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Die besten Tipps fürs Drachensteigen an Rhein und Ruhr

02.10.2012 | 06:00 Uhr
Trocken sollte es sein, wenn man einen Drachen steigen lassen möchte. Je nach Material des Fliegers reicht schon wenig Wind.Foto: Bernd Lauter

Duisburg/Niederrhein.   Drachensteigen ist einer der Herbstklassiker. Zwei Drachen-Experten aus Moers erklären was man für dieses Hobby braucht und verraten, wo Kinder oder Erwachsene im westlichen Ruhrgebiet und am Niederrhein ihren Drachen am Besten steigen lassen können.

Wenn sich der Herbst von seiner schönen Seite zeigt, gibt es im westlichen Ruhrgebiet und am Niederrhein zahlreiche Ausflugs- und Sportmöglichkeiten. Ob nun Pilze sammeln, Joggen gehen oder einfach eine Waldspaziergang im herbstlichen Sonnenschein – Möglichkeiten bietet die Region viele.

Zu den Herbst-Klassikern gehört es auch, Drachen steigen zu lassen. Dazu muss es eigentlich nur trocken sein und mitunter reicht auch schon ein laues Lüftchen, sagen Tanja Josten und Jörg Döpp. Und die beiden müssen es wissen, schließlich sind sie sogar Deutsche Meister in ihrem Metier. Das Paar aus Moers gibt einige Tipps und nennen die besten Orte fürs Drachensteigen.

Das beste Einstiegsalter und der beste Einstiegsdrachen

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Am Wochenende fand das 21. Drachenfest statt - Ausnahmezustand in Lünen.

Ab drei, vier Jahren können Kinder ihren ersten kleinen Drachen steigen lassen, selbstverständlich unter den wachsamen Augen der Eltern oder Großeltern, schätzt Jörg Döpp. Er selbst hat seinen ersten Drachen mit fünf oder sechs Jahren in die Luft gebracht. „Das war auf der Insel Fanö in Dänemark. Da haben wir früher jedes Jahr den Urlaub verbracht und ich habe mit jedes Jahr einen neuen Drachen gekauft.“

Gerade bei jüngeren Kindern sollte der Drachen aber nicht zu groß sein. „Der Mensch muss den Drachen beherrschen, nicht umgekehrt“, unterstreicht der 38-Jährige. Mit 18, 19 Jahren hat er dann begonnen, selbst Drachen zu bauen. Und auch die lässt er mit seiner Lebensgefährtin über der dänischen Nordseeinsel aufsteigen. Dort steigt nämlich immer im Juni ein riesiges Drachen-Festival, zu dem sich Drachenbauer aus ganz Europa treffen.

Drachen-Workshops

Um das Drachenfliegen wieder populär zu machen, bieten mehrere Händler aus der Region auch Workshops, insbesondere für Kinder an. So organisiert der Drachenbauer Roland Scherbaum aus Mülheim auf Wunsch Bastelaktionen für Kindergeburtstage in seinem Laden in der Mülheimer Innenstadt. Wenn das Wetter es zulässt, dann geht der 55-Jährige mit den Kindern auch direkt nach draußen und lässt die selbst gebastelten Werke steigen. Die Fachhändler sind zwar selten geworden, aber auch in Duisburg und Essen finden sich noch Fachhändler wie die Drachenwerkstatt, Kewo91 oder eben der Laden von Roland Scherbaum, die Drachen anbieten und sicherlich den einen oder anderen Anfänger-Tipp geben.

Kinder steigen am besten mit einem Lenkdrachen ein, denn Einleiner finden sie häufig sehr schnell zu langweilig. „Recht robust sind Lenkmatten, die wie ein Fallschirm aussehen. Diese Drachen haben keine Holzleisten oder Stäbe als Verstärkung und gehen bei einem Absturz nicht so schnell kaputt“, erklärt Tanja Josten. Außerdem lassen sich damit Tricks und Figuren in der Luft machen, genau das Richtige für Kinder, die Action und Bewegung wollen“, findet die die 36-Jährige.

Je nach Material des Drachens braucht man mal mehr, mal weniger Wind: Ein Drachen aus Seide fliegt schon bei einer halben Windstärke, der schwere Baumwolldrachen braucht eher Windstärke fünf bis sechs. Für den „Standarddrachen“, wie er im Geschäft zu kaufen ist, ist Windstärke zwei bis drei optimal.

Was kostet ein Drachen in der Anschaffung?

„Flugtaugliche“ Discounter-Ware gibt es schon ab 5 Euro zu kaufen, nach oben sind die Grenzen auch bei Flugdrachen offen. „Ab 20 Euro bekommt man schon einen Drachen, der eine Klasse besser ist als der vom Discounter“, sagt Jörg Döpp. Das wäre dann ein Motivdrachen, ein so genannter Einleiner, der mit einer Leine gesteuert wird. Ein Lenkdrachen für Einsteiger, das sind dann Zweileiner, ist für etwa 30 bis 40 Euro zu haben.

Jörg Döpp und Tanja Josten bei einem Drachenfest mit ihren fliegenden Kronkorken. Mit diesem Drachen belegten sie bei den deutschen Meisterschaften den zweiten Platz.Foto: Bernd Lauter

Unsere beiden Drachen-Experten aus Moers nähen sich ihre Fluggeräte jedoch selbst. Sei es zuhause an der Nähmaschine oder in einem Drachen-Workshop, zu dem sich Drachen-Profis immer wieder treffen. Drachenbau-Seminare für erwachsene Anfänger gebe es derzeit noch nicht, dafür aber kleinere Workshops für Kinder, zum Beispiel bei Drachenfesten, erklären die beiden Drachenfans.

Tipps und Bauanleitungen, wenn es denn ein individueller Drachen sein soll, gibt es auch in Online-Foren, auf denen sich die Drachenszene austauscht, zum Beispiel Drachenforum.net oder Einleiner-Forum.de.

Wieviele verschiedene Arten von Drachen gibt es überhaupt

Weit verbreitet sind die so genannten Ein- und Zweileiner – die Zahl steht für die Zahl der Schnüre, an denen der Drachen befestigt ist. Einleiner gibt es in ganz vielen unterschiedlichen Formen, der Phantasie sind nahezu keine Grenzen gesetzt.

Drachenfest auf der Halde

Von den Zweileinern, die auch unter dem Namen Lenkdrachen bekannt sind, gibt es etwa zehn unterschiedliche Formen. Das ist auch der klassische Einsteigerdrachen für Kinder. Die Cracks lassen dann sogar Drachen mit vier Leinen steigen, mit denen sie noch mehr Flugtricks vollführen können.

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