Die Uneinsichtigkeit der Duisburger Stadtspitze nach der Loveparade
05.09.2011 | 19:39 Uhr 2011-09-05T19:39:00+0200
Duisburg.Die Stadt hat die Loveparade-Gedenkfeier so nicht genehmigen wollen. Warum der anschließende Brief des Stadtdirektors an Hannelore Kraft ein Rohrkrepierer war, warum trotz der Erklärungsversuche ein desaströser Eindruck bleibt. Ein Kommentar.
Der Schuss ging nach hinten los. Greulichs Brandbrief an Ministerpräsidentin Kraft geriet zum Rohrkrepierer, dessen Folgen der Duisburger Stadtdirektor nur mühsam mit Beteuerungen und Erklärungsversuchen auf einer eilends einberufenen Pressekonferenz am Montag zu lindern suchte.
Denn was blieb hängen, nachdem sein Brief an die Staatskanzlei bekannt wurde, was offenbar keineswegs etwa aus der Düsseldorfer Ecke erfolgte: Die Stadt – so der einhellige Tenor – kartet nach, platzierte die Ministerpräsidentin süffisant auf einem Bühnen-Schwarzbau und hinterließ den Eindruck, dass der Stadt die Loveparade-Trauerfeier ein Dorn im Auge war. Ein desaströser Eindruck in der Öffentlichkeit und ein erneuter Affront gegenüber den Angehörigen der Opfer der Loveparade. Ein erneuter Affront.
Dass Greulich gerade Letzteres nicht beabsichtigte, will man gerne glauben. Nicht von ungefähr beteuerte er dies auch ausdrücklich. Und es mag auch sein, dass sich der Stadtdirektor wie Bauordnungsmitarbeiter in der Tat im formalen Bauordnungsrecht missverstanden oder auch gedrängt fühlten. Dass sich Greulich seinen möglichen Frust von der Seele schrieb, ist aber eben erneutes und fatales Beispiel für die geistigen Mauern, die Sauerland , Greulich & Co um sich herum aufbauten. Sie sind es, die Uneinsichtigkeit zementieren. Man mauert sich ein.
Zur Trauerfeier beklagt die Stadt gegenüber dem Land nun zeitlichen Druck, Fehler, fehlende Absprachen. Solch kritische Worte hat man vor und nach der Loveparade-Katastrophe nicht gehört oder gelesen. Das eben ist das Problem.

00:36
Irgendwie scheinen alle zu gerne zu vergessen, dass die Loveparade NICHT NUR auf dem Mist der Stadt Duisburg gewachsen ist, sondern das Land und die Veranstalter der RUHR2010 diese UNBEDINGT wollten.
#20 von Eaglechen , am 06.09.2011 um 14:01
@Igelchen, Sie können sicher sein, das einige Leute auch hier die Gesamtmischung nicht aus den Augen verloren haben. Für Sie dagegen gilt: mit dem Zweiten sieht man besser.
Und jetzt kümmern Sie sich wieder um Ihren MSV.
23:35
#35 Eaglechen
Zum besseren Verständnis meiner Motivation und dwe vieler Mitstreiter hier ein Auszug aus einem Gespräch mit Frau Hamm-Brücher, die für mich immer die verkörperte Demokratie war und ist:
Die Demokratie ist in einer Glaubwürdigkeitskrise. Die Parteien haben sich ihrer bemächtigt und sie zerfleddert, obwohl nur drei Prozent des Wahlvolks Mitglied in einer Partei sind. Alle Parteien müssen begreifen, dass ihnen der demokratische Staat nicht gehört. Partei kommt vom lateinischen Wort pars und das heißt „Teil“ und nicht das Ganze. Parteien wollen immer den ganzen Besitz und die ganze Wahrheit. Aber das gibt es eben nicht. Deswegen kann eine Demokratie nicht nur auf den Parteien beruhen. Sie muss heute mehr denn je eine Bürgerdemokratie werden.
