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Offener Brief

Diakonie Duisburg kritisiert Museumschef Stecker

22.03.2013 | 18:55 Uhr
Diakonie Duisburg kritisiert Museumschef Stecker
Stephan Kiepe - Fahrenholz , Geschäftsführer des Diakonisches Werk, kritiisiert den Direktor des Lehmbruch-Museums Raimund SteckerFoto: Tanja Pickartz / far

Duisburg.  In einem offenen Brief geht die Leitung des Diakonisches Werkes in harten Worten Lehmbruck-Museums-Chef Stecker an. „Wo lebt der Mann eigentlich? Wir vermissen Demut und Einsicht in die hier herrschenden Verhältnisse“, sagt Diakonie-Werk-Geschäftsführer Stephan Kiepe-Fahrenholz

Dem Leiter des Lehmbruck-Museums weht nicht nur der scharfe Wind der Rechnungsprüfer ins Gesicht, die Raimund Stecker für die Finanzkrise des Museums verantwortlich machen: In einem offenen Brief an Stecker geht nun auch die Leitung des Diakonisches Werkes in harten Worten Stecker an. „Wo lebt der Mann eigentlich? Wir vermissen Demut und Einsicht in die hier herrschenden Verhältnisse“, sagt Diakonie-Werk-Geschäftsführer Stephan Kiepe-Fahrenholz zur WAZ.

Anlass der Empörung aus Sicht der Diakonie: Steckers Umgang mit den Vorwürfen gegen ihn. „Mit einer Mischung aus Verärgerung und Unverständnis“ habe man Steckers Äußerungen gelesen, heißt es in dem offenen Brief. Die Zahlen würde in sich zusammenfallen, hatte Stecker in der WAZ zu den Vorwürfen gesagt und die Überziehung des Budgets als Investitionen bezeichnet. Die Saat werde aufgehen, so Stecker.

"Damit erweist er auch der Kultur keinen Dienst"

Sarkastisch merken die Diakonie- Geschäftsführer Kiepe und Sieghard Schilling an: „Wir sind bloß Verantwortliche der Diakonie, die es mit den über 30.000 Arbeitslosen, mit den 40% an und unter der Armutsgrenze lebenden Kindern zu tun haben.“ Diese Menschen hätten „ganz andere Sorgen als ein Museumsdirektor, der seine kulturellen Errungenschaften offenbar gern mit einem „sehr schönen Essen“ auf Kosten des Steuerzahlers zu verknüpfen pflegt. Man gehöre auch nicht zur Kulturszene, die ja laut Stecker hinter ihm stehe.

Als „unerträglich“ empfinden es die beiden Werksleiter, mit „welch grandiosem Selbstbewusstsein“ Stecker die Vorwürfe mit Hinweis auf seine überragenden Leistungen vom Tisch wische. Kiepe-Fahrenholz sieht „Grenzen überschritten“. Stecker habe mit keinem Wort zu verstehen gegeben, dass er sich der Sensibilität im „gebeutelten“ Duisburg bewusst sei. „Damit erweist er auch der Kultur keinen Dienst“, so der Werk-Chef, der zugleich vor einem „Gegeneinander-Ausspielen“ von Kultur und Sozialem warnt.

Oliver Schmeer



Kommentare
30.03.2013
10:34
Es gibt für alles Ersatz, außer für den Umsatz ?
von Zentrum | #43

Mal gespannt, welche Spuren solches Diakonie - aka Caritasbashing demnächst aufnehmen wird.

Da sollen ja schon etliche Gelder und Gehälter in Duisburg eigennützig, dumm , geringschätzig und sozialunverträglich verballert worden sein.

Schön, dass sich die größten BRD-Arbeitgeber jetzt dieser Baustellen annehmen.

Unternehmensberatung i. S. Museumsputsch mal anders, hier: von der Kanzel...

Stecker sollte sich schon mit seinem Team strecken, dass die Hütte regelmäßig voll wird, sonst streckt der neue Dezernent ihn auf seiner Krützbank oder hängt ihn an den Schwenkmast, unterhalb vom Panhas am TaT-Looping.

Das Lehmbruck ist okay, ne kleine Hucke eben, schwer so ein Projekt in der unwirklichen Stadt-Duisburg anschlussfähig zu machen.

