Dierkes schreibt offenen Brief nach Flugblatt-Skandal der Linken in Duisburg
06.05.2011 | 13:12 Uhr 2011-05-06T13:12:00+0200
Duisburg. Nach dem Skandal um das antisemitische Flugblatt auf der Website der Linkspartei hat der Vorsitzende der Ratsfraktion in Duisburg, Hermann Dierkes, jetzt einen offenen Brief geschrieben. Dierkes weist darin die Anschuldigungen als haltlos zurück.
Hermann Dierkes, Vorsitzender der Ratsfraktion Die Linken in Duisburg,hat einen sechsseitigen offenen Brief verfasst. Anlass: das auf die Linken-Website hochgeladene, antisemitische Flugblatt - und die Reaktionen anderer Parteien darauf.
Hermann Dierkes schreibt: „Der Duisburger Kreisverband der Linken und meine Person sind erneut mit einer Kampagne konfrontiert, die unseren angeblichen Antisemitismus beweisen soll. Wir weisen diese Anschuldigungen als haltlos zurück und fordern die Verantwortlichen in Politik und Medienlandschaft auf, sie zu unterlassen.“ Es müsse Grenzen in der politischen und medialen Auseinandersetzung geben. Sie begännen da, wo sachliche Information, faire Berichterstattung, Meinungsvielfalt und berechtigte Kritik in systematische Stigmatisierung, Verleumdung und Rufschädigung übergingen oder von einigen sogar bewusst betrieben würden.
Flugblatt kursiert seit 2006 im Internet
Der Kreisvorstand, so Dierkes habe sich konsequent an die Aufklärung gemacht und herausgefunden: Das antisemitische Machwerk stamme aus dem Jahr 2006. Es kursiere seitdem im Internet und stamme von einem gewissen „Radio Islam“, dessen Herausgeber Ahmed Rami ein mehrfach verurteilter Holocaustleugner ist und dessen Internetseite längst abgeschaltet sei. Das Pamphlet wurde dann am 31. Januar 2011 um kurz nach 20 Uhr in der Region Essen-Gelsenkirchen illegal auf die Internseite des linken Jugendverbands solid gestellt , versteckt unter „Materialien“.
Dierkes: „Von einer bewusst platzierten Veröffentlichung als Bestandteil einer angeblichen Anti-Israel-Politik bzw. antisemitischen Politik der Duisburger Linken konnte und kann überhaupt keine Rede sein.“ Wer dies behaupte, sei auf Skandalisierung aus und nehme bewusst die Verleumdung der Linken in Kauf oder wolle sie gar.

12:45
Jetzt rächt sich, dass die Linke in Duisburg zu lange mit hetzerischen Parolen am rechten Rand gefischt hat!
10:23
Ach. Mit einem Mal ist Dierkes kein Antisemit mehr? Er hat doch mit seinen antijüdischen Äußerungen die Geister gerufen, die man jetzt, wo der publizistische Schaden da ist, nicht mehr los wird!
11:09
Gab es nicht einmal einen Herrn Sauerland der auch von nix wusste. Für wie blöd hält Herr Dierkes die Menschen in Duisburg! Hier ticken die Uhren auf einmal ganz anders und hier drücken sich dieses Mal die LINKEN vor der Verantwortung!
10:12
Was haben wir nur für Politiker ? Da werden in allen Parteien Allianzen geschmiedet mit obskuren Verbänden, auch mit Personen die nicht mit dem Grundgesetz konform gehen. Wieviele Stimmberechtigte werden bei der nächsten Wahl zu Hause bleiben um dieses unsägliche Verhalten abzustrafen ? Es fehlt frischer Wind. Es fehlen insbesondere Volksabstimmungen bei wichtigen Themen und Regressforderungen bei Verschwendung von Steuergeldern.
18:38
@15
Das Flugblatt wurde nicht in seiner Gänze veröffentlicht, sondern als Ausschnitt zugänglich macht, dass einzelne Mittel verdeutlichte, ohne komplexe Argumentationslinien zu transportieren.
Das ist keine Verbreitung!
Geht man nach Ihnen, dürfte ein Staatsanwalt nicht einmal in seiner Anklageschrift gegen einen Holocaust-Leugner diesen zitieren.
Um die Worte und Symbole eines anderen kritisch einzuordnen, muss es möglich sein, Auszüge daraus zu verwenden!
11:28
Dierkes: „Von einer bewusst platzierten Veröffentlichung als Bestandteil einer angeblichen Anti-Israel-Politik bzw. antisemitischen Politik der Duisburger Linken konnte und kann überhaupt keine Rede sein.“
Das Flugblatt war auf der Homepage zu sehen und zwar auf der Startseite. Ich kenne mich nun nicht mit den Praktiken bei der Homepage der Linkspartei Duisburg aus aber wenn ich etwas veröffentliche auf der Startseite dann behaupte ich mal, dass es nicht versteckt ist sondern sehr bewusst platziert.
Es ist lächerlich wie hier versucht wird abzulenken. Erst war es Solid und dann ein Hacker der seine IP Adresse hinterlässt.
Es ist ja nicht das erste mal, dass die Linkspartei mit Antisemitischen Aktionen auf sich aufmerksam macht. Auch nicht außerhalb von Duisburg...
00:48
#11 von 1980yann
Hiermit wird kein Auftrag an die Medien formuliert, etwas unter den Teppich zu kehren. Die Ruhrbarone haben doch Strafanzeige eingereicht und das Flugblatt als Begründung angegeben. Wenn dennoch dieses Flugblatt veröffentlicht wird, dann müssen sich die Ruhrbarone den Vorwurf gefallen lassen, verfassungsfeindliche Flugblätter zu veröffentlichen.
23:09
Wer die Situation in Nahost kommentieren oder kritisieren will, sollte sich sachkundig machen.
Am Ende wird man feststellen, dass beide Seiten nicht unschuldig sind. Deswegen ist der offene Brief von Herrn Dierkes leider wieder mal ein Zeugnis seiner Einseitigkeit.
Hätte mit gewünscht, dass er geschwiegen hätte.
17:00
Dierkes sollte die Verantwortung tragen und zurücktreten.
Oder kennt man das Wort Verantwortung in Duisburg nicht ?
16:49
Dass die LINKE die legitime Nachfolgepartei der SED ist, wird ja wohl kaum zu bezweifeln sein. Daher ist, für alle, die lesen können und wollen, wichtig, einige Blicke auf den Antisemitismus unter den Stalinisten und in der SED zu werfen:
http://www.stiftung-sozialgeschichte.de/index.php?ion=17&zeigebeitrag=61
http://www.welt.de/kultur/article1060155/Stasi_schaendete_die_Leichen_von_KZ_Opfern.html
http://www.compass-infodienst.de/Konrad_Weiss__Antisemitismus_und_Israelfeindschaft_in_der_DDR.1452.0.html
http://www.stiftung-aufarbeitung.de/service_wegweiser/wanderausstellungen/extern/antisemitismus.php