Die Ziele nach der Jeschke-Ära

Lange Zeit war Harald Jeschke als 1. Vorsitzender und Hansdampf in allen Gassen das Gesicht des Bürgervereins Neudorf. Vor zwei Jahren verabschiedete er sich aus gesundheitlichen Gründen. Gestern gaben seine Nachfolger ihren ersten Neujahrsempfang und formulierten vor 120 Gästen ihre Ziele für das Jahr 2015.

So ganz ohne seinen Gründer Harald Jeschke fand der Neujahrsempfang des Bürgervereins dann aber doch nicht statt. Als Gast verfolgte der Ehrenvorsitzende, der den Verein 2003 ins Leben gerufen hatte, das Tun seiner Nachfolger ganz entspannt aus dem Hintergrund. Dabei blickten Geschäftsführer Lothar Wischmeyer und der Vorsitzende Ottmar Birke im Silberpalais auf schwierige Zeiten zurück. So musste beispielsweise der Neujahrsempfang 2014 aus organisatorischen Gründen komplett entfallen. Wenig später gab es eine weitere Hiobsbotschaft: Der vom Bürgerverein initiierte Wochenmarkt wurde mangels Umsatz vom Frischekontor eingestellt. Somit entfiel auch ein wichtiger Zuschuss und das Bürgerbüro war fortan nicht mehr zu stemmen und musste geschlossen werden. Dieser Fakt wurde von einigen Mitgliedern stark kritisiert. Positive Nachrichten gab es im Stadtteil aber auch zu vermelden: Zum Beispiel organisierte der Bürgerverein in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Ausflüge mit geistig und körperlich behinderten Kindern und unterstützte zudem das Frauenhaus, das an einem geheimen Ort im Stadtteil betrieben wird.

Schwer im Magen liegen Birke und Wischmeyer noch die Schlagzeilen um das Asylbewerberheim an der Koloniestraße. Dort beschwerte sich der Flüchtlingsrat auf einer Veranstaltung über die fehlende Anbindung des Flüchtlingsheims zu den Bürgern in Neudorf. „Auf uns ist dabei aber keiner zugekommen. Wir wurden zu dem Termin noch nicht einmal eingeladen. Das ist inakzeptabel“, wettert Birke und schiebt nach: „Unser Ziel ist es, dort 2015 mit ins Boot genommen zu werden.“ Des Weiteren möchte Birke mit seinem 400 Mitglieder starken Verein bewirken, dass der Altbau an der Ecke Neue Fruchtstraße/Koloniestraße endlich abgerissen wird.

Für unterstützenswert hält der Bürgerverein auch den Vorschlag, eine Bahnhaltestelle im Rücken der neuen Jugendherberge zu errichten. „Durch die Herberge ist eine ganz neue Verkehrssituation entstanden. Die Kinder und Jugendlichen müssen dort eine Hauptstraße überqueren. Das halte ich für gefährlich. Die Haltestelle könnte auch bei MSV-Heimspielen genutzt werden“, sagt Birke, der betont, dass hier für die Stadt keine Kosten anfallen würden. „Das wäre ein Projekt, dass die Bahn finanzieren müsste.“