Und wer, wenn nicht wir Rentner, die über die erforderliche Zeit verfügen, soll der Politik auf die Finger schauen? Auch ich oute mich hier: eine meiner Jugendsünden war die Mitgliedschaft in der CDU. Da ich relativ jung meinen Verstand gut nutzen konnte, durfte sich die CDU meiner Mitarbeit allerdings nicht lange erfreuen. Das hat mich für mein Leben geheilt, nie wieder Partei.
Woher haben Sie die Info, dass die Staatskanzlei den Brief veröffentlichte? Das kommt aus einer ganz anderen Ecke, aber nicht von dort. Ich fürchte, Sie sind relativ ahnungslos, was in Ihrer Stadt so vor sich, resp. im Hintergrund abgeht.
In einem muss ich Sie korrigieren: Es wäre nicht dankenswert gewesen, wenn der OB zurückgetreten wäre, es war zwingend notwendig, wie er höchstselbst seitdem unermüdlich beweist.
22:51
#22 von wittsiepe , am 06.09.2011 um 14:23
Das sog. Gutachen (wie ich dieses Wort inzwischen hasse ... ) in Sachen GEBAG ist geschickterweise auf irgendwann im Oktober 2011 verlagert worden. Wahrscheinlich werden die Duisburger erst nach Ablauf der Unterschriftensammlung die Wahrheit über Weiterbestand oder Insolvenz der GEBAG erfahren. Politik in Duisburg ist zu einem verdammt dreckigen Geschäft verkommen. Duisburg braucht einen neuen OB, eine neue Dezernentenriege und einen neuen Rat, sonst geht das Pöstchengekungel so weiter wie bisher.
22:25
#20 von Eaglechen , am 06.09.2011 um 14:01
Och, nee ... blindwütig?, Blutrausch? Nu lassen Sie doch bitte die Kirche im Dorf. Es läuft ein demokratisch legitimiertes Abwahlverfahren gegen OB Sauerland. Niemand läuft mit einem Messer in der Hand mit Mordabsicht hinter ihm her. Als OB ist er letztverantwortlich für das Handeln der Stadtverwaltung. 11 Angeklagte sind Mitarbeiter dieser Stadtverwaltung und damit Mitarbeiter des ihnen vorgesetzten OB. Er selbst zieht aus Feigheit den Schw**z ein und überlässt die ihm per Weisungsbefugnis unterstellten Mitarbeiter der Justiz und der Rechtssc hutzversicherung der Stadt? Diese R***e, pardon dieses graue Nagetier, haben die Mitarbeiter der Stadt nicht verdient. Er zieht sich selbst aus der Schusslinie der Staatsanwaltschaft (Ich habe nichts unterschrieben) und nagelt damit seine Mitarbeiter an die Wand. Billiger gehts nicht. ABWAHL.
22:05
@Igelchen,
Sie wissen doch gar nicht, von wem ich bezahlt werde. Und für das Posten hier ohnehin nicht. Und das tue ich seit dem 21.7.2010. Recherchieren Sie mal, dann kennen Sie auch meine Motive. Ihre Kristallkugel muss dringendst zur Reparatur, der TÜV für dieselbe ist abgelaufen. Herrlich, Ihre Einfältigkeit !
Und sollten Sie tatsächlich in einer Partei gewesen sein, dann haben Sie mir Einiges voraus.
Ich bin nie in einer solchen gewesen, aber Wechselwähler werde ich garantiert erstmalig bei der nächsten Wahl. 100 pro !!
21:37
@#35 von Eaglechen , am 06.09.2011 um 20:47
Zu: An dem Desaster der LoPa aber war nicht eine Person schuld. Es wäre zwar dankenswert gewesen, wenn AS danach politische Verantwortung übernommen hätte und zurückgetreten wäre. Aber SCHULD trifft viele andere. Nicht zuletzt auch die komplette Landesregierung.
Ich habe nie von Schuld geschrieben oder Schuld zugewiesen. Dies werde ich auch künftig nicht machen. Ebenso habe ich immer wieder auf die Unschulsvermutung hingewiesen, schließlich leben wir in einem Rechtsstaat.
