Diebstahl kostet Duisburger Handel 23 Millionen Euro im Jahr

Ladendiebstahl bleibt trotz Sicherheitsmaßnahmen ein sehr häufiges Delikt.
Ladendiebstahl bleibt trotz Sicherheitsmaßnahmen ein sehr häufiges Delikt.
Foto: Jan-Philipp Strobel
Was wir bereits wissen
Es wird in Duisburgs Geschäften weit mehr geklaut als man denken mag - und das kommt den Einzelhandel teuer zu stehen. Mit 17 Millionen Euro Warenwert zuzüglich Kosten für Sicherheitsmaßnahmen beziffert eine aktuelle Studie den jährlichen Schaden in der Stadt. Die Dunkelziffer ist dabei sehr hoch.

Duisburg.. 23 Millionen Euro Schaden pro Jahr: Der Ladendiebstahl im Duisburger Einzelhandel befindet sich in Duisburg auf anhaltend hohem Niveau. Und er kommt uns alle teuer zu stehen. Eine am Dienstag veröffentlichte, aktuelle Studie des Handelsforschungsinstitutes EHI, die bundesweit von 3,9 Milliarden Euro an „Inventurdifferenz“ in den Läden spricht, lässt sich nach Worten von Wilhelm Bommann, dem hiesigen Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Niederrhein, leider auch auf Duisburger Verhältnisse anwenden:

Demnach beträgt der jährliche Schaden in den Läden rund 17 Millionen Euro, hinzu müsse man dann aber auch die notwendigen Abwehrmaßnahmen wie Warensicherung, Türsteher, Video-Überwachung und Mitarbeiterschulungen von jährlich sechs Millionen Euro rechnen. Bommann: „Wir kommen auf 23 Millionen Euro, die uns Jahr für Jahr verloren gehen.“

Ladendiebstahl "ist klassenlos"

Das Ziel der Täter: „Alles, was klein und teuer ist“, sagt Bommann. Das ist kostbares Parfüm, Bücher, DVDs, Mini-Elektronik, aber auch hochwertige Lebensmittel - und natürlich Marken-Kleidung im ganz großen Stil.

Wer sind die Täter? Zwei Drittel der Schadenssumme, so Bommann, geht auf Diebstähle von außen zurück: Organisierte Banden, die zuweilen im Dutzend und überfallartig über Ladenlokale und Ausstellflächen herfallen, aber auch dezente Normalos, die im großen Stil feine Waren unter die Jacke schieben, Junkies, Jugendliche, Junge, Alte, Frauen und Männer. Ladendiebstahl, so Bommann, „ist klassenlos.“

Ein Drittel der so genannten Inventurdifferenz , so der Hauptgeschäftsführer, gehen aber auf das Konto der eigenen Mitarbeiter und Lieferanten: Ware, die scheinbar geliefert wurde, die aber das Lager nie erreicht hat. Oder Ware, die plötzlich aus dem Bestand verschwunden ist, ohne dass Kundschaft in der Nähe war. Manche Inventurdifferenz erklärt sich - in kleinerem Ausmaß aber - auch durch falsche Preisauszeichnung der Ware.

Die Dunkelziffer liegt bei 95 Prozent

Die Polizei zählt in ihrem jüngsten Kriminalitätsreport Duisburg 3209 Fälle von Ladendiebstahl. Die Dunkelziffer ist aber nach Einschätzung des Handels 95 Prozent, dass heißt gut 3000 weitere Diebstähle muss man dazurechnen, wenn man am Ende auf 17 Mio. Euro Schadenssumme kommen will.

Was tun, wenn man einen Täter erwischt hat? „Auf jeden Fall zur Anzeige bringen“, sagt der Verbandsgeschäftsführer, „damit aus einem Ersttäter am Ende nicht ein Zweit- und Dauertäter wird.“ Stichwort: Abschreckung: Der Täter habe so eine Chance zur Rückkehr ins normale Leben und der Handel hat einen Dieb weniger. Vielleicht!