Die Kino- und Veranstaltungstipps für Duisburg

TV Smith spielt im Steinbruch Adverts-Songs.
TV Smith spielt im Steinbruch Adverts-Songs.
Foto: Veranstalter

Duisburg.. Eine Dokumentation über Helge Schneider oder den Klassiker „M - Eine Stadt sucht einen Mörder“? Irische Klänge oder Punkrock? Für Film- und Musik-Fans in Duisburg ist in den nächsten Tagen die Auswahl groß.

Liebe, Krieg und Popmusik

Dirk Bernemann beackert die großen Themen der Literatur: Liebe, Krieg und avantgardistische Popmusik. Menschen rennen durch Metropolen auf der Suche nach Liebe und anderen Gründen für ihre Existenz. Aber was sie finden, sind manchmal Dosenravioli. Bernemann hat mit „Wie schön alles begann und wie traurig alles endet“ seinen ersten offiziellen Liebesroman geschrieben, seine anderen Bücher sind das aber nicht weniger. Der gebürtige Münsterländer wirbt damit, „Deutschlands meist preisunbeschmissener Autor der Welt“ zu sein und seit „zehn Jahren geflissentlich vom Feuilleton ignoriert“ zu werden. Da es ihn aber immer noch gebe, müsse er „irgendwie gut sein“. Von dieser Einschätzung kann man sich am heutigen Donnerstag ab 20 Uhr im Djäzz an der Börsenstraße überzeugen.

Typisch irisch, aber anders

Eine Mischung aus freundlichem irisch gefärbtem Gesang und gefühlvollen Refrains gibt es am Freitagabend ab 20 Uhr im Grammatikoff am Dellplatz. Dort tritt die Sängerin und Gitarristin Odi gemeinsam mit Dave Redfearn (Gitarre, Harmonika) auf. Odi scheint Joan Armatradings Pathos, Beth Ortons Schrulligkeit und Didos Romantik zu ihrem eigenen Sound zu vereinen. Der Eintritt ist frei.

Das Punk-Original

The Adverts gibt es seit Ende der 70er nicht mehr, ihren Mitbegründer TV Smith allerdings schon. Der Sänger der legendären 77er-Punkrock-Band ist noch oft auf den Bühnen unterwegs, nun hat er sich aber mit der spanischen Band The Bored Teenagers zusammengeschlossen. Gemeinsam spielen sie Stücke der Adverts-Klassiker „Crossing The Red Sea“ und „Cast Of Thousands“. Das ist weder eine Kopie, noch ein Tribute – das ist das Original. Am Mittwoch, 29. April, tritt TV Smith mit The Bored Teenagers im Steinbruch (Lothar­straße 318-320) auf. Karten kosten im Vorverkauf 10 Euro, an der Abendkasse 13 Euro.

Jetzt aber: Musterzimmer

Bereits für letzte Woche war die Eröffnung des Goldengrün-Nachfolgers an der Realschulstraße angekündigt, aber die Umbauarbeiten waren dann doch zu umfangreich. Nun hat es also ein paar Tage länger gedauert, allerdings auch ohne das „Musterzimmer“ dürften alle das Wochenende überstanden
haben. Am morgigen Freitag
geht’s aber los: Der Laden öffnet um 20 Uhr, es gibt Funk, Soul und HipHop mit DJ Timac (Melting Pott) und Joe Coseness (Body Movin’). Am Samstag sorgen Nina Tires Tailor und Julez (Butan Club), Menser, Cali Burns und Scharbatke (So Glad Records) für House und Electro. Schnell hin, damit man am Montag mitreden kann!

Die Kino-Tipps der nächsten Tage

Kampf gegen das System

Kolia heißt der Automechaniker, der einen idyllischen Landstrich im hohen Norden Russlands an der Barentssee bewirtschaftet. Als der Bürgermeister es auf das Grundstück abgesehen hat, setzt er alle Hebel einer korrupten Bürokratie in Bewegung, um Kolia und seine Familie zu vertreiben. Doch der rechtschaffene Mann kämpft gegen das System. Regisseur Andrey Zyvagintsev klagt mit seinem Werk „Leviathan“ die heutigen Zustände in Großteilen der russischen Gesellschaft an. Im Filmforum: Do., So., Di. 20.30 Uhr.

