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NS-Dokumentationszentrum

Desaster um NS-Dokumentationszentrum in Duisburg

08.12.2012 | 11:00 Uhr
Das Stadtfenster - hier im Modell - wird ohne das NS- Dokumentationszentrum errichtet.Foto: NRZ

Duisburg.   Die Stadt Duisburg ist erneut daran gescheitert, ein NS-Dokumentationszentrum zu eröffnen. Die Räumlichkeiten, in denen das Zentrum eingerichtet werden sollte, sind zu klein. Ursprünglich sollte es zusammen mit der Stadtbibliothek und der Volkshochschule ein neues "Stadtfenster" bilden.

Wieder schafft es die Stadt nicht, ein NS-Dokumentationszentrum einzurichten . Das neue „Stadtfenster“, in dem es eigentlich zusammen mit der Stadtbibliothek und der VHS eingerichtet werden sollte, ist zu klein.

Zwar bekunden SPD und Linke wie auch CDU und DWG durch jeweils gemeinsame Anträge an den Rat, wie auch die Grünen, dass das Dokumentationszentrum eingerichtet werden soll, doch ist die Idee, es im neuen Stadtfenster unterzubringen, gescheitert. Wie schon zu Zeiten von Schwarz-Grün hat auch die Rot-Rot-Grüne Kooperation vereinbart, dass das Zentrum, in dem die NS-Zeit in Duisburg dokumentiert und aufbereitet werden soll, eingerichtet wird.

Planung im neuen Jahr vorlegen

DWG und CDU fordern von der Verwaltung, zur ersten Ratssitzung im neuen Jahr Planungen für die Realisierung des Zentrums vorzulegen. Sie seien nicht der Auffassung – wie der Kämmerer – dass dessen Aufbau eine freiwillige Leistung sei.

Zwei Millionen Euro sind veranschlagt

Für die Einrichtung seien zwei Mio. Euro im Etat veranschlagt, die Mittel für die jährlichen Betriebskosten (etwa 296.000 Euro) sollen durch den Einspareffekt der verwaltungsmäßigen Zusammenlegung von VHS und Stadtbibliothek bereitgestellt werden.

SPD und Linke beantragen in der Ratssitzung am Montag, dass OB Link innerhalb des ersten Quartals 2013 „für die qualitative Arbeit des Zentrums geeignete Räumlichkeiten“ vorschlagen solle.

Hierbei sollen das Kultur- und Stadthistorische Museum und das Internationale Zentrum mit in die Prüfung einbezogen werden. Mit dem oder den Standortvorschlägen einher gehen soll ein Vorschlag zur organisatorischen Anbindung und Betreibung des Zentrums. Parallel zu den Standort-Untersuchungen sollen Bemühungen um die Aufbau- und Betriebsfinanzierungen des Zentrums geführt und darüber berichtet werden.

Historisches Duisburg

"Prominente Stelle in der Innenstadt"

Dieter Kantel, Fraktionssprecher der Grünen , die sich nicht an dem gemeinsamen Antrag ihrer Kooperationspartner beteiligten: „Es muss auf jeden Fall an einer prominente Stelle in der Innenstadt eingerichtet werden.“ Wie sich seine Fraktion am Montag verhalten werde, sei im Moment noch unklar. SPD und Linke machen die Entscheidungen von „CDU und anderen“ verantwortlich für das peinliche Desaster, ohne dabei den zeitweiligen Kooperationspartner der CDU – die Grünen – beim Namen zu nennen.

Alfons Winterseel



Kommentare
10.12.2012
09:16
Zusammenhänge zeigen
von Stefan2 | #30

Dass in Duisburg möglicherweise gezeigt wird, wozu rechte Einstellungen und Verhaltensmuster letztlich führen, finde ich gut. Sie fangen an mit ein bisschen (vermeintlicher) Identität einer Gruppe Dazugehöriger und ein bisschen eitlem Wettbewerb gegenüber gleichartigen Kollektiven. Sie münden aber unter den Bedingungen kapitalistischer Ausbeutung und Konkurrenz so gut wie sicher in wütendem Anpassungsdruck, Ausgrenzung Nicht-mehr-so-ganz-Dazugehöriger und ruinösem Wettbewerb gegen konkurrierende Wirtschaftsblöcke. Und führen letztlich zur Entrechtung der als nicht mehr dazugehörig Definierten und zu Krieg, der den Konkurrenten vernichten und seine Märkte erobern soll. Ich würde mich freuen, wenn dieser Zusammenhang - dass der Faschismus nur eine andere, spätere, weiter eskalierte Form der bürgerlichen Herrschaft darstellt als die bürgerliche Demokratie - in Duisburg ebenfalls dargestellt würde.

2 Antworten
Desaster um NS-Dokumentationszentrum in Duisburg
von graphos | #30-1

???

