Die Wirtschaft zeigt sich weiterhin robust

Die Wirtschaft am Niederrhein zeigt sich zum Jahresbeginn robust. Die aktuelle Konsumfreude im Inland wirkt sich stabilisierend auf den Handel aus. Die Sorgen in der Industrie nehmen jedoch zu. Das geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve hervor, an der sich rund 370 Betriebe beteiligt haben.

29 Prozent bewerten ihre Geschäftslage als gut.

IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger warnt allerdings, dass die Industrieunternehmen ihre Erwartungen deutlich reduziert haben: „Jetzt gilt es gegenzusteuern, beispielsweise durch Anreize für neue Investitionen. Dazu gehört der Abbau von Bürokratie ebenso wie eine nachhaltige Steuer- und Flächenpolitik.“ Wie es in den Ergebnissen der IHK-Umfrage heißt, beurteilen 29 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als „gut“. 12 Prozent bewerten ihre Lage als „schlecht“. Der IHK-Konjunkturklimaindex, der Lage und Aussichten zusammenfassend widerspiegelt, gibt angesichts gedrosselter Erwartungen um 9 Punkte nach und liegt bei 110 Punkten. Er entspricht damit nahezu dem Durchschnittswert der letzten zehn Jahre.

18 Prozent rechnen mit Verschlechterungen

Verglichen mit den letzten Umfragewerten aus dem Herbst 2014 wird die Lage insbesondere vom Handel als nahezu unverändert bewertet. Die Konsumfreude im Inland wirkt stabilisierend. Anders die Einschätzungen in der Industrie: Nur noch knapp ein Drittel der Unternehmen vergibt das Prädikat „gut“ oder „sehr gut“ (Herbst 2014: 44 Prozent). Auch in der Dienstleistungsbranche beurteilen die Unternehmen ihre Lage zurückhaltender. Der Saldo ging seit der letzten Umfrage von 24 auf 16 Prozent zurück.

Branchenbergreifend blicken die Unternehmen verhalten in die Zukunft. Nachdem im Herbst noch 12 Prozent der Befragten mit einer Verschlechterung der Geschäftslage rechneten, sind es jetzt 18 Prozent. Die Anzahl derer, die von einer verbesserten Lage in den nächsten Monaten ausgehen, ist von 25 Prozent auf 21 Prozent zurückgegangen. Der Trend wird vor allem ausgelöst durch einen Stimmungseinbruch in der Industrie. 22 Prozent der Industriebetriebe sind pessimistisch gestimmt (Herbst 2014: 12 Prozent). Lediglich 16 Prozent blicken zuversichtlich in die Zukunft.

2:1 ist das Verhältnis bei den Exportaussichten

Die Wirtschaft am Niederrhein setzt weiter auf das Exportgeschäft als tragende Säule. Nach wie vor kommen auf jedes Unternehmen, das mit sinkenden Exporten rechnet, rund zwei Unternehmen, die von einer Verbesserung ausgehen. Die Unternehmen haben Unsicherheiten, die beispielsweise aus den Problemen im Euroraum resultieren, offenbar bei ihren Planungen berücksichtigt. Außerdem erhält das Exportgeschäft durch den günstigen Eurokurs einen weiteren Schub.

60 Prozent wollen Investitionskosten halten

Trotz der gesunkenen Erwartungen an das kommende Geschäftsjahr wollen sechs von zehn Unternehmen ihre Investitionsausgaben konstant halten. 23 Prozent planen sogar eine Erhöhung der Ausgaben. Ein differenziertes Bild zeigt sich jedoch bei den Industrieunternehmen. Rund ein Drittel gibt an, seine Investitionsausgaben zu senken. Im Herbst 2014 lag dieser Anteil noch bei 14 Prozent. Anders gestaltet sich die Situation im Handel: 29 Prozent wollen ihre Investitionen steigern. Das ist ein Plus von 9 Prozentpunkten. Bei den Dienstleistungsunternehmen ist das Bild nahezu unverändert: 22 Prozent geben an, mehr Investitionen tätigen zu wollen.

11 Prozent wollen im Osten investieren

Bei den Auslandsinvestitionen zeigen sich die Unternehmen, vor allem aufgrund politischer als auch wirtschaftlicher Krisen, verhalten. Während zu Jahresbeginn 2014 noch 27 Prozent der befragten Unternehmen Russland, Ukraine und Südosteuropa als Zielregion für geplante Auslandsinvestitionen nannten, sind es jetzt nur noch 11 Prozent. Die Unternehmen am Niederrhein konzentrieren sich wieder stärker auf die EU.