Glückauf

26.03.2013
18:27
Diakonie Duisburg kritisiert Museumschef Stecker
von Kulturredakteur | #42

@JoachimMutz#41

Der Link zur "Suspendierung"
http://www.duden.de/rechtschreibung/suspendieren
ergibt:
"Synonyme zu suspendieren
abberufen, ablösen, absetzen, beurlauben, entlassen, entmachten, kündigen, verabschieden; (schweizerisch) [in seinem Dienst] einstellen; (gehoben) seines Amtes/Dienstes/Postens entheben, seines Amtes entkleiden, von einem Amt/Dienst/Posten entbinden; (bildungssprachlich) dispensieren; (umgangssprachlich) absägen, abschießen, an die [frische] Luft befördern/setzen, auf die Straße setzen/werfen, davonjagen, den Laufpass geben, den Stuhl vor die Tür setzen, feuern, in die Wüste schicken, kaltstellen, schassen, über die Klinge springen lassen, vor die Tür setzen; (salopp) abservieren; (verhüllend) freisetzen, freistellen, sich trennen
spätmittelhochdeutsch suspendieren lateinisch suspendere = aufhängen; in der Schwebe lassen; beseitigen, zu: sub = unter und pendere = hängen"
Noch Fragen ?

25.03.2013
22:31
"Deutsche Sprache - schwere Sprache ?" - WAZ-Redakteur Ingo Blazejewski benutzte im Parallelbeitrag "Prüfer nennt ..."
von JoachimMutz | #41

im zweiten Satz die Formulierung;

"...der suspendierte Museumsdirektor..."

und unter # 20 "wollte uns der Herr Kulturredakteur" die (angebliche!) Richtigkeit der falschen Behauptung anhand des Duden erklären...

Daher hier der Link zur "Suspendierung"

http://www.duden.de/rechtschreibung/suspendieren

Wann entschuldigt sich nun die WAZ für die im Ergebnis falsche Behauptung ?

Direktor Stecker ist nach wie vor im Amt tätig, er ist NICHT vom Amt suspendiert... !

Im allgemeinen Sprachgebrauch spricht man NUR DANN von "suspendierten Angestellten"... - wenn ihnen die Ausübung ihres Berufes untersagt worden ist, sie "aus dem aktiven Dienst" mit sofortiger Wirkung, -ob vorläufig oder endgültig-, entlassen wurden.

Hier wird "öffentliches Mobbing" betrieben !

...In einer Weise, die ich einfach nur als schlimm und ungeheuerlich bewerte - und im übrigen mit den Grundsätzen des Rechtsstaates nicht zu vereinbaren ist !

Wie war das noch mit der Unschuldsvermutung ?


.

1 Antwort
Diakonie Duisburg kritisiert Museumschef Stecker
von Baurat | #41-1

Herr Ingo Blazejewski ist Lokalchef der NRZ und muss ein enger Vertrauter der Leiterin des Rechnungsprüfungsamtes, Frau Kluge, sein. Er publiziert immer zuerst die Erkenntnisse dieses Amtes. Er kann aber auch in persönlicher Nähe zu der "ersten"
Intelligenz im Rat der Stadt Duisburg stehen, dem Ratsherrn der CDU aus Walsum und dortiger oberster Karnevalsjecke.
Und da passt es auch zusammen. Kluge von Sauerland in Amt und Würden gesetzt, wie der Ratsherr aus Walsum und nahe bei Frau Kluge

25.03.2013
08:05
Diakonie Duisburg kritisiert Museumschef Stecker
von mondgestein | #40

Für die 30 000 Arbeitslosen sollte wenigstens eine Jahreskarte bereitgestellt werden, damit sie sich an kalten Wintertagen dort wenigstens wärmen können, denn mit den Arbeitsplätzen wird’s ohnehin nichts werden.