Können Sie das bitte mal übersetzen? Was wollen Sie uns mitteilen?

Versuchen Sie es doch noch mal
von Stefan2 | #30-2

Lesen Sie es doch nochmal durch und versuchen es zu verstehen. Ich tue mich ein bisschen schwer damit, das jetzt noch weiter auszuführen. Der Kern ist, dass ich mir wünschen würde, dass bestimmte gesellschaftliche Zusammenhänge, die zum deutschen und europäischen Faschimus geführt haben, in einer solchen Ausstellung nicht unterschlagen werden.

Eine gute "Übersetzung" meines Eintrags bietet Ihnen aber möglicherweise auch ein Blick auf die gegenwärtige BRD-Gesellschaft und deren Innen- und Außenpolitik.

10.12.2012
08:43
Desaster um NS-Dokumentationszentrum in Duisburg
von Kieser | #29

Das hier ist wieder ein beispiel für die ruhrgebietmisere. ein NS-dokuzentrum, ist wichtig. Aber was soll das hier werden? 2mio bau, 300k€ laufende kosten im jahr? 2mio kostet schon ein mittelgroßes wohnhaus und wieviele leute sollen da arbeiten? so ein zentrumsleiter dürfte schon 100k€ im jahr kosten, dann 2 angestellte, und heizung, strom, usw. und schon ist das geld alle. Also entweder das ding wird winzig und somit für besucher schlicht langweilig, oder die wahren kosten werden ganz überraschend das x-fache betragen.
Dabei läge die lösung auf der hand, wieso reissen sich land und kommunen nicht endlich mal zusammen und machen eine große stadt namens ruhrgebiet auf?
Eine 5 Millionen einwohner Metropole. Die könnte sich ein richtig großes, aufwendiges NS-Dokuzentrum leisten, wo den besuchern das grauen eindrücklich vermittelt wird. Aber eben nur eins. und 1 oder 2 fette theater, museen, Orchester. feuerwehren, stadtwerke, ÖPNV, alles zusammenlegen, integrieren. DAS ist die lösung.

1 Antwort
Desaster um NS-Dokumentationszentrum in Duisburg
von kikimurks | #29-1

Sie haben durchaus recht. Es gibt Zeit, dass das Ruhrgebiet auch politisch und verwaltungstechnisch zusammen wächst. Solche Projekte lassen sich dann besser Schultern und koordinieren.

10.12.2012
08:23
Desaster um NS-Dokumentationszentrum in Duisburg
von pogobaer | #28

Definitiv Geld, welches Duisburg nicht hat.

2 Millionen mal eben ausm Fenster schmeißen (wobei es sicherlich nicht bleibt)
Dazu dann jedes Jahr 300.000 € an Kosten (wobei es sicherlich nicht bleibt - da muss doch bestimmt noch ein Leiter der Gesellschaft bestellt werden mit Vertreter und Vertreter des Vertreters!!!!).

Diese Dauerbetroffenheitsmasche und Dauerschuldseinmüssen nervt nur noch und läßt unsere "Volksvertreter" überall nur kuschen und buckeln....

Wenns danach ginge, dürften Amis (Indianer, Sklaverei), Briten (vielfacher Völkermord und Vertreibung Kolonialzeit) ebenso wie die Franzosen, Spanier & Italiener, Japaner (China, Korea), Türken (Armenier), Russen (viele annektiere Völker, Afghanistan), Chinesen (Tibet) nix mehr sagen zzgl denen, die ich vergessen habe!!!

Für mich war die dunkelste Zeit das Mittelalter...Inquisition läßt grüßen

2 Antworten
Desaster um NS-Dokumentationszentrum in Duisburg
von kikimurks | #28-1

Die Welt hatte viele dunkle Zeiten. Das NS-Regime gehörte dazu! Allerdings glaube ich, dass man das Geld im Kampf gegen die braune Pest besser und effektiver anlegen könnte.

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Name von Moderation entfernt | #28-2

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10.12.2012
08:21
Desaster um NS-Dokumentationszentrum in Duisburg
von duisifan | #27

Und ihr glaubt wirklich, dass die Bürger Duisburgs mehr Geld sehen, wenn das NS-Doku-Zentrum nicht kommt? Abgesehen davon, dass die Gelder wahrscheinlich Zweckgebunden sind, würden unsere Pöstchenverteiler schon dafür sorgen, dass das Geld innerhalb des vorgesehen Kreises der Stadthalter verbleibt. Seid ihr naiv. Abgesehen davon schäme ich mich dafür, was hier so geschrieben wird, die Aussage ist allgemein: gib das Geld mir statt es für Bildung - und nichts anderes ist das NS-Doku-Zetrum - aus. Egoisum allenhalben, deshalb, und nur deshalb ist Duisburg so, wie es ist: pleite!

