Die Kunstszene Chinas kennen lernen

Mit zwei Museen und der Eröffnung durch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel am 13. Mai im Museum Küppersmühle bildet Duisburg einen Schwerpunkt des Ausstellungsprojekts „China 8 – Zeitgenössische Kunst aus China an Rhein und Ruhr“. Das Projekt soll, anknüpfend ans Kulturhauptstadtjahr, die Aufmerksamkeit erneut auf die reiche Kulturlandschaft an Rhein und Ruhr lenken. Acht Städte, neun Museen, rund 120 Künstlerinnen und Künstler – es soll die bislang größte museale Bestandsaufnahme zeitgenössischer chinesischer Kunst weltweit werden.

Die Idee zum Mammut-Projekt hatte MKM-Direktor Walter Smerling, der auch einer der drei verantwortlichen China-8-Kuratoren ist. Er pflegt seit 20 Jahren Kontakte zu chinesischen Künstlern. „Vor allem zu den Akademie-Künstlern, die damals noch im Untergrund waren; die Akademie ist das unabhängigste Institut überhaupt“, sagt Smerling. Daher habe es bei den Verhandlungen auch keine Probleme gegeben.

Besonders stolz ist Smerling darauf, dass die Vielfalt der Stilrichtungen auch mit jeweils mehreren Künstlern vertreten sind, was Vergleiche ermögliche. Einmalig auch, dass sich gleich neun Museen beteiligen. „Die Ausstellung muss man sich erarbeiten, man erlebt dabei aber auch die besondere Qualität der Museumslandschaft hier.“

„Eine Woche nach der Eröffnung der Biennale in Venedig wird China 8, so ist unser Wunsch, zu einem weiteren Meilenstein im Kunstkalender Europas“, sagt der ehemalige Ruhr-2010-Geschäftsführer Fritz Pleitgen. Schirmherr Sigmar Gabriel spricht von einer „großartigen Idee“. Zur Eröffnung werden bis zu 30 Künstler erwartet. Das Museum Küppersmühle zeigt Malerei von zehn chinesischen Künstlern, die teils auch international etabliert sind. Zhang Xiaogang oder Zeng Fanzhi beispielsweise gehören heute zu den international anerkannten Stars der chinesischen Kunstszene. Sie wurden an den Akademien nach den Methoden des sozialistischen Realismus unterrichtet.

Die realitätsgetreue Malweise und ausgeprägte handwerkliche Fähigkeiten sind traditionell in der chinesischen Gesellschaft wichtige Qualitätsmerkmale. Zhang Xiaogang verleiht seinen Werken ihren spezifischen Charakter, indem er expressionistische und surrealistische Elemente kombiniert und in eine neue Bildsprache überführt. Zeng Fanzhi spielt in seinen Landschaftsbildern auf die traditionelle Malerei an.

Mit Werken von 13 Künstlern beteiligt sich das Lehmbruck-Museum unter dem Titel „Neue Figuration – Erzählende Skulptur“. Fang Lijun zeigt erstmals außerhalb Chinas seine fragilen Porzellanskulpturen, die einen ironischen Bezug zu den „Mao-Bibeln“ herstellen. Zhan Wang zeigt Stein-Formationen aus Edelstahl, die in langjähriger Arbeit entstehen und an traditionelle chinesische Gärten erinnern.