Die Fische im Zoo Duisburg bekommen ein neues Zuhause

Volker Grün ist Meeresbiologe. Er wollte die Lebensräume der Aquarien-Bewohner abbilden.
Volker Grün ist Meeresbiologe. Er wollte die Lebensräume der Aquarien-Bewohner abbilden.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Für rund eine Million Euro hat der Förderverein des Zoos das Aquarium saniert. Das Geld floss in neue Technik und die Umgestaltung der Ausstellungsfläche.

Duisburg.. Ein Besuch im Duisburger Aquarium ersetzt so manchen Urlaub. In einem Becken schwimmen Fische wie sie sonst nur in Ostafrika vorkommen, ein anderes zeigt den Unterwasserlebensraum Südamerikas. Für rund eine Million Euro hat der Förderverein des Zoos das Aquarium saniert. Das Geld floss vor allem in neue Technik, Wärmedämmung und die Umgestaltung der Ausstellungsfläche. Dass diesmal die Aquarianer in den Genuss eines Geldsegens kamen, dazu hat nicht zuletzt die Wurzelmundqualle beigetragen.

„Wir haben viele Jahre ein Konzept entwickelt und waren auf der Suche nach Sponsoren, um unsere Ideen umzusetzen“, erklärt Volker Grün. Der Meeresbiologe ist Kurator des Hauses und zugleich so etwas wie ein kleiner Zoodirektor. Schließlich leben in den Becken rund 7000 Fische. „Wir wollten nicht in dem einen die gelben und in dem anderen die roten zeigen, sondern komplette Lebensräume erschaffen.“

Befreundete Zoos stifteten Korallen

Doch die Geldgeber ließen sich nicht so einfach locken. Dabei lag es für die Zoologen nahe, bei „Octeo“ mal für die Oktopusse anzufragen. Grün und seine Kollegen konnten immerhin den Förderverein des Tierparks gewinnen, ein erstes Becken für rund 250.000 Euro zu sanieren. Auch eine neue Heimat für die Quallen wurde gebaut. Mit Licht werden die Tiere seitdem in Szene gesetzt. „Auf einmal wurden die Wurzelmundquallen der Renner auf Facebook. Sie wurden öfter fotografiert als das Tigerbaby“, erinnert sich Fachmann Grün. Gleichzeitig erhöhte sich die Verweildauer der Besucher. Vor allem Kinder finden es spannend, immer wieder neue Fische zu entdecken, die sich vielleicht vorher am Grund oder hinter Steinen versteckt hielten.

„Von unserem Engagement sollen alle Abteilungen profitieren und das Gebäude war wirklich in die Jahre gekommen. Deshalb war gar keine große Überzeugungsarbeit nötig“, erklärt Franz Krafzel, Vorsitzender des „Vereins der Freunde des Duisburger Tierpark e.V.“ Er findet das Ergebnis gelungen. „Außerdem wurden wir immer wieder eingebunden und über die Fortschritte unterrichtet.“ Viele Neuerungen sieht der Zoobesucher nämlich nicht. So wurden die Leitungen erneuert. „Früher mussten wir immer mit Schläuchen aus dem Keller kommen und Wasser pumpen“, erzählt Volker Grün. Das funktioniert jetzt ebenso automatisch, wie die unterschiedlichen (Salz-)Wasserqualitäten herzustellen.

Geschenke zur Umgestaltung gab es übrigens auch. So haben befreundete Zoos etwa Korallen gestiftet. Und die Aquarianer aus dem Botanischen Garten Hamborn zogen für den Tierpark hunderte Celebes-Ährenfische. Ein paar Bewohner werden zudem in den nächsten Woche noch einziehen. Und die Wurzelmundqualle freut sich weiter über Besuch.