25.03.2013
07:15
Diakonie Duisburg kritisiert Museumschef Stecker
von Baurat | #39

Kirche oder eine Institution von ihr wagt Kritik. Wie heisst es da: "wer den ersten Stein wirft..."
Es gehört zu den Ungeheuerlichkeiten einer der überflüssigsten Institutionen unserer Zeit, den Finger auf andere zu zeigen. Kirchliches Handeln in allen seinen moralisch fragwürdigen Formen prägt heute die öffentliche Diskussion. Und dann kommt die "göttliche Anmassung".
Schande für diese sündhafte Haltung

25.03.2013
07:01
Diakonie Duisburg kritisiert Museumschef Stecker
von leuwerick | #38

kirche ob katholisch oder evangelisch ist doch unseriös. Die äusserungen zeigen dies einmal mehr..

Wo bleibt den die Trennung von Kirche und Staat? Und wie geht die Kirche mit ihren Arbeitnehmern um? Alles verlogen und schmutzig

24.03.2013
19:49
Diakonie Duisburg kritisiert Museumschef Stecker
von RudolfKley | #37

Einen wirklich rechten Künstler -nicht Musiker - habe ich in Duisburg noch nicht ausgemacht. Richtig ist, das Sachargumente sich quer über die Parteien verteilen allerdings durch das Parteibuch gefiltert werden. Künstler lassen sich aber nicht bevormunden, nicht die, die ich als Künstler bezeichnen möchte. Sie lassen sich ja auch ihre Werke ab einem bestimmten Stadium nicht mehr zensieren, weil sie das Ergebnis ja gar nicht mit sich selbst zuir Deckung bringen könnten. Ob sie immer eine politische Meinung haben und die auch nach außen vertreten weiß ich nicht. Ich würde dies aber nicht so verallgemeinern wie Sie. Es ist ganz natürlich, dass sie auch eigene Interessen verfolgen. Sind schließlich auch nur Menschen. Wüßte mal gerne, was genau Sie unter "braun angereichertes Geschwätz" verstehen. Ich habe solches noch nicht vernommen. Ich kann mir weder vorstellen, dass sich ein Künstler ködern läßt, noch das dies jemand (z.B. Dr.Stecker) überhaupt versucht. Also bitte Beispiele!

24.03.2013
18:42
Diakonie Duisburg kritisiert Museumschef Stecker
von Kulturredakteur | #36

@Apotheker #31
"Den Künstlern der Duisburger Kulturszene aber zu unterstellen, dass sie am Ende vielleicht nur eine Clique sind, ist weder fair noch christlich."

Nun ...die Duisburger Kulturszene teilt sich in der Tat auf in eine Clique, die politisch unmündig und instinktlos ihrem Stecker "huldigt" und einigen Wenigen, die nicht bereit sind, sich von diesem Typen, wie schon mehrfach in der Vergangenheit, dessen braun angereichertes Geschwätz zukünftig anzuhören und sich auch nicht mit der Aussicht auf Ausstellungen ihrer "Kunstwerke" im Stecker-Museum ködern lassen.

24.03.2013
18:11
Diakonie Duisburg kritisiert Museumschef Stecker
von RudolfKley | #35

Wenn dieser Beitrag noch einmal blockiert wird, dann bitte ich um Nachricht warum an deapo@t-online.

Die Schlussfolgerungen der Geschäftsführer der Diakonie darf man ohne Kenntnis genauer Zahlen nicht ziehen. Haben sie diese Kenntnisse etwa als SPD-Mitglied oder SPD- Sympathisanten? Nach meiner Ansicht läuft hier wieder ein Machtspiel ab. Das Schreiben der Diakonie erinnert mich doch sehr an frühere Hexenprozesse. Ohne triftigen Grund wird der Vorgang kriminalisiert indem man ihn als Untreue einstuft. Ist die Diakonie jetzt der Richter? Will sie uns als nächstes vorschreiben, was Kunst ist? Sind die Briefeschreiber sich sicher, das hinter ihnen alle Christen stehen, wie sie es analog vom M-Chef fordern? Zu fordern, dass hinter den Verantwortlichen die ganze Stadtgesellschaft stehen muss, ist völlig verrückt und illustriert nur die unterstellten, politischen Ziele dieses Schriftstückes. Schon vergessen? ? Hinter OB Link stehen gerade mal 20 % der Duisburger und er ist auch im Amt.

24.03.2013
16:35
Diakonie Duisburg kritisiert Museumschef Stecker
von astor97 | #34

schön, dass in der Diakonie.... Bescheidenheit und Demut über allem stehen... schönen Tag noch

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