"Die Möwe" landet im Hafen
15.12.2009 | 05:00 Uhr 2009-12-15T05:00:00+0100Beim Theatertreffen im Kulturhauptstadtjahr sind ganz Große zu Gast: Produktionen aus Wien und Berlin. Allen voran das Wiener Burgtheater, das mit Shakespeares „Sturm” und Thomas Bernhards „Immanuel Kant” gastiert.
In den „Hafen der Kulturhauptstadt” laufen beim Akzente-Theatertreffen ganz große „Pötte” ein. Allen voran das Wiener Burgtheater, das mit Shakespeares „Sturm” und Thomas Bernhards „Immanuel Kant” gastiert.
Und mit Jürgen Goschs Inszenierung von Tschechows „Möwe” am Deutschen Theater Berlin ist die letzte Arbeit eines der wichtigsten deutschen Regisseure zu sehen; er starb im Juni. „Die Möwe” wurde zum Berliner Theatertreffen eingeladen, von Kritikern zur „Inszenierung des Jahres” gewählt, Kathleen Morgeneyer wurde für die Darstellung der Nina zur „Nachwuchsschauspielerin des Jahres” und Meike Droste wurde für die Deutung der Mascha mit dem Theaterpreis Faust ausgezeichnet.
So kann Schauspielleiter Michael Steindl stolz sein auf das Theatertreffen-Programm, das vom 22. Mai bis 3. Juni 2010 läuft. „Ein Herzstück der Kulturhauptstadt”, so Kulturdezernent Karl Janssen und zählt auf: 17 Vorstellungen, davon sieben auf der großen Bühne, acht Produktionen, davon zwei Premieren.
Steindl hat für Duisburg, den „Hafen der Kulturhauptstadt”, auch ein dramaturgisch durchdachtes Programm entworfen. Viel Lob erntete Barbara Frey für ihre Deutung des letzten Shakespeare-Stücks. Sie lässt „Sturm” von nur drei Schauspielern spielen: Johann Adam Oest, Joachim Meyerhoff und Maria Happel sind Prospero, Ariel und Caliban.
Burgtheater-Chef Matthias Hartmann inszenierte „Immanuel Kant” schon am Schauspiel Zürich. Im Stück von Thomas Bernhard ist Prof. Kant in Begleitung seiner Frau, seines Bruders und seines Papageis auf einem Luxusdampfer unterwegs nach Amerika... Alles gelogen, wie man weiß. Ein Komödien-Kant, eine Bernhard-Figur: ein unheimlicher, lächerlicher, tyrannischer Intellektueller. Unter anderem auf der Bühne: Sunnyi Melles, Michael Maertens und Hans-Michael Rehberg.
Als Uraufführung zeigt Familie Flöz „Garage d'or”. „Eine Garage als Heimathafen für vier Männer”, so Steindl. Das Stück erzähle „von der Ohnmacht der Väter, von der Macht des Möglichen und von der Suche nach Freiheit in der Grenzenlosigkeit”.
Der Jugendclub „Spieltrieb” beschäftigt sich mit einem großen Sohn der Stadt und bringt seine „Mercator-Projektionen” heraus. Darin wollen die jungen Darsteller nicht nur das Leben Gerhard Mercators nacherzählen, sondern auch die Welt heute ins Visier nehmen.
Seine Duisburg-Premiere hat „52,3 Grad Nord”, eine Koproduktion mit dem Theater Strahl Berlin und der Schweizer Performance-Gruppe Kopfstand. In der Produktion wird der Frage des Fremdseins nachgegangen.
An zwei Nachmittagen liest Ingrid Lausund, die fünf Jahre lang Hausautorin am Hamburger Schauspiel war, tragikomische Monologe aus „Bin nebenan”: Eine Sammlung mit zwölf Monologen mit den Titeln: Sofa, Badezimmer, Esstisch, Bett, Sammeltassen, Bild, Haus, Fernseher, Teekanne, Globus, Accessoires und Grundstück.
Die heitere Muse kommt – in Kooperation mit der „Säule” – vom ZDF-Traumschiff: „An der Reling” lehnen „Kapitän” Siegfried Rauch und, „Schiffsarzt” Horst Naumann; dazu kommt Pianist Frank Golischewski. Das literarisch-musikalische Programm kreist um Seefahrt, Wasser, Wind und Sterne – mit Goethe, aber auch mit Liedern von Hans Albers.
Eine Soiree am 9. Mai im Opernfoyer will Lust machen auf die 33. Akzente.
Festival-Pässe gibt es für die beiden Burgtheater-Vorstellungen (26 bis 34 Euro), für drei Vorstellung nach Wahl im Großen Haus (44 bis 56 Euro) und alle vier Vorstellungen im Großen Haus sowie das Open-Air-Konzert der Philharmoniker am 23. Mai (69 bis 85 Euro). Der Vorverkauf hat begonnen.

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