum ablehnen
von fritzken | #1

Traurig dass es so ist. Schade, dass kein Sponsor der Stadtbibliothek mal so richtig unter die Arme greift. Anscheinend versprechen Sponsoren sich z. B. von dem Ein-Tages-Event Loveparade mehr als von einer solch nachhaltigen und, wie ich finde, wichtigeren Investition.

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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