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Zoo Duisburg

Der Zoo Duisburg steckt tief in den roten Zahlen

01.02.2013 | 19:57 Uhr
Der Zoo Duisburg steckt tief in den roten Zahlen
„Wir müssen mit anderen Geldgebern entscheiden, was wir tun können“, sagt Duisburgs OB Sören Link (2. v.r.), hier mit Zoo-Chef Achim Winkler (rechts) im Delfinarium. Der Zoo Duisburg steckt tief in den roten Zahlen.Foto: Stephan Eickershoff/WAZFotoPool

Duisburg.   Der Duisburger Zoo muss mit Investitions-Rücklagen laufende Kosten decken. Schlechtes Wetter senkte die Besucherzahlen voriges Jahr. Der Tierpark richtet einen Hilferuf an die Stadt wegen zwingender Ausgaben für Sicherheit und Tierschutz.

Der Tierpark am Kaiserberg, Duisburgs bekanntestes Aushängeschild, ist in ärgste Finanznöte geraten. Nur mit der Auflösung von Rücklagen kann der Zoo Duisburg laufende Kosten derzeit überhaupt decken. 2012 hätte ansonsten ein Minus von einer Million Euro gedroht. Wöchentlich müssen jetzt Liquiditätsberichte vorgelegt werden. Es herrscht Alarmstimmung.

Das miese Wetter in 2012 hatte das Fass zum Überlaufen gebracht. Bei sinkenden Besucherzahlen – 900 000 statt eine Million – sanken die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern nach WAZ-Informationen um 860 000 auf fünf Millionen Euro. Weniger Besucher gingen seltener ins Restaurant, also sanken auch die Pachteinnahmen. Zugleich stiegen die Kosten, etwa für Futtermittel.

OB Link:
„Zoo ist das Gesicht Duisburgs“

Der Zoo-Aufsichtsratsvorsitzende, Sparkassenchef Hans-Werner Tomalak, spricht von „schwierigem Fahrwasser“ und beziffert den Sanierungsstau auf bis zu 36 Mio €. 1,3 Mio € bräuchte der Zoo sofort, weitere 17 Mio etwa fürs zwingende Investitionen u.a. am maroden Affenhaus und am Wirtschaftshof können noch ein wenig geschoben werden. „Um zwingende Auflagen zu erfüllen, muss die Stadt als Hauptgesellschafter Mittel zur Verfügung stellen.“

Oberbürgermeister Sören Link, selbst Dauerkartenbesitzer, nahm an der Krisensitzung teil. „Der Zoo ist das Gesicht der Stadt und hat enormes Potenzial für die Stadt und die Wirtschaft. Wir müssen mit anderen Geldgebern entscheiden, was wir tun können. Ich glaube, dass das machbar ist. Die Probleme sind offenbar aber auch zu lange nicht zur Kenntnis genommen worden“, sagte Link.

Zoo-Direktor Achim Winkler: „Der Zoo ist seit eh und je auf Hilfe angewiesen. Wir müssen mit anderen Zoos Schritt halten. Wir haben noch alte Anlagen, die nicht mehr zeitgemäß sind.“

Dem Zoo drohen zudem weitere Rückgänge bei Sponsorengeldern: RWE zahlte fünf Jahre jährlich eine Million Euro und speckt nun seine Unterstützung ab. Air Berlin stoppte zudem den kostenlosen Flugtransport des ohnehin teuren Eukalyptus für die Koalas aus den USA. Der städtische Zuschuss beläuft sich seit Jahren auf 2,1 Mio Euro. Ohne die Patenschaftsgelder und Spenden des rührigen Fördervereins und der Sparkasse wäre es schlecht um die Zukunft des Tierparks bestellt.

Zugleich steht der Zoo vor immensen Investitionen. Zwingend vorgeschrieben ist aus Sicherheitsgründen eine Lautsprecheranlage, mit der alle Zoo-Besucher bei Gefahren gewarnt werden können – Kosten: 400 000 Euro. Im Giraffen- und Elefantenhaus müssen zum Schutz der Tierpfleger Tore gebaut werden – Kosten 350 000 Euro. Im Delfinarium sind Reparaturen unausweichlich – Kosten: 300 000.

Kostenträchtiges Delfinarium ist Besuchermagnet

Der Aufsichtsrat des Zoos beschloss am Donnerstag als eine erste Maßnahme, dass als „Bausteine“ genannte Teileinnahmen der Eintrittsgelder von 500 000 Euro, die seit 1988 für Investitionen zur Seite gelegt werden, in den Wirtschaftsplan zur Kostendeckung genutzt werden. Ein Minus von etlichen 100 000 Euro bleibt dennoch.

Der Zoo soll jetzt nach weiteren Sparmöglichkeiten suchen. Dilemma: Die kostenträchtigen Zoo-Attraktionen Delfinarium und Koala-Anlage sind zugleich die besonderen Besuchermagneten.

