Die Frage „Kann NRW Kunst?“ bewegt

Die Frage des Abends „Kann Wirtschaft Kunst?“ war beim Neujahrsempfang im Museum Küppersmühle schnell beantwortet: Ja, sie kann. Die Frage, die alle bewegte, war eine ganz andere: „Kann NRW Kunst?“, formulierte Museumsdirektor Walter Smerling das Thema neu vor dem Hintergrund der geplanten Kunstverkäufe der WestLB-Nachfolgerin Portigon. Seine Antwort: Der Verkauf von Kunst aus Museen sei ein No-Go.

Sehr deutlich wurde auch Prof. Dr. Thomas Lange, Vorstandsvorsitzender der Nationalbank: Ein Verkauf sei „eine kulturpolitische Instinkt- und Konzeptlosigkeit“. Das Aus für die Westdeutsche Landesbank habe den Steuerzahler mehr als 20 Milliarden Euro gekostet, und die Kunst sei mit Steuergeldern der Bürger gekauft worden. Die Frage sei jetzt, wie es gelingen könne, die Kunst im Land zu halten. „Die Nationalbank würde sich der Verantwortung nicht entziehen“, so Lange.

„Wenn es auf den Punkt kommt, wird der Bund eingreifen“, sagte Armin Laschet (CDU). Der Oppositionsführer im Landtag war als Redner eingesprungen, nachdem Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) seine Teilnahme abgesagt hatte. Zunächst müsse die Landesregierung der EU klarmachen, dass es sich bei den Kunstwerken nicht um „Assets“ (also Vermögenswerte) handele, sondern um Kulturgut, so Laschet. Außerdem signalisiere ein Verkauf, das Land sei schwach; tatsächlich aber sei es stark. Und es könnte Kommunen mit Nothaushalt auf die Idee bringen, auch Kunst zu verkaufen. „Eine verheerende Wirkung“, so Laschet. Er sei gern bereit, das Problem parteiübergreifend zu debattieren. „Die WestLB gehörte nicht ein paar Bankern, das haben die Menschen erwirtschaftet.“