Desaster um NS-Dokumentationszentrum in Duisburg

Das Stadtfenster - hier im Modell - wird ohne das NS- Dokumentationszentrum errichtet.
Das Stadtfenster - hier im Modell - wird ohne das NS- Dokumentationszentrum errichtet.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Die Stadt Duisburg ist erneut daran gescheitert, ein NS-Dokumentationszentrum zu eröffnen. Die Räumlichkeiten, in denen das Zentrum eingerichtet werden sollte, sind zu klein. Ursprünglich sollte es zusammen mit der Stadtbibliothek und der Volkshochschule ein neues "Stadtfenster" bilden.

Duisburg.. Wieder schafft es die Stadt nicht, ein NS-Dokumentationszentrum einzurichten. Das neue „Stadtfenster“, in dem es eigentlich zusammen mit der Stadtbibliothek und der VHS eingerichtet werden sollte, ist zu klein.

Zwar bekunden SPD und Linke wie auch CDU und DWG durch jeweils gemeinsame Anträge an den Rat, wie auch die Grünen, dass das Dokumentationszentrum eingerichtet werden soll, doch ist die Idee, es im neuen Stadtfenster unterzubringen, gescheitert. Wie schon zu Zeiten von Schwarz-Grün hat auch die Rot-Rot-Grüne Kooperation vereinbart, dass das Zentrum, in dem die NS-Zeit in Duisburg dokumentiert und aufbereitet werden soll, eingerichtet wird.

Planung im neuen Jahr vorlegen

DWG und CDU fordern von der Verwaltung, zur ersten Ratssitzung im neuen Jahr Planungen für die Realisierung des Zentrums vorzulegen. Sie seien nicht der Auffassung – wie der Kämmerer – dass dessen Aufbau eine freiwillige Leistung sei.

Zwei Millionen Euro sind veranschlagt

Für die Einrichtung seien zwei Mio. Euro im Etat veranschlagt, die Mittel für die jährlichen Betriebskosten (etwa 296.000 Euro) sollen durch den Einspareffekt der verwaltungsmäßigen Zusammenlegung von VHS und Stadtbibliothek bereitgestellt werden.

SPD und Linke beantragen in der Ratssitzung am Montag, dass OB Link innerhalb des ersten Quartals 2013 „für die qualitative Arbeit des Zentrums geeignete Räumlichkeiten“ vorschlagen solle.

Hierbei sollen das Kultur- und Stadthistorische Museum und das Internationale Zentrum mit in die Prüfung einbezogen werden. Mit dem oder den Standortvorschlägen einher gehen soll ein Vorschlag zur organisatorischen Anbindung und Betreibung des Zentrums. Parallel zu den Standort-Untersuchungen sollen Bemühungen um die Aufbau- und Betriebsfinanzierungen des Zentrums geführt und darüber berichtet werden.

"Prominente Stelle in der Innenstadt"

Dieter Kantel, Fraktionssprecher der Grünen, die sich nicht an dem gemeinsamen Antrag ihrer Kooperationspartner beteiligten: „Es muss auf jeden Fall an einer prominente Stelle in der Innenstadt eingerichtet werden.“ Wie sich seine Fraktion am Montag verhalten werde, sei im Moment noch unklar. SPD und Linke machen die Entscheidungen von „CDU und anderen“ verantwortlich für das peinliche Desaster, ohne dabei den zeitweiligen Kooperationspartner der CDU – die Grünen – beim Namen zu nennen.