Die Zeit ist reif für ein besseres Jahr 2015

Tausende Duisburger haben im vergangenen Jahr bei der Aktion „Duisburg-Skyline“ der Kreativagentur „Deutsche Handarbeit“ mitgemacht und gemeinsam aus Landmarken eine Stadt-Silhouette gestaltet, die Duisburgs Identität widerspiegeln soll. Am Ende entstand eine Skyline von Stadttheater bis Hochofen, vor die man sich mit Selbstbewusstsein und Stolz stellen kann. Zudem: Die Kreativität war Bürgersache und das Ergebnis ist frei für alle nutzbar ist – Duisburg, die Bürgerstadt für alle.

Diesen Gedanken gilt es in das angebrochene Jahr 2015 hinüber zu nehmen und mit mehr Leben zu füllen. Vor 40 Jahren wuchs Duisburg mit Walsum und linksrheinischen Städten und Gemeinden zu einer der größten Städte Deutschlands (zusammen?). Das barg und birgt Brüche, aber auch Chancen. Zwischen Kirchturm und Metropole liegt das Spannungsfeld der eigenen Identitätssuche. Was Duisburg sein will: Die 40-jährige Zusammengehörigkeit ist eine gute Gelegenheit, um an ihr weiter zu arbeiten.

2014 war kein leichtes Jahr. Schlagzeilen schrieben eher die großen Probleme wie Finanznot, Zuwanderung oder Asyl. Gerade die Aufnahme der Flüchtlinge skizziert dabei Parallel-Welten: Rechte Propagandisten, die es auch bei den Wahlen im vergangenen Jahr auf die parlamentarische Bühne geschafft haben, schürten und missbrauchten zunächst Ängste und Sorgen. Gewarnt und aufgeschreckt, rappelte sie die Bürgergesellschaft zu Widerstand und mehr Willkommenskultur auf. Was hoffen lässt, Besorgte beruhigen und Krakeeler zumindest weniger Gehör finden lassen sollte: An allen Unterkünften, auch den Notbleiben in Turnhallen, herrscht bislang Normalität bis hin zu freundschaftlicher Nachbarschaft.


Und 2015? Es kann ein besseres Jahr werden, weil die Zeichen für Greifbares und Sichtbares gut stehen und die Zeit reif ist für teils längst überfällige Entscheidungen. Die erhoffte Wiedereröffnung der Mercatorhalle oder die Einweihung des neuen Stadtfensters für Bücherei und VHS werden dem Stadtleben gut tun. Für das Mercatorquartier beginnen die ersten (Abriss-)Arbeiten, ebenso am alten Bücherei-Standort für ein neues Modehaus und auch am Bahnhofsvorplatz soll es endlich losgehen; in die Stadtteile von Hochheide bis Marxloh fließen Fördermillionen für Stadterneuerung und Lebensqualität; Ostermann will sein Möbelhaus in Meiderich bauen. Und für zwei Großprojekte gilt jetzt die Devise „hop oder top“: für das Factory Outlet und die Duisburger Freiheit.