Deutsch-Französischer Tag im Zeichen der Anschläge von Paris

Vor gerade zwei Wochen erschütterten die Terror-Anschläge in Paris die Welt: Und auch der Deutsch-Französische Tag, der am Donnerstag im Rathaus gefeiert wurde, stand stark im Zeichen der blutigen Ereignisse.

Der Tag erinnert an den 1963 geschlossenen Elysée-Vertrag zwischen Deutschland und Frankreich. Und, wie Bürgermeister Volker Mosblech betonte, sei dieser Freundschaftsvertrag um so bemerkenswerter, dass er nicht einmal 20 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg geschlossen worden war. „Das leitete das Ende von Kriegen und Rivalitäten ein, die eine ganze Zeit geprägt hatten“, so Mosblech. Auch die Anschläge von Paris seien ein „Angriff“: auf die Demokratie und Grundfeste der Verfassung. Mosblech hob aber hervor, dass Frankreich und Deutschland durch Einwanderung „an Vielfalt“ gewonnen hätten. „Es sind nun alle gefragt, wenn wir auch in Zukunft friedlich miteinander leben wollen. Das gelingt nur, wenn man sich kennenlernt und begegnet“, sagte der Bürgermeister und schlug so den Bogen zum Geist des Freundschaftstags.

Auch Wolfgang Schwarzer, Vorsitzender der Deutsch-Französischen Gesellschaft Duisburg, bezeichnete den Tag mit Blick auf den Anschlag auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo als „besonders“. Denn: „Frankreich war immer ein Vorreiter der Presse- und Meinungsfreiheit“, sagte er und erwähnte französische Geistesgrößen wie Molière, Voltaire oder Rousseau.

Zwar könne man über die Darstellung dessen, was anderen heilig sei, durchaus unterschiedlicher Meinung sein. Doch man solle die Möglichkeit „mit Klauen und Zähnen“ verteidigen, etwa die Karikaturen von Charlie Hebdo zu veröffentlichen. Und: „Wenn die Anschläge und die vielen Tausende Menschen, die nun hier gegen Fremdenfeindlichkeit und Hass auf die Straße gehen, dazu führen, dass neu darüber nachgedacht wird, wie man mit Benachteiligten unserer Gesellschaft umgeht, die glauben, eine Leere mit fragwürdigen Dingen zu füllen, dann war der Tod der Journalisten nicht umsonst“, so Schwarzer.