Wohl aber sehe ich Herrn Oberbürgermeister Adolf Sauerland in der politischen Verantwortung. Die politische Verantwortung haben ihm seine 74.179 Wählerinnen und Wähler im Jahre 2009 übertragen, und er hat diese Verantwortung durch die Annahme seiner Wahl angenommen.
Ihm persönlich kann aber vor allem sein Verhalten nach dem 24. Juli 2010 angelastet werden. Und durch dieses Verhalten hat er dem Image von Duisburg einen erheblichen Schaden zugefügt.
Er ist m.E. seinem Amt nicht mehr gewachsen, und nur darum geht es mir.
.
21:11
Na, Igelchen,
das würde mich dann doch interessieren:
Wo informieren Sie sich denn?
Ich hau mich jetzt schon weg über diese Quellen.
20:47
@taosm, Heinzi und watti
Ich habe Ihnen vorraus, dass ich mich ohne Parteibrille, ideologiefrei und unabhängig informiere, meine Stadt, in der ich lebe und geboren bin, mag und nicht ständig verbal verschmutze und zum Glück einen Beruf habe, der mir nicht die Zeit läßt, Zeitungsartikel zu sammeln. Zur Ergänzung: Ich sitze nicht im Rathaus und habe nach einigen Jahren Filzerfahrung es vor 25 Jahren vorgezogen nach dem Austritt aus der sogenannten sozialdemokratischen Partei Deutschlands auf Mitwirkung in irgendeiner dieser korrupten Vereinigungen namens Partei mitzuwirken. Seitdem bin ioch Wechselwähler, der sich regelmäßig zu Wahlen das jeweils kleinste Übel aussucht. Von welcher politischen Seite Ihr Drei aber bezahlt werdet, daran kann jeder, der nur ein bißchen seinen Finger legt, leicht erkennen.
An dem Desaster der LoPa aber war nicht eine Person schuld. Es wäre zwar dankenswert gewesen, wenn AS danach politische Verantwortung übernommen hätte und zurückgetreten wäre. Aber SCHULD trifft viele andere. Nicht zuletzt auch die komplette Landesregierung.
Die Veröffentlichung des Briefes von Herrn G. durch Frau Kraft passt bestens zu dieser roten Zora, zeugt von Charakterschwäche und beweist nur, was ich von den Damen dieser Partei seit meinen persönlichen Erfahrungen halte. Kein Mitarbeiter im Rathaus hat mehr Ermessensspielraum nach der LoPa - und hätte bei der Trauerfeier nur ein Vogel einem Teilnehmer auf den Kopf geschissen, dann hättet ihr und dieses Volk laut geschrien, dass wieder ein Unglück auf einer Veranstaltung geschehen ist, die die Stadt nicht hätte genehmigen dürfen.
Schließlich: Ich verstehe jeden, der einen geliebten Menschen dort verloren hat und noch nicht aufhören kann, nach Antworten zu suchen und zu trauern. Kein Verständnis habe ich für Euch Berufstrauerer aus politischen Gründen.
20:01
#33 von taosnm , am 06.09.2011 um 19:10
Eaglechen muss erst erwachsen werden, um ein echter Eagle zu werden. Vielleicht kapiert Igelchen dann, dass ein OB zum Wohle seiner Stadt und ihrer Bürger zu arbeiten hat, und nicht um seinen eigenen Ruhm zu mehren. Was ja letztendlich auch ins krasse Gegenteil mündete.
19:10
#20 Eagelchen
Die von Ihnen Angegriffenen haben Ihnen eines voraus, Sie sind nämlich informiert und wissen, wovon sie schreiben. Die Gedenkfeier war genehmigungsfähig, wurde jedoch nicht genehmigt, und das ist der Skandal. Die Loveparade selbst war nicht genehmigungsfähig, wurde dennoch genehmigt, und das ist der viel grössere Skandal. Wer das nicht weiss oder nicht wahrhaben möchte, sollte sich sehr, sehr zurückhalten, Eagelchen.