Die A 40 wirkt wie ein Armutsäquator

„Dunkle Flecken“ nennt Andrea Bestgen die Regionen auf dem Armutsatlas, die seit Jahren die gleichen sind: In den östlichen Bundesländern, im Saarland, im Ruhrgebiet. Innerhalb des Reviers wirkt die A 40 wie ein Armutsäquator – in den Stadtteilen nördlich der Autobahn lebt zwischen Duisburg und Dortmund der höchste Anteil armer Menschen. Von einer „Verfestigung von Armut“ mangels Teilhabe spricht daher die Bertelsmann-Studie. „Ich wäre da vorsichtig“, sagt die Sozialamtsleiterin, „man kann das nicht nur an materiellen Kriterien festmachen“.

„Es gibt eine Gruppe, die sich kümmert“, sagt auch Hinrich Köpke über Eltern, die mit wenig dennoch viel möglich machen für ihre Kinder. Aber eben auch andere, bei denen finanzielle Not nicht die Ursache sei für die Vernachlässigung von Kindern. Es gebe auch Eltern, die Hilfen der Behörden aus Scham nicht annehmen, wieder andere, die ganz knapp über der Einkommensgrenze liegen und deshalb nichts bekommen. „Es gibt eine wachsende Zahl von Alleinerziehenden, die sich mit Minijobs über Wasser zu halten versuchen“, beschreibt Hinrich Köpcke die Entwicklung, die ihn am meisten besorgt.