Helges unnahbare Nähe

Vier Jahre durfte Filmemacherin Andrea Roggon das künstlerisch schwer einzuordnende Unikat Helge Schneider mit der Kamera begleiten. Herausgekommen ist „Mülheim – Texas. Helge Schneider hier und dort“. Die Doku zeigt die Herrentorte der jazzigen Unterhaltung auch von ihrer ungeschminkten Seite. Eine richtige Annäherung an die Person fällt trotz aller gewährten Nähe dennoch schwer. Im Filmforum zu sehen: Fr., Sa., Mo. 20.30 Uhr.

Intensive Mörder-Jagd

Nach dem „Blauen Engel“ in der Vorwoche nun der nächste Klassiker: In seiner Reihe „Anfänge des deutschen Tonfilms“ zeigt das Filmforum diesmal „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“. Regisseur Fritz Lang brachte das Schwarz-Weiß-Meisterwerk 1931 in die Kinos. Es hat bis heute nichts von seiner Intensität und Wirkungskraft verloren. Im Filmforum: heute, 18 Uhr.

Großäugiger Kunstschwindel

Er brillierte als charmant-bedrohlicher Nazi-Offizier, gerissener Kopfgeldjäger oder sadistischer Zirkus-Direktor auf der Leinwand: Nun übernimmt der zweifache Oscar-Gewinner Christoph Waltz die Rolle des Kunstschwindlers Walter Keane. Seine Frau zeichnete Bilder von Kindern mit großen, traurigen Augen. Weil diese sich nicht verkauften, gab das Marketing-Ass sie als seine aus – und wurde Millionär. „Big Eyes“ von Regisseur Tim Burton läuft im Filmforum: Do.-So. 21, Mo.-Mi. 18.30, Sa. und Mi. auch 16 Uhr.

Tanzend in den Wonnemonat

Die mystische Geschichte der Walpurgisnacht besagt, dass in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai die Hexen traditionell besonders große, ausschweifende Feste feierten. Wir verraten weniger geheimnisvoll, sondern ganz pragmatisch und informativ, wo in Duisburg am kommenden Donnerstag in den Mai getanzt wird.

Die Partyreihe „Ultraschall“ wird zehn Jahre alt und feiert das unter der Überschrift „Goldene Zeiten“. Die Veranstalter versprechen eine glamouröse Party, die anders ist, als alle anderen. Entscheidende Zutaten für eine einzigartige Nacht sind die feinen elektronischen Klänge, für die sich Hausherr Eric Smax und Dan Vegas verantwortlich zeichnen, sowie das stylische Ambiente des Mezzomar Seehauses. Los geht es um 22 Uhr. Karten kosten 12 Euro.

Dom und Kevin Lietz, die Jungs von „Burn the City“, kommen ins Grammatikoff, um den Mai ausgelassen willkommen zu heißen. In der letzten Nacht des Aprils legen sie eine wilde Mixtur aus Indie, Electro Pop, Hip Hop und weiterem tanzbarem Material auf. Einlass ist ab 23 Uhr. Der Eintrittspreis zu „Last Nite of April“ liegt bei 8 Euro.

Die Huckinger Schützen laden wie schon in den Vorjahren zur rauschenden Walpurgisnacht in den Steinhof. Ab 19 Uhr wird dort in den Mai getanzt. Für die gute Stimmung stehen DJ Tümmel und seine Freunde mit Musik in allen Geschmacksrichtungen bereit. Der Eintritt inklusive vier Verzehrmarken kostet 15 Euro.

Kult-DJ Axel Weyand (DJ Akki) eröffnet in der Villa Rheinperle die Freiluft-Partysaison. In der exklusiven Location in Bliersheim werden zu diesem Zweck zwei Tanzflächen bespielt. Auf die Plattenteller kommt dabei eine Mischung aus aktueller Housemusik, R‘n’B und Partyklassikern. Die Türen öffnen um 21 Uhr. Die Karten gibt es für 12 Euro.

Tanzen statt rumstehen: Die Losung für die Feier im Djäzz ist eindeutig. Die Sohlen sollen brennen. Tonträger aus dem Archiv von Thorrissey und Ben Postler sollen dafür sorgen. In ihrem Gepäck befinden sich Soul, Indie, Funk, Elektro, Pop, Hip Hop und Big Beats. Der Startschuss erfolgt um 20 Uhr. Eintritt: 5 Euro.