Diener zweier Herren

Die Unabhängigkeit der Patientenberatung, „insbesondere von den Interessen der Leistungserbringer und Kostenträger“, muss erkennbar sein. So heißt es in der Ausschreibung für den Neun-Millionen-Auftrag. Weil dieses Geld von den Krankenkassen zur Verfügung gestellt wird, liegt die Vermutung eines Interessenkonfliktes nahe, sollte dieser Auftrag an die Sanvartis GmbH gehen. Marketing für Kassen und Pharma-Firmen zu machen und gleichzeitig die Beschwerden über ihre Arbeit zu bearbeiten, um „frühzeitig Hinweise auf Problemlagen aus Sicht der Betroffenen zu identifizieren“, wie die Ausschreibung fordert – dieser Spagat ist schwer vermittelbar. Kaum vorstellbar, dass nach dem breiten Widerstand vor der Entscheidung Sanvartis noch den Zuschlag bekommen wird. Dass der Call-Center-Betreiber keine persönliche Beratung anbieten würde, wie der VdK argumentiert, ist dabei ein schwaches Argument. Schon heute finden schließlich 80 Prozent der Kontakte über das Telefon statt.

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