Die Premiere ist noch ungewiss

Wird es „Shrek“ oder „Dirty Dancing“ oder das neue Musical „The Blue Angel“, für das sich der Vorhang im Theater am Marientor heben wird? Was die „Mehr! Entertainment“ GmbH an Eigenproduktionen auf die Duisburger Bühne bringen wird, lässt sie noch offen.

Klar ist: Ab heute übernehmen die Musical-Macher aus Düsseldorf die schmucke Spielstätte mit 1500 Plätzen. „Wir werden dem Theater am Marientor neues Leben einhauchen und für hochkarätiges Entertainment im Kulturleben der Stadt sorgen“, kündigte Geschäftsführer Günter Irmler gestern an. Immerhin kennt er sich mit dem Bau am Marientor bestens aus. Unter seiner Ära bei der Stella AG wurde das Theater im Januar 1996 mit und für „Les Misérables“ eröffnet, drei Jahre später rutschte das Unternehmen in die Insolvenz. Mit den Musicals kehrt jetzt auch Irmler nach Duisburg zurück.

Der 65-Jährige plant nach eigenen Angaben ein vielfältiges Programm aus Musical-Highlights, Comedy-Abenden und Tanzshows. Das Konzept sehe eine „Wechselbespielung“ vor, eigene Stücke seien ebenso möglich wie Tourneeproduktionen, die mit langjährigen Partnern umgesetzt werden. „Ähnlich zu unseren anderen Theater-Standorten möchten wir auch in Duisburg unser Publikum beeindrucken, es überraschen und jedes Mal aufs Neue begeistern“, sagte Irmler.

Für „Mehr! Entertainment“ ist es die siebte Spielstätte, der Eigentumsübergang erfolgt wie berichtet aber erst 2017, wenn die letzte Kaufpreis-Rate überwiesen ist. Den Philharmonikern bleibt das Theater als Ausweichspielstätte für die geschlossene Mercatorhalle erhalten, auch der bereits bestehende Spielplan werde übernommen und nahtlos weitergeführt.

Gebag-Chef Bernd Wortmeyer betonte gestern noch einmal, bei dem Verkauf einen „exzellenten Partner“ gefunden zu haben.

Schwermütig räumte gestern „Mitbieter“ Wolfgang DeMarco das Feld, der seit fünf Jahren erfolglos versucht hatte, sein Musical-Konzept mit der „Braveheart“-Adaptierung im TaM zu verwirklichen. In einer persönliche Erklärung gratulierte er gestern dem neuen Betreiber, der „einen wichtigen Bereich des musikalischen Unterhaltungstheaters im deutschen Sprachraum“ abdecken würde: „Man muss sich nun keine Sorgen mehr um das TaM und seine Zukunft machen“, sagte DeMarco, der dennoch „bitter enttäuscht“ sei, „trotz Abgabe des Bestgebotes das Nachsehen“ zu haben.