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Sauerland-Abwahl

Den Neuanfang kann Duisburgs OB Sören Link nicht allein gestalten

12.02.2013 | 07:00 Uhr
Ein Jahr ist dies jetzt vorbei. Die Bürgerinitiative "Neuanfang für Duisburg" jubelt über die erfolgreiche Abwahl von Oberbürgermeister Adolf Sauerland.

Duisburg.  Beim Bürgerentscheid am 12. Februar 2012 ging es allein um die Zukunft von OB Adolf Sauerland. Dennoch waren an seine Abwahl Erwartungen verknüpft: Transparenter, bürgernäher sollte die Zukunft in Duisburg werden. Die Parteipolitik, so scheint es, hinkt diesen Erwartungen noch hinterher.

Vor einem Jahr setzte Duisburg ein Zeichen. Ganz Deutschland sprach darüber, wie die Duisburger ihren Oberbürgermeister aus dem Amt jagten . Die Abwahl schaffte es an diesem Abend zur Top-Nachricht in der Tagesschau. Drei der 15 Minuten widmete der Sender dem Thema, knapp sieben Millionen sahen zu, auch wie Adolf Sauerland bis zum Schluss jegliche Verantwortung von sich wies. „Wenn man in seinem Bereich keinen Fehler begangen hat, welche Verantwortung muss man dann übernehmen?“, fragte er in die Kamera. „Man muss Verantwortung dann übernehmen, wenn man für so ein Unglück verantwortlich ist. Und das ist zur Zeit keiner in der Stadt Duisburg“.

Diese Worte sind Sinnbild für seinen Umgang mit der Katastrophe und seine Haltung, die ausschlaggebend war, dass die Abwahl ein solch eindeutiges Votum nach sich zog, das sich nicht einmal die kühnsten Rechner unter Sauerlands Kritikern ausgemalt hatten.

Symbol der Katastrophe

In Jubel und Freudenschreien gingen die Worte von Stadtdirektor Peter Greulich unter, als er um 19.37 Uhr das Ergebnis verkündete: 129.833 Wahlberechtigte stimmten für Sauerlands Abwahl, das sind 35,5 Prozent, gereicht hätten 25 Prozent oder gut 90.000 Stimmen.

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Duisburg, so empfanden es an diesem Abend viele, „befreite“ sich damit selbst von seinem Stadtoberhaupt, das sich einem freiwilligen Rücktritt partout widersetzt hatte. Sauerland, seit 2004 im Amt, war als oberster Repräsentant schon lange nicht mehr als das Gesicht der Stadt tragbar, er war zum Symbol der Katastrophe geworden.

Die unsägliche Pressekonferenz, seine Uneinsichtigkeit, sein Kleben am Stuhl, die fehlende, dann viel zu späte und deshalb unglaubwürdige Entschuldigung, all das hatte die Situation verschlimmert, bis der Frust der Bürger über dieses kümmerliche Wirken und über den Stillstand in der Stadt sich schließlich bei der Abwahl entladen hatte.

Einen Schlussstrich ziehen

Das war der geschichtsträchtige 12. Februar 2012, der Tag der Abwahl. Man könnte jetzt einen Schlussstrich ziehen. Doch diese Abwahl war von Beginn an mit einem Schlagwort verknüpft, unter dem die Bürgerinitiative bereits die Unterschriften gesammelt hatte: „Neuanfang “.

Anders, besser, transparenter, bürgernäher sollte die Zukunft in Duisburg werden, kein Größenwahn, keine waghalsigen Leuchtturmprojekte, keine Grabenkämpfe in der politischen Auseinandersetzung, sondern eine Politik im Sinne und zum Wohl des Bürgers. Doch schon das hehre Ziel, sich im breiten Konsens auf einen überparteilichen Kandidaten zu einigen, der bestenfalls all diese Ideale verkörpert, schlug fehl.

OB Adolf Sauerland abgewählt

Am Ende war der Wahlzettel so lang wie nie zuvor, 13 Bewerber konkurrierten um den Chefsessel im Rathaus. Dass in einer traditionellen SPD-Hochburg der SPD-Kandidat gewinnt, war am Ende dann weniger überraschend.

Sören Link musste sein Amt mit dem Vorwurf antreten, ein „Partei-Apparatschik“ zu sein, ein junger, ein unerfahrener dazu.

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Kommentare
13.02.2013
21:37
Den Neuanfang kann Duisburgs OB Sören Link nicht allein gestalten
von jojo2008 | #23

"Den Neuanfang kann Duisburgs OB Sören Link nicht allein gestalten"

Hat das denn irgendjemand gefordert? Aber irgendwas mitgestalten sollte er schon....
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Den Neuanfang kann Duisburgs OB Sören Link nicht allein gestalten
Den Neuanfang kann Duisburgs OB Sören Link nicht allein gestalten
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http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/die-abwahl-und-der-neuanfang-id7603730.html
2013-02-12 07:00
Abwahl, Neuanfang, Duisburg, Sauerland, Politik, Link, Adolf Sauerland, Sören Link, OB
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