„Die Bürger machen es der Politik zu leicht“

Wäre ja auch das erste Mal gewesen, dass die Verwaltung und der Duisburger Rat ihre Entscheidungen selbstkritisch infrage stellen würden. Bisher hat es ja noch immer geklappt, den Bürgern das Geld aus der Tasche zu ziehen, ohne mit bedeutendem Widerstand rechnen zu müssen. Die Bürger machen es diesen Herrschaften viel zu leicht! Spätestens bei den Beratungen zum nächsten Haushaltsentwurf der Stadt steht die ganze Kürzungsliste wieder auf der Startrampe. Die Ausplünderung ist auch in Zukunft eine „Riesenaufgabe“!

Vielleicht sollte man die Dinge etwas gelassener betrachten, und den Menschen nicht immer Unkenntnis, Faulheit und Blödheit unterstellen. Duisburg ist durch den Strukturwandel schwer gebeutelt und keine Partei kann unter den jetzigen Umständen mehr tun als Steuern erhöhen und sparen. Alle, die im Auftrag der Allgemeinheit arbeiten, werden sich sicherlich nach ihren Möglichkeiten bemühen, ihre Arbeit auch gut zu machen.

Ich frage mich, an welche Unternehmen Herr Langner denkt. Die Großunternehmen oder die Kleinen im Bereich Handel, deren Laden gerade so läuft, aber durch Gewerbe- und Grundsteuer das Wasser abgegraben wird? Der Bevölkerung fehlt Geld durch die Steuererhöhungen, die Löhne für Mitarbeiter steigen, die Energiekosten ebenso. Das heißt, es wird weniger konsumiert. Damit tötet die Steuererhöhung den Handel, was den Leerstand sicherlich noch verschärft. Schade, dass Herr Langner diese Zusammenhänge nicht erkennen kann.

Eine Steuererhöhung ist niemals angenehm, allerdings manchmal auch nicht vermeidbar. Aber sie muss immer im Verhältnis zu den Punkten stehen, die sie betrifft. Aber wir erleben das Gegenteil. Die Menschen ziehen weg, die Firmen suchen sich andere Städte, die Innenstadt stirbt nach und nach, von den Vororten will ich gar nicht sprechen. Duisburg ist die teuerste Stadt in NRW. Das passt gar nicht!