Finanzen
Preise und Zuschüsse

Das Tagesticket für den Zoo kostet jetzt für Erwachsene 14,50 €, Kinder (3-17 Jahre) zahlen 7 €. Eine Familie
(Eltern, 3 Kinder) zahlt 36 €.

Im Zoo leben knapp 3200 Tiere aus 266 Arten. Den Zoo gibt es seit 1934. Seit 2012 gibt es die neue Brillenbärenanlage, 2011 wurde die Kindererlebniswelt eröffnet.

Vergleich der städtischen Zuschüsse: Zoo Duisburg: 2,2 Mio €, Zoo Dresden: 4,5 Mio €, Zoo Köln: 3,6 Mio (plus Bauzuschüsse), Zoo Münster 4,1 Mio €, Zoo Wuppertal: 3,9 Mi €, Zoo Frankfurt: 7 Mio €, Zoo Krefeld: 1,85 Mio €

Der Tierbestand ist ohnehin in den letzten 20 Jahren schon halbiert worden. Noch höhere Eintrittspreise auf Phantasialand-Niveau sind undenkbar. „Wir brauchen mehr Besucher und damit mehr Einnahmen“, umschreibt Zoo-Direktor Achim Winkler die Quadratur des Kreises: Der Zoo braucht Finanzmittel. Nicht nur, um aus den roten Zahlen herauszukommen, sondern um in neue Gehege und neue Attraktionen zu investieren.

Oliver Schmeer



Kommentare
04.02.2013
20:06
Der Zoo Duisburg steckt tief in den roten Zahlen
von a_ha | #28

Mittwoch zum Familientag erklären:
Alle zusammen mit Pommes rot weiß und Wasser für richtig kleines Geld..
Dann kann man mal erkennen, ob es überhaupt an den Preisen liegt,
oder ob Zoo nicht mehr so wirklich attraktiv ist.

Sollte es am Preis liegen, müsste die Bude rappelvoll werden.
Dann stimmt es finanziell am Ende auch wieder.

04.02.2013
11:36
Der Zoo Duisburg steckt tief in den roten Zahlen
von Baurat | #27

Wer ist eigentlich hier der Aufsichtsratsvorsitzende? Ja, wer? Herr Tomalak, seines Zeichens Vorstandsvorsitzende der Sparkasse und letzter Entsorgungsfall aus der Ära
Sauerland. Nach Janssen, Jannings, Öhmke, Greulich, Hellmich gibt es kaum noch einen Vasallen dieses Unglücks-OB.
War Tomalak nicht auch in gleicher Rolle beim MSV, als es dort drunter und drüber zuging? Ist er nicht einer der Hintermänner im Drama Gebag? Jahreslange Missmanagement bei der Tochter der Gebag, DBV, sind gerade im anzulasten, dem Mann der scheinbaren Finanzkenntnis. Aber zu Sauerlands Zeiten wurde die Sparkasse von Buchhaltern geleitet, nicht von Bankern.
Doch es ändert sich nichts. Nun ist eine politische Unfähigkeitstruppe um einen Duisburger Parteichef Jäger an der Macht. Jäger, dem man Verhaltensweisen eines berüchtigten Sowjetführers zubilligen kann, hat dem Rest an Seriosität in Duisburg den Garaus gemacht.
Solange diese Stadt in den Fängen von perspektivlosen Parteiversorgern ist, ist sie ohne Chance

04.02.2013
08:40
Der Zoo Duisburg steckt tief in den roten Zahlen
von silversurfer | #26

Die Preise des Zoos, speziell bei den Jahreskarten, finde ich mit 100 Euro für eine Familienkarte sehr angemessen, daür bietet der Zoo sehr viel Gegenwert. Wir gehen oft auch nur für ein oder zwei Stunden in den Zoo, da lohnt sich eine Jaheskarte allemal.

Die Gastronomie im Zoo ist sicher nicht optimal. Die Afrika-Lodge hat gesalzene Preise bei eher mäßigen Portionen, die Bedienung ist auch nicht wirklich freundlich. Leider gibt es nicht (wie z.B. im Kölner Zoo) ein für Familien angepasstes Angebot. Dort gibt es zum Beispiel einen „Pappeimer“ Pommes für 5 Euro (Ketchup/Majo inkl.) - wenig Material-/Kosteneinsatz, viele zufriedene Kunden.

Ich denke, dass mit besserem Marketing, besserer Öffentlichkeitsarbeit und der „Konkurrenzbeobachtung“ viele Erfolge erzielt werden können, den Zoo wieder in die richtigen Bahnen zu lenken - am Besten mit enem Blick über den Tellerrand.

Ausserdem: Zooterrassen - das Thema muss geklärt werden!!!

