Die Ausbilderin vom Duisburger Toepperbad

 Rettungsschwimmerin Tabea van der Werth von der DLRG Rheinhausen macht aus Schwimmanfängern gute, ausdauernde Schwimmer. Sie verspricht: „Wen ich trainiere, der wird richtig fit.“
Rettungsschwimmerin Tabea van der Werth von der DLRG Rheinhausen macht aus Schwimmanfängern gute, ausdauernde Schwimmer. Sie verspricht: „Wen ich trainiere, der wird richtig fit.“
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Tabea van der Werth bringt dem Nachwuchs bei der DLRG-Ortsgruppe Duisburg-Rheinhausen das Schwimmen bei. Die Zeiten sind schwierig, aber sie freut sich auch über kleine Erfolge.

Duisburg.. Pitschnass kommen die Kinder aus der Dusche, laufen ungeduldig zum Beckenrand. Sie können ihre Schwimmstunden kaum erwarten. Doch wann es im Toepperbad losgeht, das entscheidet heute Tabea van der Werth. Die 18-jährige Schülerin gehört zur Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). In der Ortsgruppe Rheinhausen engagiert sie sich als stellvertretende Ausbildungsleiterin.

Jetzt bereitet sie Sechs- bis Zehnjährige auf ihre Schwimmprüfungen vor; die Kinder wollen demnächst ihr Silberabzeichen bekommen und auf die Badehosen nähen. Mit Elan springen schon einige ins Chlorwasser, während andere noch den Köpper vom Startblock üben. „Ich fand Schwimmen immer cool. Es macht Spaß und ist für mich ein guter Ausgleich“, sagt van der Werth, die bereits vor rund 14 Jahren zur DLRG stieß.

„Heute lernen viele das Schwimmen aber gar nicht mehr oder hören schon nach dem Seepferdchen auf.“ Bei ihr war es damals anders. Sie war hin und weg vom Wasser, ihre Abzeichen hat sie als Kind viel schneller gemacht als alle anderen. „Zu schnell hintereinander, deshalb bin ich an die Jugendarbeit geraten“, flachst sie. Inzwischen bildet die Rettungsschwimmerin nicht nur Kinder und Jugendliche aus, manchmal sogar Polizisten. Zudem besetzt sie die Wachhütte am Toeppersee. Besonders mag sie aber die Drachenbootregatten an der Tegge. Gerne würde sie auch selbst mal der Ziellinie entgegenrudern, doch für ein eigenes Drachenbootteam braucht die Ortsgruppe mehr aktive Mitglieder. Wer Zeit hat, wird nämlich bei den Rennen für den Rettungsdienst gebraucht.

Herausforderungen meistern

Auch Mitausbilder Arthur Bondarenko engagiert sich gerne. „Mich interessiert das Soziale der DLRG“, sagt der 16-Jährige. „Ich möchte mit Menschen arbeiten, Menschen etwas beibringen.“ Boote und Autos zu warten, gehört für ihn jedoch ebenso dazu wie der Wachdienst. Aber, nein, ein Leben gerettet haben beide noch nicht – und sie wünschen sich auch keine totgefährlichen Situationen.

Erfolgserlebnisse haben sie trotzdem. „Ich freue mich über jeden, der es hier schafft“, sagt van der Werth. Nicht immer geht es dabei jedoch um Schwimmprüfungen, manchmal gibt es auch schwierige Herausforderungen zu meistern. „Bei mir war mal ein Mädchen, das Angst vor Wasser hatte. Wir konnten ihr aber helfen, dass sie ihre Angst überwindet.“

Ortsgruppe fürs Studium verlassen

Allerdings stehen Erfolgen wie diesem einige Probleme gegenüber. So wird es immer schwieriger, Ehrenamtler für das Hallenbad oder den Wachdienst zu gewinnen. „Vielen ist vielleicht die Verantwortung zu groß“, mutmaßt die junge Frau. Außerdem ziehen Helfer fast immer fürs Studium oder für eine Lehrstelle weg aus Rheinhausen oder sogar Duisburg. Auch Tabea van der Werth will in rund anderthalb Jahren studieren. Dann muss sie ihr Engagement aufgeben, zähneknirschend.

Erstmal wartet sie aber jetzt auf einen heißen Sommer: „Wir beleben dann die Wache am Toeppersee wieder.“ Dabei zünden die Rettungsschwimmer aus Rheinhausen natürlich den Grill an.

Lebensretter wollen Katastrophenschützer werden

Nicht nur Nachwuchsmangel sorgt die DLRG Rheinhausen, vor allem das Geld fehlt, um Fahrzeuge für den Rettungsdienst zu warten und die Mitglieder vernünftig auszubilden und auszustatten. Weil die Stadt die Nutzungsgebühren für die Hallenbäder drastisch angehoben hatte, stand die Ortsgruppe 2012 sogar bereits vor der Auflösung. Nur durch höhere Mitgliedsbeiträge und ein verringertes Kursangebot sicherte die Ortsgruppe ihr Fortbestehen.

Deren Vorsitzender Martin Flasbarth, der außerdem bis in die Landesebene DLRG-Ämter bekleidet, musste seitdem viele Bettelbriefe an Sponsoren schreiben, um Investitionen für den Rettungsdienst tätigen zu können. Jetzt will er einen neuen Weg gehen. Die DLRG Rheinhausen soll als Organisation für den Katastrophenschutz anerkannt werden, wie es die Walsumer Ortsgruppe bereits ist. Dann können Landesfördergelder fließen. Aber dafür benötigt er Ausrüstung für mindestens 15 gut ausgebildete Helfer, ein neues Geländeauto, ein Boot, Gesundheitszeugnisse und Arbeitgeberbefreiungen. „Noch sind wir davon relativ weit weg“, sagt Flasbarth. Doch es gibt immerhin einen Hoffnungsschimmer: „Interessierte Ehrenamtlicher gibt es bei uns genug.“