Das aktuelle Wetter Duisburg 4°C
Arbeit & Architektur

Die Intel-Ideenschmiede - das Raumschiff von Huckingen

07.11.2012 | 09:00 Uhr
Mit Holzschindeln ist die Außenfassade des ungewöhnlichen Rundlings von Intel in Huckingen verkleidet.Foto: Lars Froehlich

Duisburg.  Ungewöhnlich und einzigartig ist die Architektur der Intel-Ideenschmiede an der Düsseldorfer Landstraße in Huckingen. 2005 wurde der 20 Millionen-Bau bezogen, in dem 350 Tüftler arbeiten.

Es ist nicht eckig, es ist aber auch nicht rund, jedenfalls geschwungen, an eine verdrehte Ellipse erinnernd. Und es ist schon bemerkenswert, geradezu ein Anachronismus, wenn man Architektur mit der Beschreibung amorph, also formlos, einzuordnen sucht. Das aber wiederum ist auch das Besondere, Einzigartige an dem 2005 als Denkstube vom Chipentwickler Infineon bezogenen Domizil an der Düsseldorfer Landstraße in Huckingen.

Dabei hatten die Architekten aus der Schweiz und der Investor „Erste Primus GmbH“, der 2011 auch dem Nachbarn Xella seine neue Firmenzentrale baute, die Aufgabe, der weltweiten Corporate Identity von Infineon zu entsprechen. Nachdem Intel die Mobilfunksparte von Infineon übernommen hat, weht heute die Intel-Fahne vor dem Gebäude, das an ein Raumschiff erinnert oder an die neue Allianz-Arena in München. Wo Intel dransteht, ist auch Intel drin: Weiterhin wird dort Soft-und Hardware entwickelt. Kaum ein Handy etwa, das ohne die Elektronik aus dem holzvertäfelten (!) Raumschiff auskommt, in dem rund 350 Tüftler arbeiten.

Holzschindeln aus Spanien

Holzvertäfelt? Ja, denn die geschwungenen, nach außen und nach oben gewölbten Geschosse über dem gläsernen Parterre sind mit Holzschindeln verkleidet, die mittlerweile leicht wettergegerbt sind und eigens im Baskenland produziert wurden. Dazwischen sind unregelmäßige Fensterbänder angeordnet. Geradezu mit einer Leichtigkeit passt sich dieser eigenartige Rundbau in das hügelige Gelände an.

Das leicht amöbenförmige Gebäude umrundet einen Innenhof mit Bäumen und einem künstlichen See, der von Holzdecks eingefasst ist. Das erinnert an japanische Gärten, strahlt Ruhe und Wärme aus. Eine Pfosten-Riegelfassade, die geschosshohen Fenster und umlaufende Roste aus verzinktem Stahl prägen den inneren Kreis der Gebäudehülle und geben der Fassade Struktur und Vielseitigkeit zugleich.

Intel in Huckingen

Ein Haus ohne Ecken und Kanten, das auf den enorm breiten ­Bürofluren mit seinem Bambusparkett in geschäftiger Stille Kreise ziehen lässt, die förmlich vor keiner Wand enden. Lichtdurchflutete Sitzecken und das offene, gläserne Pausenfoyer im Erdgeschoss schaffen ein organisches und wohnlich-kommunikatives Ambiente. Das ist gewollt, schließlich geht es darum, hier neue Ideen zu entwickeln. „Die ganze Atmosphäre soll inspirieren“, erklärt Betriebsleiter Harald Zientarski.

Alle Berichte und Bildergalerien über die WAZ-Serie zur Architektur von Firmensitzen in Duisburg finden Sie auch auf unserer Serienseite "Das ist Duisburg"

Oliver Schmeer



Kommentare
Aus dem Ressort
Viele Unfälle an gefährlichen Duisburger Ecken
Verkehr
Verkehrsexperten suchen Lösungen für gefährliche Kreuzungen und Kurven in Duisburg, an denen sich immer wieder schwere Unfälle ereignen. Mal fahren die Autofahrer zu schnell, mal sind Kreuzungen unübersichtlich.
Duisburgerin hat großen Auftritt beim „Supertalent“
TV-Casting-Show
Angelika Ewa Turo aus Marxloh ist am Samstag, 29. November, in der RTL-Casting-Show „Das Supertalent“ zu sehen. Die 26-Jährige liebt Schlager und singt vor großem Publikum und der vierköpfigen Jury um den Pop-Titanen Dieter Bohlen den Helene-Fischer-Hit „Atemlos“.
38-Stunden-Woche und nur Teilzeit-Kraft? Ärger in Duisburg
Arbeitsrecht
Straßenbahnfahrer der Bus Verkehr Duisburg GmbH gelten mit einer 38 Stundenwoche als Teilzeitbeschäftigte - erst ab 39 Stunden gilt man als vollzeitbeschäftigt. Der Betriebsrat beklagt, dass dies in den Stellenausschreibungen sowie in Einstellungsgesprächen nie ausdrücklich erwähnt worden sei.
Warum der Stahl bei Thyssen-Krupp an Bedeutung verliert
Thyssen-Krupp
„Thyssen-Krupp ist kein Stahlkonzern mehr“, hat Konzernchef Heinrich Hiesinger unlängst gesagt. Schon heute trage die Stahlsparte „nur noch“ rund 30 Prozent zum Konzernumsatz bei. Betriebsratschef Wilhelm Segerath hält dagegen: „Thyssen-Krupp wäre ohne Stahl wie ein Wohnzimmer ohne Sofa.“
Arbeitslosenquote liegt weiter bei 12,4 Prozent
Arbeitsmarkt
Der Arbeitsmarkt erholt sich bundesweit, aber in Duisburg bleibt die Arbeitslosenquote auf dem Stand des Vormonats. Dabei kann der Chef der Arbeitsagentur auch von einem Rückgang der Arbeitslosenzahlen berichten – aber gleichzeitig steigt die Zahl der Hartz IV-Bezieher.
Die Grundsteuer in Duisburg soll erhöht werden
Duisburg ist ganz schön pleite. Um die Schließung von Hallenbädern, Stadtteilbüchereien und Jugendzentren zu verhindern, dreht die Stadt an der Steuerschraube. Ist das ein legitimer Weg?

Duisburg ist ganz schön pleite. Um die Schließung von Hallenbädern, Stadtteilbüchereien und Jugendzentren zu verhindern, dreht die Stadt an der Steuerschraube. Ist das ein legitimer Weg?

 
Fotos und Videos
Sinteranlage
Bildgalerie
Stahlindustrie
Spaziergang durch Schmidthorst
Bildgalerie
Statteile im Norden
Bellydancer-WM in Duisburg
Bildgalerie
Bauchtanz
Die hohe Kunst des Bauchtanzes
Video
Bauchtanz-Festival