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Skandal-Baustelle

Die Schuld der Gebag-Chefs am Küppersmühlen-Fiasko

04.06.2012 | 08:33 Uhr
Der damalige Gebag-Vorstand neben den Arbeitnehmervertretern (von links) Elmar Hof und Kornelia Hofmann-Bonk: Marianne Wolf-Kröger, Dietmar Cremer und Jürgen Dressler. Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool

Duisburg.   Die Schuld am Millionen-Debakel bei der Erweiterung der Küppersmühle lässt sich offenbar nicht nur auf die insolventen Firmen abwälzen. Rechnungsprüfer kreiden dem dreiköpfigen Ex-Vorstand gravierende Fehler an. Nach NRZ-Informationen sollen sie zudem den Aufsichtsrat belogen haben.

Die Schuld an dem Millionen teuren Debakel bei der Erweiterung des Museums Küppersmühle lässt sich offenbar nicht nur auf die mit dem Bau des Stahlkubus beauftragen und heute insolventen Firmen abwälzen. Auch der ehemalige Vorstand der Gebag soll für die Misere verantwortlich sein.

Das geht aus einem neuen, internen Bericht der städtischen Rechnungsprüfer hervor, die Licht bringen sollen in die dubiosen Vorgänge, die zum Bau-Fiasko und dem finanziellen Desaster für die Gebag geführt haben.

So soll der Pfusch beim Stahlbau für den Baustopp zwar ausschlaggebend, aber „nicht unvermeidbar“ gewesen sein. Der „jetzige Zustand des Projekts“ sei „größtenteils durch die Gebag selbst verschuldet worden“, heißt es in dem nicht-öffentlichen Papier, das der NRZ vorliegt.

Millionen Euro teure Skandal-Baustelle: Das Museum Küppersmühle und der rostende Stahlkubus am Boden.

Der über 30-seitige Bericht erhebt schwere Vorwürfe gegen den damaligen Vorstand. Neben den beiden fristlos gefeuerten Gebag-Chefs Dietmar Cremer und Marianne Wolf-Kröger gehörte dazu auch der frühere Baudezernent Jürgen Dressler. Durch die Bauprotokolle sei belegbar, dass der Vorstand über die Probleme im Bauverlauf informiert gewesen sei. Er habe es aber „versäumt, aktiv gegenzusteuern“, heißt es. Den Aufsichtsrat habe er über die Probleme nicht informiert, er habe dem Gremium sogar „durch gezielte Fehlinformationen“ einen positiven Bauverlauf vorgegaukelt.

Auch bei der Bauüberwachung soll die Gebag-Führung versagt haben. Anzeichen, dass die ausführenden Firmen unzuverlässig waren, habe der Vorstand offenbar ignoriert, zumindest seien sie ihm bekannt gewesen. Zudem hätte die „schlechte Planung“ sowie die „inkompetente Betreuung und Kontrolle“ den chaotischen Verlauf und die Kostenexplosion begünstigt, vermerken die Rechnungsprüfer in ihrem neuen Bericht. Ihr Fazit: Die Gebag sei „eindeutig“ mit dem komplexen Bauvorhaben „überfordert“ gewesen.

Skandalbaustelle Küppersmühle in...

Bereits die Baugenehmigung habe den Grundstein für das spätere Chaos an der Küppersmühle gelegt. So soll es eine Ausnahmeregelung gegeben haben, die Prüfstatik erst zum Baubeginn vorzulegen. Die Baugenehmigung hatte der damalige Baudezernent Dressler unterzeichnet, der gleichzeitig auch als Gebag-Vorstand agierte. Nach Ausführung der Rechnungsprüfer soll die Genehmigung weitere Risiken beinhaltet haben. So habe der Bau ohne ordnungsrechtliche Sicherheiten begonnen.

Der Fokus der Gebag-Chefs lag offenbar stets darauf, den angekündigten Fertigstellungstermin einhalten zu können. Die Rechnungsprüfer gehen sogar davon aus, dass deshalb „bewusst gegen die Baugenehmigung verstoßen“ wurde.

Der Bericht wird jetzt Thema auf der nächsten Sitzung des Gebag-Aufsichtsrats sein. Bekanntlich hat das Gremium bereits eine Anwaltskanzlei eingeschaltet, die eine Klage auf Schadensanspruch gegen den Ex-Vorstände vorbereiten soll.

Ingo Blazejewski



Kommentare
05.06.2012
22:12
Die Schuld der Gebag-Chefs am Küppersmühlen-Fiasko
von PSorensen | #18

Dafür erhalten sie ja genug Schweigegeld!

04.06.2012
17:44
Die Schuld der Gebag-Chefs am Küppersmühlen-Fiasko
von hansreiner | #17

Unfassbar diese Gemengelage aus Dreistheit und Dummheit.
Aber es ist ja nicht nur der Schrotthaufen an der Küppersmühle. Mit der Bahnhofsvorplatzpeinlichkeit, dem Eurogate-Torso sowie dem Marientorloch haben wir hier noch drei weitere Mahnmale des Scheiterns.
Ich schäme mich inzwischen aus Duisburg, der ultimativen Hauptstadt der Unfähigen zu kommen.

04.06.2012
17:29
Wann kommt endlich der richtige Werbespruch
von buergerwehr | #16

für Duisburg ???

Mein Vorschlag (mehrfach schon gepostet):

DUISBURG - Wir können alles - außer RICHTIG !

