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Die Königsberger Jahre

06.09.2007 | 06:23 Uhr

Ausstellung mit Werken und Dokumenten von Käthe Kollwitz im Museum Stadt Königsberg Lorenz Grimoni zeigt Graphiken und Plastiken. Zeugnisse der Familiengeschichte

Weit aufgerissene Kinderaugen, ausgemergelte Menschen und der Mensch im Klammergriff von Gevatter Tod sind zu Bildern gewordene Dokumente des sozialen Elends und der militaristischen Politik Deutschlands geworden. Es ist die Kunst von Käthe Kollwitz, die in ihrem erschütternden Realismus Armut und Verderben des ausgebeuteten Proletariats sichtbar gemacht hat.

Das Museum Stadt Königsberg zeigt in seiner neuen Ausstellung "Käthe Kollwitz - Königsberger Jahre. Einflüsse und Wirkungen" etwa 60 Grafiken und Plastiken aus dem Bestand des Duisburger Museums sowie aus dem Bestand anderer Museen und privater Leihgeber. Weiterhin gibt es einen Brief von Käthe Kollwitz an den ostpreußischen Dichter Ernst Wiechert, eine Briefmarkensammlung und Medailen zu sehen.

Wie Lorenz Grimoni als umtriebiger und kompetenter Organisator der Ausstellung informiert, will man hier auf eine Zeit aufmerksam machen, die die Geschichtsschreiber und Biographen von Käthe Kollwitz meist vernachlässigen. Während ihre hier zu sehende Kunst auch aus der späteren Zeit in Berlin stammt, soll durch persönliche Zeugnisse und Darstellungen an ihre ersten 24 Lebensjahre in der ostpreußischen Hauptstadt Königsberg erinnert werden.

Texte und Exponate machen deutlich, dass das Elternhaus und die Familie, der Ehemann Karl Kollwitz, die Bibliothek des Vaters und die Freie Gemeinde eine formende Kraft auf die Weltanschauung und auf das Kunstverständnis von Käthe Kollwitz gehabt haben. Sowohl auf die Königsberger Lehrer wird eingegangen sowie auf die Pädagogen bei Studienaufhalten in Berlin und München. Käthe Kollwitz wurde auch maßgeblich durch die Literatur beeinflusst, vornehmlich durch den Ostpreußen Arno Holz sowie den Schlesier Gerhard Hauptmann als Vertreter des Deutschen Naturalismus. Hauptmann inspirierte Kollwitz mit seinen "Webern" zu einem später berühmten Zyklus von sechs Grafiken, die ebenfalls in dieser Ausstellung zu sehen sind.

Doch auch der zeitgeschichtliche Aspekt kommt nicht zu kurz. Denn politisch waren diese Jahre von den Auseinandersetzungen zwischen der preußischen Monarchie und sozialdemokratischen oder kommunistischen Kräften geprägt. So sollte Käthe Kollwitz den Sozialdemokraten ein Leben lang politisch verbunden bleiben.

Zur Ausstellung, die am heutigen Freitag, 7. September, um 17 Uhr im Museum Stadt Königsberg (neben dem Stadthistorischen Museum am Innenhafen) eröffnet wird. Dr. Alexandra von dem Knesebeck hält einen Vortrag über Käthe Kollwitz und ihre Zeit in Königsberg.

Von Thomas Becker

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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