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Die "Problemzonen" der Taxifahrer

31.03.2008 | 19:25 Uhr

Fahrgäste müssen nach Veranstaltungen vor der Mercatorhalle oft lange auf ein Taxi warten.Der Grund: Zu wenig Stellplätze. Von denen gibt es auch andernorts nicht genügend

Nach einem gut besuchten Konzert in der Merctorhalle war es bisher ein Glücksspiel, ein Taxi zu bekommen. Schuld daran waren aber nicht die Fahrer. "Als Taxifahrer weiß ich, wann wo welche Veranstaltung ist und bin sofort zur Stelle", berichtet Eddy Castor, der seit 1964 in dem Gewerbe tätig ist. Die fehlenden Stellplätze vor der Mercatorhalle waren das Problem. Den Fahrern blieben nur die fünf Taxiplätze am Steigenberger Hotel. "Wenn nur ein Taxi mehr dort steht, wird der Fahrer, wenn er Glück hat, von den Mitarbeitern vom Ordnungsamt weggeschickt, wenn er Pech hat, bekommt er ein Knöllchen", so Castor.

"Schon bei der Planung für die Mercatorhalle haben wir fünf weitere Plätze direkt vor der Mercatorhalle angemeldet", berichtet Peter Gungler, Geschäftsführer der Taxi-Funktaxi-Zentrale Duisburg. "Doch der Platz wurde nicht ausgeschildert, da angeblich kein Bedarf bestehe."

Das hat sich jedoch jetzt geändert. Vier Plätze stehen seit gestern den Taxifahrern zur Verfügung. Gestalterische Gründe hätten die Stadt bisher davon abgehalten. "Es ist einfach schade, eine schöne Fläche mit Schildern zuzupflastern", meint Anja Huntgeburth, Sprecherin der Stadt.

Doch die Mercatorhalle ist nicht die einzige "Problemzonen" für Taxifahrer in Duisburg. "Am Haupteingang des Bahnhofes hatten wie mal 25 Taxiplätze", so Peter Gungler. Seit 2003 gibt es nur noch zehn und sechs Reserveplätze. Gerade Sonntag Abend würden die Taxen Schlange stehen und sich aus der Not heraus sogar hin und wieder in die Parkbuchten stellen. Die Stadt ist hingegen der Ansicht, dass dieser Platz ausreicht.

Dass aus Sicht der Taxifahrer einen Mangel an Taxiplätzen in Duisburg gibt, liegt auch daran, dass immer weniger Menschen mit dem Taxi fahren. "Je weniger Taxen fahren, desto mehr stehen herum. Der Rückgang hat sicherlich vor allem an der finanziellen Situation zu tun. Die Leute gehen nicht mehr so häufig aus", meint Gungler.

Da ein Großteil der nichtselbstständigen Taxifahrer prozentual an den Einnahmen beteiligt werden, leiden sie besonders unter dem Rückgang der Fahrgäste. "Ich habe heute erst vier Fahrten gemacht und 27,20 Euro eingenommen. Und das nach knapp sieben Stunden", erklärt Eddy Castor. Er selbst bekommt 40 Prozent der Einnahmen. Im Schnitt verdient der 65-Jährige in der zwölfstündigen Schicht zwischen 35 und 40 Euro.

Von der Stadt und dem Ordnungsamt wünscht sich der Taxifahrer mehr Verständnis. "Ich verstehe nicht, warum sie oft so kleinlich sind", meint Castor. "Manchmal sieht es so aus, als wenn uns das Ordnungsamt nicht so gut leiden kann." Doch die vier Taxiplätze an der Mercatorhalle sind sicherlich schon ein Schritt in die richtige Richtung.

Von Anika Hoepken

Kommentare
12.04.2009
21:49
Die Problemzonen der Taxifahrer
von Eddy Castor | #2

ich verstehe Ihren Mißmut....! Es muß wirklich nicht sein,daß im Nachtdienst , - wie Sie schreiben, - sich von der ersten Taxe zur fünften Taxe...
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2008-03-31 19:25
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