Der "Wolkenfänger" soll Duisburgs Bahnhofvorplatz zieren

Man wird nun abwarten müssen, ob die Skulptur bei den Duisburgern auf Begeisterung, Akzeptanz oder Ablehnung stößt. Eines ist auf jeden Fall sicher: Fast alles ist besser als die öde Betonwüste, die sich seit der Überdeckelung der A 59 auf dem Bahnhofsvorplatz erstreckt.
Man wird nun abwarten müssen, ob die Skulptur bei den Duisburgern auf Begeisterung, Akzeptanz oder Ablehnung stößt. Eines ist auf jeden Fall sicher: Fast alles ist besser als die öde Betonwüste, die sich seit der Überdeckelung der A 59 auf dem Bahnhofsvorplatz erstreckt.
Foto: Stephan Eickershoff
Was wir bereits wissen
Wettbewerb zur künstlerischen Gestaltung des Duisburger Bahnhofvorplatzes ist abgeschlossen. Zuschlag erhielt der Entwurf eines Duisburger Künstlers.

Duisburg.. 90 Künstler hatten ihr Interesse am Wettbewerb bekundet, fünf waren eingeladen worden, Vorschläge zu entwickeln. Ihre Entwürfe wurden der Jury anonym präsentiert – die Wahl fiel auf einen in Duisburg geborenen Künstler: Reiner Maria Matysiks „Wolkenfänger“ wird die Bahnhofsplatte – offiziell Portsmouthplatz – zieren, wenn die bauliche Gestaltung abgeschlossen ist. Die Skulptur „wird ein weit sichtbares Zeichen setzen“, so die Stadt.

Kegelförmiger Turm aus Edelstahl ist 20 Meter hoch

Matysiks Entwurf zeigt einen etwa 20 Meter hohen, kegelförmigen Turm aus einem Geflecht von Edelstahlrohren, in dem sich ein weißes wolkenförmiges Gebilde „verfangen“ hat; Der Schatten dieser „Wolke“ wird auf den Platz fallen.

Aufgestellt werden soll die Skulptur zwischen Ausgang des Hauptbahnhofs und Friedrich-Wilhelm-Straße. Sowohl in der Formensprache als auch in der Materialwahl knüpfe der „Wolkenfänger“ an Duisburgs Geschichte und Gegenwart an, so die Stadt: „Industriekultur im Werkstoff Stahl und Bezüge auf die Kartographie Gerhard Mercators in der Formgebung finden sich in dem Entwurf wieder.“

Künstler Reiner Maria Matysik ist gebürtiger Duisburger

Der 1967 in Duisburg geborene Künstler, der in Berlin lebt, erläutert seine Konzeption mit einem Zitat von Hans Magnus Enzenzberger: „Ja, ohne die Wolken stürbe alles, was lebt.“ Bereits für die „Emscherkunst“ 2013 hatte Matysik Wolkenkunst entwickelt: Mit Hilfe einer Maschine wurde das im Bereich der Emschermündung in Dinslaken abwasserfreie Wasser des Flusses in wolkenbildenden Dampf umgewandelt.

Carsten Tum, Stadtentwicklungsdezernent und Jury-Mitglied: „Die ausgewählte Skulptur kann zu einem neuen Identifikationsobjekt werden und fügt sich hervorragend in die Gesamtgestaltung ein.“ Auch Kulturdezernent Thomas Krützberg ist zufrieden. „Ich freue mich, dass ein gebürtiger Duisburger den Zuschlag bekommen hat. Wir haben eine realisierbare Skulptur ausgewählt.“

Der Jury gehörten auch Kunst-Experten an, darunter Dr. Söke Dinkla, Direktorin des Lehmbruck-Museums. Zu Entwürfen waren neben Matysik eingeladen worden: Andrea Knobloch und Ute Vorkoeper, die Künstlergruppe Inges Idee aus Berlin, Jan und Tim Edler aus Berlin sowie Michael Sailstorfer aus Bayern.