04.02.2013
08:30
Der Zoo Duisburg steckt tief in den roten Zahlen
von silversurfer | #25

@nussknacker
Der Duisburger Zoo ist sicher in Teilbereichen sichtbar älter als die Anlagen im Zoom Gelsenkirchen, hat aber den klaren Vorteil, dass man dort besser und schöner umhergehen kann als auf dem einzig möglichen Bersucherweg in Gelsenkirchen. Zudem sind die Grünanlagen in Duisburg viel geplegter. Im Zoom nagt jetzt schon der Zahn der Zeit an den neuen Anlagen, vielleicht hätte man höhere Instandhaltungskosten berücksichtigen sollen bei den Vergnügungspark-ähnlichen Kulissen. Und das bei dem Eintritt - da sieht man in Duisburg mehr Tiere für weniger Geld, die neuen Anlagen halten mit dem Zoom eh mit.

@derwesten
Mal wieder schlecht recherchiert, das Delphinarium ist seit Anfang des Jahres im Preis mit drin, dafür wurden die Preise angepasst.

03.02.2013
22:56
Preisaktionen
von Daredevil | #24

@ #23: Im Moment (bis 28.02.) gibt es über den Vorverkauf (Zoo-Seite bzw. telefonisch) ein "Winterticket", d.h. alle Tageskarten für 50% des regulären Preises.Ich weiß nicht obs das in der Vergangenheit auch schon gab, finds aber eine gute Sache.

Sicher stellen die ansonsten 14,50 Euro für eine Erwachsenen-Tageskarte eine recht hohe Hemmschwelle dar. Auch wenn ich denke dass im letzten Jahr primär das Wetter für geringere Besucherzahlen verantwortlich war, sollte man sich durchaus weitere Preisaktionen überlegen. Letztlich ist ja nicht der Preis erheblich, sondern dass genug für die Versorgung der Tiere und die Instandhaltung bzw. Erneuerung des Zoos übrig bleibt, was bei mehr Besuchern auch zu einem geringeren Eintrittspreis realisierbar ist.

Wir haben uns Jahreskarten zugelegt und gehen seitdem gern öfter mal hin - insbesondere etwas außerhalb der Hauptzeiten ist der Zoo eine super Ausflugsziel. Werde aber mal eine Tierpatenschaft übernehmen, um ein wenig zu helfen.

03.02.2013
17:10
Der Zoo Duisburg steckt tief in den roten Zahlen
von makem99 | #23

14,50 Euro finde ich ok, zumal es für die hier ständig erwähnten Armen (Schüler, Studenten, Azubis, Schwerbehinderte, Rentner, Arbeitslose, ALG II Empfänger) weniger kostet. Aber dass fürs Parken auf der anderen Seite Geld genommen wird, hatte ich auch nicht gewusst und wird mich motivieren, bei meinem nächsten Besuch um die Uni rum zu parken.
Um nicht nur zu meckern, hier noch ein Vorschlag: Einen regelrechten Schub könnte eine Groupon-Aktion auslösen, wenn ein attraktives Paket für besucherschwache Zeiten zusammengestrickt wird, z. B. mit inkludiertem Parken...

03.02.2013
01:05
Der Zoo Duisburg steckt tief in den roten Zahlen
von nussknacker | #22

Duisburg ist out, Zoo dichtmachen.

Gegen ZOOM Gelsenkirchen kommen die nicht mehr an.
Nur dort ist die Zukunft und nicht im Uraltzoo Duisburg!

02.02.2013
22:25
Der Zoo Duisburg steckt tief in den roten Zahlen
von Werthauser111 | #21

Man sollte den Chefs der Nebenbetriebe in Duisburg die sich widerrechtlich die sechsstelligen Gehälter zuschustern die Hälfte wegnehmen und dem Zoo geben. Dann hätten die immer noch zuviel für ihre Leistung.

02.02.2013
19:42
Der Zoo Duisburg steckt tief in den roten Zahlen
von altwissen | #20

Der Heinz (der im kommionanzug beim tümmler) der machts! Also: heinz, heinz, heiz! Du kleiner racker macht es schon! schönen guß an die kanalfraktion!

02.02.2013
17:04
Ich fionde es schon bezeichnend, dass sich hier ein paar Menschen über 14,50 € für einen Zoiobesuch
von cui.bono | #19

aufregen, aber für eine Kinokarte ungefähr das Gleiche ausgeben.Und wenn man sich bei McDonalds das Sparmenü für 7,99 rein haut, dann empfindet man diese Preise als normal.

Das zeigt eigentlich nur die Prioritäten mancher Menschen auf!

Ich wollte schon lange dem Zoo-Förderverein beitreten und werde das jetzt definitiv machen.

1 Antwort
Der Zoo Duisburg steckt tief in den roten Zahlen
von kikimurks | #19-1

Ich bin schon lange nicht mehr ins Kino gegangen, eben weil es mir zu teuer ist. Nicht dass ich es mir nicht leisten könnte, eher weil es mir das nicht wert ist. So wird es auch sicherlich vielen Kunden beim Zoo gehen. Wenn man so viel ausgibt, will man auch eine adäquate Gegenleistung haben.

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