Glückauf & Gott schütze Duisburg

04.06.2012
15:00
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #15

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

04.06.2012
14:45
Die Schuld der Gebag-Chefs am Küppersmühlen-Fiasko
von vrenegor | #14

Ich bin vor drei Jahren nach Duisburg gezogen und mich hat seither die Planung und "Umsetzung" der Küppersmühle begleitet. Jeden Tag fahre ich auf dem Weg zur Arbeit nach Essen an dem inzwischen zum Kunstobjekt erhobenen Bauwerk vorbei und schäme mich ein wenig das diese weit sichtbare Blamage immer noch steht. Überall sind Metalldiebe unterwegs, es werden Kanaldeckel geklaut, es werden gegengewichte von Kränen geklaut und sogar Lokomotivbremsen und Einkaufswagen... aber ... selbst Diebe gehen an dieses Duisburger Kulturgut nicht ran ! Egal wer verantwortlich und egal wer daran sicherlich Unsummen verdient hat, entfernt uns dieses Objekt, vorbei sind die Zeiten wo im Internet großspurige Animationen gezeigt wurden wie der Kubus auf die Türme der Küppersmühle gehoben werden sollte, es klappt nicht, denn für abermillionen war es nicht möglich ein paar saubere Schweißnähte zu verwirklichen. Macht es einfach weg und seht zu das der Schrottwert gerade günstig steht.

04.06.2012
14:39
Wieso glauben Chefs immer sie seien für nichts verantwortlich ?
von meigustu | #13

Selbst wenn die Zulieferer Mist machen, waren sie es die die aussuchten oder auch auch die Angestellten die in ihrem Team arbeiten.

04.06.2012
14:13
Wieder Duisburg, jeder so wie er es verdient
von Goggo | #12

Die Stadt Duisburg sollte eine Auszeichnung erhalten, mindestens aber einen Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde. Ich kenne keine andere Stadt, die sich derartig durch Inkompetenz, Mißwirtschaft, Schlamperei, Vetternwirtschaft und Verwaltungskriminaltät auszeichnet.
Wie heißt eigentlich die griechische Partnerstadt?

Ach ja, jeder Duisburger sollte EUR 10.000,00 Umlage bezahlen, schließlich haben die Wähler ihre Volksvertreter doch selbst gewählt.

2 Antworten
Die Schuld der Gebag-Chefs am Küppersmühlen-Fiasko
von mightymouse | #12-1

Hey, dann erzählen Sie mal wen man überhaupt noch wählen kann? Z.B. für die Ob-Wahl fällt mir keiner ein. Ihnen etwa?

Die Schuld der Gebag-Chefs am Küppersmühlen-Fiasko
von kikimurks | #12-2

Naja! Lassen Sie mal die Kirche im Dorf. Schauen Sie doch nur mal nach Hamburg. Da läuft es auch nicht anders und in unzähligen Städten Deutschland ebenfalls nicht. Da werden überdimensionierte Müllverbrennungsanlagen gebaut, Brücken wo es nichts zu überbrücken gibt, Straßelaternen, die einen Acker ausleuchten wo die gegenüberliegende Straßenseite und damit die Anlieger im Dunkeln bleiben. Die Liste lässt sich endlos fortsetzen und alle Fälle spielen nicht in Duisburg. Die Duisburger sind, was das anbelangt nicht schlechter als andere, aber leider auch nicht besser.

04.06.2012
14:01
Dilitanten am Werk
von buckheimer | #11

Frau Kröger klagt auf eine Abfindung und hat einen Schaden für die Bürger der Stadt hinterlassen der sich Gewaschen hat.Der Vorstand der GEBAG war mit diesen Projekt total überfordert.
Ein Kind hätte es nicht besser machen können ,wobei Kinder in Deutschland bis 14 nicht Geschäft fähig sind.
Wir als Bürger der Stadt bleibt nicht anderes als den Mund zu halten und den Schaden zu bezahlen.Eine Frechheit was sich diese leute erlauben.

04.06.2012
13:49
Die Schuld der Gebag-Chefs am Küppersmühlen-Fiasko/Vorhersehbar!
von halenerstrasse | #10


Was soll denn anderes dabei rauskommen, wenn Geschlecht und Parteibuch wichtige Kriterien zur Szellenvergabe sind!

Bei der Qualifikation des SPD Kandidaten auf den Oberbürgermeisterposten., wird mir -wie schon bei der Sauerland Nominierung - Angst und Bange.

Herr Link, bitte entkräften sie hier meine Ängste.

1 Antwort
Die Schuld der Gebag-Chefs am Küppersmühlen-Fiasko
von mightymouse | #10-1

Das kann Herr Link nicht. Auf konkrete Fragen gibt er keine konkreten Antworten. Nur Weichspüler-bla,bla

04.06.2012
13:28
Die Schuld der Gebag-Chefs am Küppersmühlen-Fiasko
von taosnm | #9

Dass die Schlampereien beim Projekt Küppersmühle nicht ohne Wissen des Vorstandes möglich waren, muss nicht explizit festgestellt werden. Dass der Aufsichtsrat ebenso in der Verantwortung steht, scheint klar zu sein. Er kannte den Vorstand und wusste, dass dieser ebenso mit lediglich Parteibuchqualifikation installiert wurde, wie er selbst, d.h. im Grunde genommen Unfähigkeit auf beiden Ebenen. Da ist Totalversagen vorprogrammiert.

Hier werden allerdings Fakten angesprochen, für die sich die Staatsanwaltschaft, die ja "das Volk" vertritt, interessieren muss. Cremer und Dressler geniessen nun ihren hochdotierten Ruhestand, was überhaupt nicht nachvollziehbar und nur dem parteiübergreifenden Filz geschuldet ist. Schadensersatzansprüche ja, in jedem Fall, aber bitteschön auch strafrechtliche Überprüfung.

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