Die Katzenaufpasser Duisburgs

Ein Catsitter muss die Katzen regelmäßig füttern und mit ihnen spielen. Die Mitglieder vertrauen einander blind.
Ein Catsitter muss die Katzen regelmäßig füttern und mit ihnen spielen. Die Mitglieder vertrauen einander blind.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Vor 14 Jahren gründete Helga Grünewald in Duisburg den Catsitter-Club. 35 Mitglieder versorgen gegenseitig ihre Tiere, wenn Urlaube anstehen.

Duisburg,. Wohin nur mit den Katzen? Als Helga Grünewald im Jahr 2001 einen Urlaub antreten wollte, musste sie für ihre beiden geliebten Stubentiger – die sie damals erst seit kurzem hatte – eine Unterkunft finden. Ihre Antwort: Nirgendwohin. Die Katzen sollten bleiben, wo sie waren – zu Hause. Grünewald suchte mit Erfolg nach jemandem, der ihre Katzen sitten wollte. Aus der Not machte sie dann eine Tugend und gründete kurz darauf den ersten Catsitter-Club Duisburgs. 14 Jahre später passen dort 35 Mitglieder stadtweit gegenseitig auf ihre Tiere auf. Tendenz steigend.

Einen Katzenhüter zu finden war gar nicht so einfach

„Als ich von 2000 bis 2001 nur eine Katze hatte, war alles halb so wild“, erinnert sich die 53-jährige Grünewald. „Meine Eltern nahmen sie, wenn ich mal weg war, als die zweite dazu kam, winkten sie ab.“ Ein Bezahldienst kam nicht in Frage für sie. Und sie wollte den Sitter vorher kennenlernen. Mit Aufrufen an den schwarzen Brettern dieser Stadt suchte Grünewald nach „Leidensgenossen“.

Innerhalb kürzester Zeit fand sie die ersten sieben Katzenbesitzer. Die Geburtsstunde des Clubs. Von Anfang an waren zwei Dinge klar: Geld soll damit nicht verdient werden und die Katzen sollen zu Hause bleiben können, in ihrer gewohnten Umgebung. „Unsere Tiere sollen versorgt werden, wenn wir im Urlaub sind, oder durch eine Notsituation wie einen Krankenhausaufenthalt nicht zu Hause sein können“, so Grünewald, gelernte Bankkauffrau. „Der Catsitter gibt Futter und macht das Klo sauber.“

Catsitter-Club ist praktisch in jedem Duisburger Stadtteil vertreten

Mit den Jahren kamen immer mehr Mitglieder dazu, Freundschaften entstanden. das Motto: „Versorgst du meine Katzen, versorge ich deine Katzen.“ Mittlerweile haben die Katzenliebhaber ein Netzwerk in ganz Duisburg aufgebaut. „Es ist praktisch jeder Stadtteil abgedeckt“, sagt Grünewald stolz und erklärt, dass die Mitglieder sich nicht als Dienstleister verstehen. „Man kann uns nicht buchen, wenn man nicht dem Club angehört. Es sind im Grunde genommen Freundschaftsdienste. Wir sprechen uns ab, wer wann auf welche Katzen aufpasst.“ Man vertraut einander blind.

Katzenbilder Für Außenstehende ist es weder möglich, einen Sitter über den Club zu buchen noch auf die Schnelle Mitglied zu werden und bald wieder auszutreten. „Wir wollen, dass Katzenbesitzer langfristig planen. Man muss mindestens drei Clubtreffen besucht haben, um die Kontaktdaten der Mitglieder zu bekommen“, betont Grünewald. Die Treffen sind einmal im Monat beim Schwimmverein DSV 98 in Wedau.

Beim nächsten Treffen wollen die Mitglieder einen Plan für den Sommer erstellen. Dann ist nämlich Urlaubs-Hochsaison. Wann Grünwald wieder in den Urlaub fährt, ist noch nicht sicher. Dass ihre mittlerweile drei Katzen Merlin, Felix und Sunny angemessen betreut werden, schon.

Geringe Beiträge für die Clubmitglieder

Der Club plant die Einsätze bei Urlauben im Voraus. Im Notfall hilft man sich auch spontan. Kosten für eine Mitgliedschaft fallen nur wenige an: Für die Finanzierung des Internetauftritts. Überschüsse zum Ende des Jahres werden gespendet.

Weitere Informationen und Kontakt unter: www.catsitterclub-duisburg.de und 0203 / 9 35 16 45.