1 Antwort
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Name von Moderation entfernt | #27-1

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10.12.2012
08:19
100:1
von graphos | #26

#9-2
"Schauen Sie auf Wikipedia, wie viele Denkmäler es für die NS-Opfer gibt. Diese HUNDERTE wollen Sie gegen EINES für die Opfer der Loveparade aufwiegen?"

Lieber holger_thies, ich wiege garnichts auf. Ich ziehe lediglich Vergleiche zwischen zeitnahen und zeitfernen Geschehnissen und dem betreffenden Engagement einiger.
Dass es "hunderte" Denkmäler für die NS-Opfer gibt, mag ja stimmen. Tatsache aber ist, dass es erst seit diesem Jahr (!) eines in Duisburg gibt. Nur: aus diesem Mahn- oder Denkmal für NS-Opfer kann niemand erkennen, was wirklich hier in Duisburg passiert ist. Bei dem Doku-Zentrum geht es auch weniger um Schuldzuweisung und Sühneleistung, sondern um eine kritisch-objektive Auseinandersetzung mt dem Thema. Das kann im Ergebnis auch eine positive Haltung der Stadt Duisburg und/oder der Bevölkerung zur NS-Zeit bedeuten.

Und Ihr Hinweis auf das Statement der Piraten in Ehren, aber derzeitige Aussagen dieser politischen Gruppierung besitzen definitiv keine Relevanz.

10.12.2012
01:11
Desaster um NS-Dokumentationszentrum in Duisburg
von Smokie | #25

Die deutsche Vergangenheitsbewältigung ist ein wahres Wirtschaftswunder und dürfte neben Autos und Bier zum wichtigsten Wirtschaftsgut des Exportweltmeisters Deutschland gehören.

1 Antwort
Desaster um NS-Dokumentationszentrum in Duisburg
von holger_thies | #25-1

Sehr genialer Kommentar. Sie haben mir den Tag versüßt. Danke!

10.12.2012
00:06
Luxus oder Must-Have ?
von Zentrum | #24

Wird die Ausländerfeindlichkeit wachsen?
Duisburg kann im globalen Finanzmarkt-Kettensägemassaker und als Sozialflucht-Heimstätte nicht ungeschoren bleiben.

Die Blödzeitungs- und Privatsendergeschädigten Massen sind d e r bildungsferne, unkalkulierbare Faktor i. S. Jetzt-Zeit-Integration - von daher macht diese Anti-Klitterungsgeldausgabe a la NS-Dok-Zentrum im Moment keinen Sinn.

Die Angst vor Bulgaren und Rumänen grassiert massiv in Duisburg. Keiner hat eine Ahnung, wie die Aufnahmegesellschaft hier auf die Zuwanderung reagieren soll, wird oder kann.
Geld muss in Integrations- und Verständigungsprojekte sowohl bei den Zuwanderern als auch bei der alteingesessenen Stadtgesellschaft investiert werden - und zwar in aufsuchender und nicht vorhaltender Form.
Begegnung versuchen, gegenseitiges Verständnis wagen...
Die Stadteliten und NGOs müssen in diesen Hinsichten geballt und ernsthaft in die Handlung gehen, bevor nur noch nachgesteuert oder massiv interveniert werden kann.

Glückauf

09.12.2012
21:28
@Kalteisen | #20
von vaikl2 | #23

Keiner zwingt Sie, den Fernseher permanent laufen zu lassen, Online-Content in Massen zu konsumieren oder sich jeden Bild-Zeitungsartikel durchzulesen. Ein wenig Massenmedien-Verzicht tut der Bildung des "normalen Menschen" (wer ist das eigentlich?) keinen Abbruch.

Vielleicht muss unsere Gesellschaft aber den einen oder anderen weniger gebildeten Menschen immer wieder aufs neue darauf hinweisen, dass das Verschweigen und die Verharmlosung rechtsextremer Tendenzen eben genau das heraufbeschworen hatten, was wir heute als NS-Zeit kennen.

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Name von Moderation entfernt | #23-1

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Desaster um NS-Dokumentationszentrum in Duisburg
von kikimurks | #23-2

Ich stimme Ihnen da voll und ganz zu. Allerdings frage ich mich, ob ein Dokumentationszentrum dabei behilflich wäre. Sinnvoller wäre es wiederkehrende Aktionen gegen den braunen Sumpf aufzusetzen. Mit 200.000 € pro Jahr könnte man da richtig etwas erreichen.

09.12.2012
19:26
Desaster um NS-Dokumentationszentrum in Duisburg
von RennYuppieRenn | #22

Ein Desaster eher im übertragenen Sinne. Fragen wir die Menschen auf den Philippinen, was ein Desaster ist.

1 Antwort
Desaster um NS-Dokumentationszentrum in Duisburg
von kikimurks | #22-1

Das ist noch nicht einmal im übertragenen Sinne ein Desaster!

09.12.2012
18:30
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Name von Moderation entfernt | #21

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