Dieb wird von Richterin trotz Geständnisses nicht bestraft

Schriftzug der neuen Städtischen Gesamtschule Hamminkeln.
Schriftzug der neuen Städtischen Gesamtschule Hamminkeln.
Foto: Volker Herold/Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Den versuchten Diebstahl eines Werkzeugkoffers hat ein 36-Jähriger vorm Amtsgericht Duisburg zugegeben. Verurteilt worden ist er deshalb aber nicht.

Duisburg.. Gelegenheit macht Diebe, sagt eine alte Volksweisheit. Ziemlich dreist war allerdings das, was ein 36-jähriger Mann aus Neuenkamp am 8. April 2014 auf einer Baustelle in der City veranstaltete: Am hellen Tag wollte er den Handwerkern einen Werkzeugkoffer vom Gerüst klauen. Doch er hatte die Rechnung ohne aufmerksame Passanten gemacht. Am Freitag stand er vor dem Amtsgericht Duisburg am König-Heinrich-Platz.

Die Anklage warf ihm versuchten Diebstahl vor. Der bereits mehrfach unter anderem wegen Drogendelikten vorbestrafte Mann habe die Baustelle an der Königstraße 6 eine Weile beobachtet, bevor er in das umzäunte Baustellengelände trat und nach dem 500 Euro teuren Werkzeugkoffer griff, dessen Fehlen ein Handwerker vermutlich sehr bedauert hätte.

Aufmerksame Zeugen beobachten den Diebstahl

Allerdings war der Täter von aufmerksamen Zeugen beobachtet worden, die es nicht beim Zugucken beließen. Sie hinderten den 36-Jährigen daran, mit seiner Beute zu entkommen. Und die Passanten, darunter eine couragierte Rentnerin, hielten den Mann so lange am Tatort fest, bis die herbeigerufene Polizei eintraf.

„Ich gebe das so zu“, kommentierte der Angeklagte ebenso kurz wie trocken den Vorwurf. Er sei am Tattag mehrfach an der Baustelle vorbeigekommen und habe den auf dem Gerüst stehenden Werkzeugkoffer gesehen. „Arbeiter habe ich allerdings keine gesehen.“ In einem vermeintlich günstigen Moment griff er zu.

Richterin bedankt sich für beherzten Einsatz der Zeugen

Die Richterin bedankte sich ausdrücklich für den beherzten Einsatz der Zeugen. Eine Strafe verhängte sie gegen den Angeklagten allerdings nicht. Der war wegen anderer Vergehen nämlich zuletzt noch im Mai verurteilt worden, sitzt derzeit eine sechsmonatige Gefängnisstrafe ab.

Für den versuchten Diebstahl hätte eine neue Gesamtstrafe gebildet werden müssen, die sich allerdings nur geringfügig erhöht hätte. Richterin und Staatsanwalt hielten es deshalb für vertretbar, das Verfahren schlicht einzustellen.