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Die Bühne lockt auch jenseits der 50

13.02.2012 | 18:18 Uhr
Die Bühne lockt auch jenseits der 50
Regisseur Horst Naumann (Mitte), sein Ensemble und Fördervereins-Vorsitzende Gabriela Grillo (2.v.r.). Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool

Duisburg.Als „Traumschiff“-Fans haben sie „Schiffsarzt“ Horst Naumann jahrelang im Fernsehen bewundert – jetzt erleben ihn die Mitglieder der „Theaterfreunde 50+“ als Regisseur.

Über 70 Interessenten hatten sich auf den Aufruf im Herbst gemeldet, bei dem Duisburger ab 50 Jahren die Mitwirkung an einem Theaterprojekt in der „Säule“ angeboten wurde, so Martina Linn-Naumann, Chefin des Kleinkunsttheaters an der Goldstraße. 45 Interessenten kamen zu den „Castings“. 13 Theaterbegeisterte zwischen 50 und 75 Jahren nehmen an dem auf drei Jahre angelegten Projekt teil. Vier Stunden pro Woche wird geprobt. Die erste Premiere ist am 3. Mai: Ein 70-minütiger Sketch-Abend, für den Martina Linn-Naumann die Texte schreibt. Denn auf der Suche nach lustigen, bissigen oder nachdenklichen Szenen zu Themen, die diese Altersgruppe speziell angehen – von Beruf bis Selbstbestimmtheit – fand sie: nichts.

Dabei bezieht sie Vorschläge der Akteure ein. Zum Beispiel beim Sketch „Wartezimmer“. Da gibt es eine „Öko-Möhre“, die’s unterm Wollpulli juckt, oder das „wandelnde Medizinlexikon“, das gleich Krätze diagnostiziert, aber auch die sanfte alte Dame, die ihre Erfahrungen mit der Einsamkeit schildert. Diese Figur hat Ute Jeffers, mit 73 die älteste Frau der Gruppe, beigesteuert. Sie hat mit ihrem Mann, einem Musiker, lange auf Barbados gelebt. Nach ihrer Rückkehr nach Duisburg füllte das Rentnerleben sie nicht aus.

Manuela Georgiadis (51) hat die Kinder groß, sie singt und hat man getanzt – und jetzt im Theaterspielen eine „neue Herausforderung“ gefunden. Ergo-Therapeutin Gabriele Palm (57) ist voll berufstätig – und erfüllt sich „die lebenslange Sehnsucht nach Kreativität“. Jürgen Tobergte (75) hat schon mal in einer Laien-Theatergruppe mitgewirkt; „Spaß und Nervenkitzel“ findet er beim Theaterspielen. Seine erste Rolle ist „Vater Hans“, der etwas zu vererben hat, was seine Kinder freut. Allerdings hat er eine neue Liebe gefunden...

„Der Förderverein findet die Angebotserweiterung wunderbar“, so Vorsitzende Gabriela Grillo. Der EU-Sozialfonds finanziert zwei „Bürgerarbeitsplätze“ zur technischen Unterstützung. Die Bühnenbilder soll es auch mobil geben, damit Auftritte etwa in Begegnungsstätten oder Krankenhäusern möglich sind.

Nach der Premiere gibt es fünf Vorstellungen in der Säule: 6. und 31. Mai, 1. und 2. Juni um 20 Uhr, 3. Juni um 15.30 Uhr. Die Einnahmen gehen an die Deutsche Schlaganfallhilfe sowie die Duisburger Tafel.

Anne Horstmeier

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82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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